Deutscher Wille: des Kunstwarts — 30,1.1916

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ten Glaubens allein aus dem Gebiete der Illustration ein ganzes Buch
füllen kann, ach, so soll man's doch ja! Vorläufig bereite ich eine Samm-
lung vor, die einige Hundert solcher Bilder aus den Blättern der
Entente zeigt. Genügen auch sie den tzerren drüben noch nicht, so
lassen sie sich mit Leichtigkeit zunächst auf ein Tausend aufrunden.

Weder ich, der ich mich mit diesen Dingen jetzt immerhin viel be-
schäftige, noch einer, der mir Stoff sammeln hilft, noch, was mehr besagt,
das von allen Grenzen her uns spähend überwachende feindlich gesinnte
Ausland hat aus deutschen Blättern eine Sammlung von Bilderschwindek
aufgebracht, die sich zu der unsrigen aus Feindesland anders verhielte
als ein Gramm gegenüber dem Pfunde. Aber Gramm- und Pfundgewicht
können wenigstens aus gleichem Stosfe sein. Plagiate und Verleum-
dungen sind nicht aus gleichem Stoff. Nochmals: wo sind die deut-
schen Urkundenfälschungen zum Zwecke der Verleum-
dung, die den durch tzunderte von Blättern in ungezählten Millioneu
von Abzügen verbrerteten französischen und englischen verleumderischen
Ilrkunden-Fälschungen entsprechen?

Es ist eine Tatsache: sie fehlen.

Daß sie auch weiter in Deutschland unmöglich bleiben, dafür wolleu
wir alle sorgen. Als ich öffentlich bat: wer von einer deutschen
Bilderlüge weiß, der sende mir die Belege dafür, damit wir den tzerrn
anprangern können, entstand bei manchen Lesern eine Anruhe: sollte
wirklich schon Brunnenvergiftung im Lande sein? Noch ist keine drin.
Wenn sich aber irgendwo ein Versuch solcher Art zeigen sollte, so wäre
der öffentliche tzinweis darauf unbedingt geboten. Wer die Art der
Entente-Bilderverleumdung auch bei uns aufbrächte, wäre ein Verderber
des eigenen Volkes und, da er dem Feind Waffen lieferte, ein Vaterlands-
verräter obendrein. A

Militärgrenze und Militärverwaltung

^^ie Geschichte ist die Lehrerin der Menschheit:

(-M^Anser gewaltiger Kampf gegen Rußland hat große Ahnlichkeit mit
^»^den Türkenkämpfen in den früheren Iahrhunderten. Damals wie
jetzt handelte es sich nicht nur um die Verteidigung Österreichs und
Deutschlands, sondern auch um den Schutz westlicher Kultur gegen die
Barbarei des Ostens. Damals wie jetzt war der Feind zahlreich und
mächtig genug, um uns unausgesetzt zu beunruhigen, und zwar nicht
nur durch seine tzeere, sondern auch durch Verbindung mit unzufriedenen
revolutionären Elementen. Wie die Türken damals oft im Einverständnis
mit Frankreich gegen uns losschlugen, so taten das ja später die Russen.
Anter diesen Amständen ist es nicht uninteressant zu betrachten, wie das
habsburgische Kaiserhaus in früherer Zeit seine Länder mit Lrfolg schützte.

Seit der Ausbreitung der Türken über die Balkanhalbinsel wurden
die ungarischen und österreichischen Länder von ihren tzeeren und Raub-
scharen unausgesetzt bedrängt. Einfälle in die Grenzgebiete hörten fast
nie auf und von Zeit zu Zeit kam es zu überaus blutigen Kriegen. König
Ludwig von Böhmen-Angarn, der nur ein Schattenkönig war und von
seinen Großen mißachtet wurde, konnte nichts für den Schutz Angarns
tun und übertrug daher die Verteidigung seiner Grenzen ^22 dem Erz-

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