Hochschule für Industrielle Formgestaltung [Editor]
Designtheoretisches Kolloquium — 15.1994

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STATEMENTS

vom

4. und 5. Februar 1994

Nach den drei Vortragsreihen aus unterschied-
lichen disziplinären Tätigkeitsebenen und For-
schungsbereichen von Geistes-, Human- und
Naturwissenschaften, Umweltorganisationen,
Designausbildung und -praxis und mit den dort
vo.rgetragenen Problemsichten waren für den
4. und 5. Februar 1994 Studierende und Lehr-
ende von deutschen Designschulen eingeladen,
konzeptionelle Fragen der Ausbildung und
Standpunkte zu übergreifender Kooperation
auszutauschen.

Dieses Angebot wurde rege wahrgenommen
(siehe Teilnehmerverzeichnis) und die zweitä-
gige Veranstaltung war nicht nur durch eine kri-
tische und engagierte Diskussion geprägt,
sondern wurde in einer lockeren aber konzen-
trieten Atmosphäre durch die Teilnehmer zu ei-
ner offenen und von allen angenommenen
Begegnung.

Zum Einstieg in den Gedankenaustausch dien-
ten Statements unter folgenden drei Themen-
komplexen:

1. „Eine neue Ethik für Design?“

2. „Mehr Kompetenz durch erweiterte
Kooperationsräume!“

3. „Alternative Ausbildungskonzepte im
Design.“

Die Arbeitsgruppen, die sich um etwa diese drei
Themenbereiche bildeten, beschränkten sich
nicht nur auf diese Initialthemen.

Vor allem erwies sich das Thema um alternati-
ve Ausbildungskonzepte als Schwerpunkt, in
dem nicht nur die bedrängenden ökologischen
Fragen mit denen studierende und praktizieren-
de Designer konfrontiert sind, einen breiten
Raum einnahmen. Es bezog in besonderem
Maße das Verhältnis von Studierenden und
Lehrenden zueinander während der Etappen
des Studiums ein.

Naheliegend war, daß über ganz hautnahe Fra-
gen der Designausbildung, nämlich über Pro-
jektführung und -bearbeitung und darin auch
über die Umkehrung der Rollen auch von Ler-
nenden und Lehrenden debattiert wurde. Fra-
gen über die einzig kompetent von Beteiligten
und Betroffenen, unvermittelt emotional wie
auch vernunftgemäß gesprochen werden kann.

Es war nicht beabsichtigt mit manifesten Bot-
schaften auseinanderzugehen.

Die facettenreichen und pointierten Diskussio-
nen in ihrer sachlichen Fülle und ihrem indivi-
duellen Bezug zusammenzufassen, würde ihre
Lebendigkeit und Offenheit nicht wiedergeben.
Vielleicht darf ein Vorschlag nicht unterschla-
gen werden, das solche Treffen zwischen Ver-
tretern der Designschulen künftig immer wieder
s'tattfinden mögen.

Das Ganze war eine Debatte der Fragen, nicht
der Antworten. Allerdings, Fragen können oft
aussagefähiger sein als Antworten. Denn, Fra-
gen zielen auf Verständnis, Antworten sichern
nur Bestand.

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