Deutscher Wille: des Kunstwarts — 31,1.1917

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Solche Treffen finden wenn irgend
möglich im Freien stcrtt an einer
schönen Stelle, von der aus man
einen feinen Blick hat. Oft werden
gemeinsame Fahrten (Wanderun-
gen) veranstaltet, zuweilen heitere
Wettkämpfe zwischen den verschie-
denen TruMengattungen ausgefoch-
ten. Größere Zusammenkünfte, so-
genannte Feldgautage, sind schon
mehrere zustande gekommen, wenn
auch der Kriegsgott die Mehrzahl bis
jetzt hat ins Wasser fallen lassen. Vor
Verdun, in Noyon, in Lille, an der
Maas, in Flandern, in den Karpa-
then, in Mitau waren solche Gau-
tage. Pfingsten fand in Brüssel ein
Treffen mit den Wandervogelgrup-
pen der dortigen und Antwerpener
Deutschen Schule statt, das (20 Sol-
daten und Mädchen zu fröhlichem
Feste vereinte. Die Sonnwende
beging man bei Antwerpen. —
An einigen Orten hat man sogar
eigne Heime (Nester), die mit guten
Büchern und schönen Bildern behag-
lich eingerichtet sind. — Geschrie-
bene, vervielfältigte und gedruckte
Rundbriefe vermitteln stellenweise
den Zusammenhang. Der Osten und
Westen haben sogar je einen all-
umfassenden gedruckten Rundbrief,
der regelmäßig erscheint.

All diese Bestrebungen dienen

nicht dazu, die Wandervögel und
Freideutschen abzusondern, sondern
sie sollen dazu beitragen, ihnen ihre
Eigenart zu erchalten, ihnen das
Rückgrat zu stärken. Wir sind über-
zeugt, daß wir damit auf dem rich-
tigen Wege sind. Nach dem Kriege
gilt es, „die vorübergehend geräum-
ten Stellungen wieder zu erobern",
— dafür müssen auch wir die Kämp-
fer sammeln und die Waffen schär-
fen. W. Fischer

Kleine Ergänzungen und
Berichtigungen

Zu dem Aufsatze über „Sieben-
bürgen" (K. W. XXX, (. September-
heft): Die erläuternden Bilder sind
nicht von Emil Sigerus aufgenom-
men, sondern stammen nur aus sei-
ner Photographiensammlung.

In dieser Zeit Gewog'

^r err, in dieser Zeit Gewog',
vDa die Stürme rastlos schnauben,
Wahr', o wahre mir den Glauben,
Der noch nimmer mich betrog.

Daß, ob wir nur Einsturz schaun,
Trümmer, schwarzgeraucht vom

Brande,

Doch schon leise durch die Lande
Waltet ein geheimes Baun.

E. Geibel

Rnsre Bilder und Noten

^m^er Geist, der in den Bilderbeilagen dieses Heftes lebt, umschwebt
>-H^das Ergreifendste, was unser Blatt seit lange seinen Freunden
bieten konnte, die Auszüge ^aus den Feldpostbriefen eines deut-
schen Knaben". Viel über die Bilder zu schreiben gehört sich, scheint uns,
ebenso wenig, wie sich viel Glossen über jenes menschliche Zeugnis ge°
ziemen würden. Willo Ralls ^Schützengraben" spricht vom un°
mittelbaren Erlebnis, Walter Rehns ^Aus meinem Land" erzählt
von Sehnsucht.

Kopf- und Schlußstück des Heftes, von Fritz Philipp Schmidt,
sind wieder aus Avenarius' „Hausbuch deutscher Lyrik".

^ie Stellung, welche Froberger in der Entwicklung des deutschen Klavier-
-^stiles einnimmt, beansprucht der Nürnberger Organist I. Pachelbel
für die Vervollkommnung des Orgelstiles vor I. S. Bach. Ein wie scharf

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