Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 9.1892

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! Württemberg Btt 3.15., im
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! in Oesterreich fl, I, 53 kr,
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von Schwaben
— zugleich Grgau für deutsche Wrchengeschichte —
mit periodischer kirchengeschichtlicher Weltschau.
Regelmäßige Beilage zum Pastoralblatt für die Diözese Rottenburg.

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Mit einem Vereine von Geistlichen und in Verbindung mit Geschichtsgelehrten herauögegeben
von Dp. Engelbert Hvfele, Pfarrer in Ummcndors.
Korrespondenzen wollen gefl. direkt an Or. Engelbert Hofele, Pfarrer in ltnnnendorf b. Biberach, gerichtet werden.

Nr. 3. Stuttgart, den 1. Februar 1892. 9. Jahrgang.
Inhalt: Archivalien des ehemaligen Cistercienier-Nonnenklvsters Baindt bei Weingarten. Geordnet und bearbeitet von Renz in Negensbnrg.
(Fortsetzung.) — Geistliche und weltliche Präsente an Herzog Eberhard den Aeltercn vvn Württemberg Von Amtsrichter a. D. P, Beck.

Nrchrvalien des ichem. Eisterrrrnser-Nvnnrn-
klosters Varndt bei Weingarten.
Geordnet und bearbeitet von Renz in Negensbnrg.
(Fortsetzung.)
1439. März lO. — Hans Rouber, auf dem Hof zu
Fischbach gesessen, verkauft an die Aebtissin und den Konvent
von Baindt, ein Hölzlein bei der Zürcherin Weiher gelegen,
rings an ihrem Holz anstoßend, um einen rheinischen Gulden.
— G. a. Zinstag v. St. Gregorius tag 1439. — S. Hans
Brendlin, Stadtammann zu Markdorf. — Papierkopie i. Kl.
Baindtschen Kopialbuch xm§. 258. 337.
1439. März 13. — Die Brüder Michel Merk und
Hans Merk der Jüngere und Anna Merk, Kinder des Hans
Merk des Alten, bekennen, daß ihnen ans Lebenszeit von
Schenkin Anna, Aebtissin und dem Kloster zu Baindt, dessen
Hof und Gut zu Forste gegen einen jährlichen Zins von
3 Scheffel Veesen, 3 Scheffel Haber, 2 Pfund und 5 Schil-
ling Heller, 50 Eier, 2 Herbsthühner und ein Fastnachthuhn
verliehe,, wurde. Dabei ist noch bestimmt worden, daß die
obengenannten Lehenhubcr das Haus auf dem Hof Borste
ebenfalls neu bauen müssen, wenn ans dem angrenzenden, dem
^.vvpst von Waldsee und seinem Stift gehörigen Lehengut die
lichtesten neu hergestellt werden und daß von dem Zinse
;> Schilling Helle,- abgehe», wenn sie die daselbst liegenden
Klosterwciher beaufsichtigen und in gutem Stand halten. —
G. a. n. fritag p. Sf, Gregorientag 1439. — S. HailS Am-
man, Stadtammann zu Waldsee. — Perg. Orig. m. Ziegel.
338.
1439. März 20. — Klaus Hegenbach verzichtet ans
das bisher von ihm lchenweiö innegehabte Gütlein zu Bergat-
veule, das in die Knstcrci des Frauenaltars zu Baindt gehört.
G. a. frhtag i. d. Vasten n. d. Sonntag, alls man i. d.
hlg. Kirch singet Letarc 1439. — Zeugen: Peter Behem der
alt an der Zyt Kouftnann z„ Bund?, Joß Wagner von Engen-
sZli, Hanß Gürtel und Martin Fungkh von Bergatruti. —
S- Junker Otto Bücher, des Reichs in Schwaben Untervogt.
' Papierkopie im Kl. Baindtschen Kopialbuch 222.
339.
1440. Juli 15. — Ritter Heinrich von Hörningen
übergiebt uni seines, seiner verstorbenen Ehefrau Mechtilde
von Reischach, seines Vaters Ulrich vvn Hörningen und seiner
Mutter Ursula, Schenkin, aller seiner Vorfahren und Nach-

kommen Seelenheils willen, an die Schcnkin Anna, Aebtissin
zu Baindt, den Konvent und das gesamte Gotteshaus, in-
sonderheit aber seiner Schwestertochter Ursula, Truchsessin
von Ningingen, Konventsfrau daselbst, kraft des Briefs die
Vogtei und das Vogtrecht zu Winterbach, von dem mau ihm
jährlich 3 Scheffel Veesen und 3 Scheffel Haber zu geben
verpflichtet ist, ferner die Vogtei und das Vogtrecht zu Wechsets-
weiler, die ebenso viel giebt, nebst 50 Hühner. Er stellt hiebei
folgende Bedingungen, daß nämlich die Genannte, seine Schwe-
stertochter, Truchsessin Ursula von Ningingen, lebenslänglich
die Nutznießung dieser Vogteien haben und solche nach ihrem
Tode an das Kloster fallen sollen, daß für seinen Vater und
seine Mutter und deren Vorfahren ein Jahrtag jährlich auf
Weihnachten in ihrem Kloster gehalten werde und ein eben-
solcher für ihn, Heinrich vvn Hörningen selbst, für seine
selige Ehefrau und ihre Vorfahren und Nachkommen und
daß zur Sicherung der beiden Jahrtage die obenbezeicbncten
Vogteien unter keinen Umständen, auch in der größten Not
nicht, veräußert oder verpfändet werden dürfen; würden die-,
selben jedoch unverschuldet verloren gehen, so sollen die Kloster-
frauen oder ihre Nachfolgerinnen von dem einen Jahrtag ent-
hoben, aber trotzdem an die Abhaltung der jährlichen Seelen-
messen für seinen Vater und seine Mutter für ewige Zeiten
gebunden sein. — G. a. frytag n. st. Margarethen tag 1440.
— S. Heinrich von Hörningen, Ritter; Heinrich von Pflnm-
mern, Bürgermeister von Biberach; Sigmund von Ertingcn,
Bürger und des Rats zu Biberach. — Perg. Orig. Siegel ab.
340.
1440. Aug. 3l. — Zinsbrief des Haintz Schlay zu
Jmmenstad an dem Bodensee gesessen, über ein von der ehe-
maligen (resignierten) Aebtissin Adelheid Abtsreutterin, mit
Wissen und Willen der jetzigen Aebtissin von Baindt, Schenkin
Anna, erhaltenes Kapital °von 23 Pfund Pfennig und davon
zu entrichtenden jährlichen Zins von 1 Pfund Pfennig, ans
und ab seinem Hans und Hofstatt zu Jmmenstad, an Hans
Kochs und Klausen Bosch Häusern gelegen, desgleichen von
seinem Rebgarten daselbst am Sumerberg, an Haintz
Nappenlochs Rebgarten gelegen, „zinset järlich ain halben
aimer Weins boden Zins" und einem Stück Reben am
Kipfenhorn, an Hans Kangö Weingarten gelegen, schuldenfrei.
— Nach der Adelheid Abtsreuterin Ableben geht dieser jähr-
liche ZinS an daS Seelamt und den Tisch des Baindter Kon-
vents "über. — G. a. St. freuen aubent 1340. — S. Junker
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