Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 5.1888

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(^UUIU ju83u ille Dci centum lubricuvcrut UUUI8.
Demum po8t mu1to3 vetere8 louZo Limine kutres
Urotopur6Q8 ^cluin 86guitur cum Urotopurcnte
Dva, c^uue u Domino luit ip8o clictu Viru^o.
()uicl 8upere8t? ^emini ecce! viri po8t iUu 8uper8unt;
Dt gui 8unt i8ti? c^uinum i8ti in V68tidu8 uldi8?
Dliam ac Duo 3 for8un gui8 cliceret e38e,
bU 8ciret coelo Dmp^reo non6um 6886 rccepto8,
Dtpote ci6functo3 N6c6um. t)uae 86ntio, clicum.
IIIo8 crcllo Viro3 I103 6886 in ve3tidu8 u1di8
()ui P08t ^8c6n8um Domini 8ut> rup6 8t6t6r6 (^ct. I V. io)
Dixeruutgue viri8 OuliIuei8 (nunc guogue nodi8)
()uict 8 tut! 3 coeio8 i§nuvi bic ^8picient63?
lut rar 6 ^u§u8tain potiu8 cont6ncüt6 portam.
l^luttb. 7, V. iz. (Fortsetzung folgt.)

Nklenstücke zur Vorgeschichte der Säkularisation.
Mitgeteilt von Amtsrichter a. D. P. Beck.
Air einer ausführlichen Geschichte der infolge des Lüne-
viller Friedens und durch den Reichödeputationshanptfchlnß
vom 25. Februar 1803 durchgeführten großen Säkularisation
der geistlichen Erz- und Hochstifte, Abteien rc. fehlt es leider
immer noch; und es wird, wie schon der hochverdiente Kirchen-
historiker Or. P. Gams (in der Vorrede zum ersten Bande
seiner „Geschichte der Kirche Christi im 19. Jahrhundert")
klagt, jeden Tag schwieriger, ja vielleicht schon nicht mehr
möglich (?) sein, eine solche zu schreiben, da die Zeugen jener
Tage der großen Zerstörung der Kirche bereits alle in das
Grab gesunken sind. Dennoch wäre einmal eine quellen-
mäßige und objektive Darstellung dieser Leidensperiode der
Kirche sehr an der Zeit und ein wahres Bedürfnis; man
kann ohne sie weder Vergangenheit, noch Gegenwart, noch Zu-
kunft der Kirche richtig verstehen. Wir wollen die großen
Schwierigkeiten, die sich der Herausgabe eines solchen Werkes
entgegenstellen, durchaus nicht verkennen; einmal sind, wie
oben gesagt, die lebenden Zeugen dieser großen Katastrophe
nunmehr längst dahingegangen und haben vieles, das meiste,
was sie als berufene teskes über dieselbe zu sagen wußten,
mit sich ins Grab genommen, ohne viel davon der Nachwelt
überliefert zu haben. Das, was sich über die Mediatisation
in einzelnen Klostermonographien gedruckt findet, ist meist sehr-
nahe beisammen; die Mehrzahl dieser Schriften geht gerade
an dieser kritischen Zeit wenn nicht vorüber, so doch kurz über
dieselbe, vielleicht aus gewissen Rücksichten, hinweg. Das ur-
kundliche und Akten-Material, ans das man hienach mehr
oder weniger angewiesen ist, ist, wenn überhaupt noch alles
vorhanden, gerade über diese letzte, wenn auch noch gar nicht
so entlegene Periode der geistlichen Anstalten rc. vielfach zer-
streut und ungeordnet, und nicht so leicht beisammen zu finden
und zusammenzubringen; auch hat man sich daraus gefaßt zu
machen, daß eine solche Publikation da und dort nicht gern
gesehen und somit jedenfalls nicht gefördert wird. Der In-
angriffnahme eines solchen Werkes, welches nicht ohne ent-
sprechende wissenschaftliche und auch materielle Unterstützung
geschaffen werden könnte, hätte natürlich die Herstellung eines
möglichst genauen Planes und einer Disposition voranzngehen
und wäre'der Stoff nach der jetzigen politischen Einteilung
bezw. nach den dermaligen Bistümern zu verteilen. Einst-
weilen sollte aber wenigstens dieses Material, soweit man dessen
habhaft werden kann, zusammengetragen, gesammelt und zur
dereinstigen Verwertung bereit gestellt werden. Dabei hätte
man sich nicht einzig und alleinan die große Säkularisation,
wenn sie auch selbstredend die Hauptsache bildet, zu halten,
sondern auch ans die Vorbewegungen derselben zurückzugehen.
Bekanntlich stand ja die Verweltlichung der geistlichen Stifte, I

welcher zu Beginn der Reformation die protestantischen Fürsten
gleich praktische Folgen gaben, schon einige Jahrhunderte
früher auf dem Programm der von dem Baueruparlament zu
Heilbrouu im Jahre 1525 neu entworfenen Neichsverfassuug
— bildet ja doch das „Teilen" die Kehrseite fast jeder Re-
volution und wird jede Umwälzung unter diesem Gesichtspunkt
von den „unteren Hunderttausend" tatsächlich anfgesaßt.
Und — noch kürzeren Prozeß machte man im dreißigjährigen
Kriege, in welchem viele Gotteshäuser kurzweg und ohne viel
Umstände an schwedische Heerführer, wie z. B. Wiblingen an
den General Joachim Wizlaff, Ochsenhausen und Marchthal
an den Grafen Eberhard von Hohenlohe, Roth an den Oberst-
wachtmeister Konrad Zorn v. Bulach, Zwiefalteu an den
Herzog Johann Friedrich von Württemberg, Schnssenried an
den General v. Degenfeld n. s. w. als Dotationen verschenkt
wurden. Und nach dem Ende des „30jährigen Elends" gab
die Restitutionsfrage im eigenen Lager Anlaß genug zu Zank
uud Hader! Das darauffolgeude 18. Jahrhundert, welches
mau auch das „philosophische" uenut, überbot an Feindseligkeit
gegen das Klosterwesen alle seine Vorgänger; immer näher
und näher kam die große Katastrophe heran und als unmittel-
barer Vorbote derselben stellte sich der einstweilen gegen „die
Kleinen" losgelassene josephinische Kloster-sturm, die sog. „kleine
Säkularisation" ein, von welcher in Oberschwaben z. B. das
Augustinerchorherrnstift zu St. Peter in Waldsee und das
Paulinereremitenkloster Langnau (im Jahr 1786) in der Graf-
schaft Montfort betroffen wurden und über welche wir eine
verhältnismäßig reichere Litteratnr besitzen wie über die nach-
folgende allgemeine Klosteranshebung. Das Säknlarisations-
projekt war mit dem Ausbruche der Kriege Preußens gegen
Oesterreich vom Jahre 1741 an aufs neue aufgetancht und
geben wir als weiteren Beitrag zur Säkularisations-
geschichte nachfolgend einen Teil der hierüber im Jahr 1744
zwischen dem Erzbischof von Salzburg als Fürstprimas von
Deutschland mit dem Kurfürsten von Mainz und von den
Fürstbischöfen zu Bamberg und Würzburg mit den Kurfürsten
von Mainz und Trier geführten Korrespondenz:
I. Schreiben an Ihre Kurfürstlichen Gnaden zu Mainz
vom Erzbischof und Fürsten zu Salzburg, das Säkulari-
satiouswesen betreffend, 6. 6. 6. Februar 1744.
k. U. Ew. Liebden möge keineswegs verborgen seyn, jene GOtt-
nnd Gewissens-lose auf die Verwandelnng geistlicher Ertz- nnd Stiffter
in weltliche Erb- und Land-Güter und Besitzungen, versolglich auf die
gäntzliche Uinstnrtzung der Reichs-Verfassung abzielend schon im 42.
Jahr auf die Bahn gebrachte Uaci6cation8-?roj6cta, daß Selbe viel-
mehr vollständig berichtiget seyn werden, der au Seite» sicherer l'rotc-
Nautischen Höfe, unter dem scheinbaren Vorwände vermeintlicher Vor-
stellung eines daucrhafsteu Friedens, selbige geltend zu machen, mehren-
theils sich gebend all-erdcnckliche Mühe, dann daß man sich dahin unaus-
gesetzt uud um desto cyfriger bestrebe, jemehr sie das OcNum DcligsiouD
und hierunter anscheinend selbst eigenes luwrctte, dann unzulässiger
Eigennutz anfrischet.
Von so ungerecht-die Göttliche, der Natur und Rechte aller
Völcker zernichten wollender Gesinnung aus das hefftigste gerühret, haben
wir schon damals bey Jhro Päbstlichen Heiligkeit unsere Zuflucht ge-
nommen, und nebst beweglichster Vorstellung andringend allgemeinsamer
Gefahr um deren väterlichen zeitlichen Abwendung allerhöchst Sie an-
gelegentlichst untereinstens gcbethcn.
Das uns hierauf gewordene Päbstliche Antwort-Schreiben und
mildeste Versicherung, denen zu Franckfurth, Paris und zu Wien an-
wesenden Päbstlichen DluutiD unverwcilt gegebene behörige Instruction
an Jhro Kayserl. Majestät, dann auch an des Königs in Franckreich Maje-
stät erlassen nachdrncksamste Dcbortatorien, die von dieser Cron erhaltene
willfährige Antwort, dünn die beygefügte Päbstl. Conwltirnng, ehender
das tVlart)-riuin Mlsstehcn zu »vollen, als dergleichen vcrdammlichcn An-
schlägen jemahls Gehör zu geben, hätte jemehr unser Sorgen-volles
Gemüth beruhigen sollen, »e weniger man Ursache haben mag, an die
bald hernach wiederholten Kayserl. allerhöchsten, Ew. Liebden bereits be-
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