Deutscher Wille: des Kunstwarts — 30,4.1917

Seite: 195
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sätzen, die wir von ihm während
der Kriegszeit veröffentlichten. Wir
waren ihm noch zu einem besonde«
ren Dank verpflichtet: seit er in
nähere Verbindung mit uns getre«
ten war, fühlte er sich getrieben,
nicht nur gelegentlich Aufsätze ein«
zuschicken, sondern unser Blatt mit
kritischer Teilnahme zu lesen. Man«
cher lange und fruchtbringende Brief,
voll von Anregungen für unser Tun
und von Kritik daran, fand in diesen
Iahren seinen Weg von Neisse nach
Blasewitz. So schwer dem Hochbe-
tagten das Schreiben mit der Hand
wurde, von dieser tätigen Teilnahme
ließ er bis zuletzt nicht ab. Wir
danken ihm viel. Das Gedächtnis
seiner wird so bald nicht verblassem
Gestorben ist auchBauratIulius
Gräbner, ein alter Freund unsres
Blattes und des Dürerbundes, des«
sen Gesamtvorstand er angehörte.
Weit über den engeren Kreis seiner

Wahlheimat Dresden hinaus hat er
als Baumeister die „neue Zeit^,
welche das Protzen- und Schwind«
lertum der achtziger und neunziger
Iahre überwand, tätig durch Werk
und Wort mit heraufgeführt. Aus
neuer künstlerischer Arbeit wurde er
nun, in Konstantinopel, im Alter
von noch nicht sechzig Iahren her-
ausgerissen. Auch mit ihm verlie-
ren wir einen teilnahmevollen
Kampf« und Bundesgenossen. K.-L.

Lebensgestaltung

ir finden Dinge im Rniversum,
die uns nicht gefallen; aber man
muß wissen, daß die Welt nicht für
uns allein geschaffen ist. Dennoch
ist sie für uns geschaffen, wenn wir
weise sind: sie wird sich uns anpas-
sen, wenn wir uns ihr anpas'sen, und
wir werden in ihr glücklich sein, wenn
wir es sein wollen. Leibniz

Unsre Bilder und Noten

ie diesmaligen Bilder sollen zur Erläuterung und Veranschaulichung
des Aufsatzes über Siebenbürgen dienen. Sie sind zumeist
nach Photographien angefertigt, die Emil Sigerus (Hermann-
stadt) aufgenommen hat. Da sehen wir das schöne Land mit seinen trotzi-
gen Kirchenburgen, dann das siebenbürgische Volk im Sonntagsstaat, wie
es sich zum Kirchgang anschickt, wir tun Einblicke in den behäbigen Wohl-
stand dieser sächsischen Bauernstuben (man beachte die schön gebrannten
Kacheln, die Farbenfreude an den bunten Truhen, Tellern und Krügen),
und wir sehen die Schätze des tzausfrauenfleißes in Paradebettstücken und
ornamentalen Stickereien vor uns. Manche Gesichter auf den Bildern
muten an, als seien sie gute Verwandte von altbekannten Gestalten aus
Ludwig Richterscher Werkstatt.

Die Kopfleiste ist wieder eines der Kalenderbilder von Fritz Boehle,
das wir mit Genehmigung der Herren E. Klotz, Fr. Kurz und Th. Schäfer
wiedergeben.

iegfried Karg Elert, einer der bedeutendsten und erfolgreichsten
Harmoniumkomponisten der Gegenwart, hat außer einer sehr stattlichen
Reihe von Anterrichts- und Vortragsstücken aller Art instrumentale und
vokale Werke für tzarmonium bearbeitet. Zu den letzteren zählen die im
Verlag von C. F. Kahnt in Leipzig erschienenen Lieder von Franz Liszt.
Iwei davon — Der Fischerknabe, Die Lorelei — richtete Karg Elert für
Kunstharmonium, weitere für das „Normalharmoniurn^ ein. Anter ihnen
ist das aus dem Konzertsaal bekannte, poesievolle „Der du von dem Himmel
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