Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 9.1892

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geschenkt habe und daß als Schiedslente auf seiten der Aebtissiu
md ihres Klosters der geistliche Herr Konrad Bienburg,
w uchtiger; Claus Röchli», Ammann zu Altshausen; Peter
Behen der Aeltere; HanS und Matthias, seine Söhne und
'Michel Suter, derzeit Kaufmann, alle von Baindt; auf ihrer
Seite aber: Konrad Krempsch, der Waibel; Hans Moll nnd
Stil Schmid, alle drei von Haidgau, gestanden sind. — G.
a. fritag v. st. Mathys tag der hlg. zwölffbotte 1449. — S.
.Junker Lutz von Landau, Unterlandvogt in Schwaben und
Hans Krempsch, Ammann zu Wolfegg. — Perg. Orig. m.
2 Siegeln (eing.). 348.
1449. August 1. — Thomas Bendel erklärt, daß ihm,
tsciner Hausfrau Bryden Wäglerin und allen ihren jetzigen
und zukünftigen Kindern von der Aebtissin Wandelburg Wielin
i und dem Konvent von Baindt das Gut zu EhrenSberg gegen
steinen jährlichen Zins von 5 Scheffel Beesen und 4 Scheffel
-Haber, 30 Schilling Pfennig, 100 Eier, 4 Herbsthühner und
-eine Fastuachthennc, zu einem Lehen verliehen worden sei, und
Zwar sollen sie -das Korn und das Geld zwischen St. Martins-
stag und Weihnachten liefern, die Eier aber auf den hlg. Oster-
sabend. Außerdem sind sie auch verpflichtet, mit ihrem Gespann
jährlich eine Fahrt Wein von Markdorf herüber nach Baindt
? zn führen, dem Truchsessen Eberhard von Waldburg alle diesem
.auf genanntem Gut zustehenden Dienstleistungen zu erweisen,
alle Jahre zweimal den Nonne» auf deren Verlangen ihre Aecker
bestellen zu helfen und auf dem Hof zu EhrenSberg innerhalb
eines Jahres ein neues HauS, „das vier gut Kar habe",
zu bauen. Bürgen hiefür sind: Hans Bendel und Claus
' Bendel, genannt „Höllensun". — G. a. fritag n. st. Jacobs
tag, d. hlg. Zwölffbotte» 1449. — S. Junker Lutz von Lan-
Ha», Unterlandvogt in Schwabe». — Perg.' Orig. m. Sieael.
349.
1452. März 9. — Wandelburg Wielin, Aebtissin des
Gotteshauses Baindt beurkundet, daß sie durch den zu Ravens-
burg erfolgten Schiedsspruch Hans Ammanns von St. Chri-
stinen, Rudolf Riegers von Eschach, Hans Hoirat, Anbrechten
Schreiber, Peter Wittern nnd den Ammann aus Weissenau
l bewogen, in einen Streit mit Claus Herrer, genannt Muß-
j hart und seinen Geschwistern wegen ihres GütleinS zu Unter-
theuringcn sich dahin verglichen habe, es möge Claus und
Hans Herrer und Anna ihre Schwester, des Haspels Haus-
en zu Ravensburg und alle ihre Kinder, von ihr das
genannte Baindtsche Klostergütchen zu Untertheuringen, gegen
einen jährlichen, auf St. Martinstag fälligen Zins von 13
^ Schilling oder 12 Schilling nnd zwei Hühner, als Lehen inne-
haben. — G. a. donötag v. st. gregoricn tag 1452. — S.
^Landelburg Wieliu, Aebtissin von Baindt. — Perg. Orig.
A- Siegel (eing.). 350.
1452. März 10. — Claus und Hans Herrer und
Anna ihre Schwester, des Haspels Hausfrau bestätigen den
Ähalt der vorigen Urkunde nach ihrem gesamten Umfange,
st' insbesondere auch die an sie und ihre Kinder erfolgte
^'hensübergabe des Kloster Baindtsche» Gütchens zu Unter-
iheuringen durch die Aebtissiu Wandelbcrg Wielin und den
Konvent von Baindt. — G. a. fritag v. st. gregoricn tag
1452. — S. Abt Johannes von Weissenau. — Perg. Orig.
st>- Sigel (eing.). - 351.
1453. Februar 12. — Heinrich Hcrysen, Bürger-
meister, Hans Brüsch, ehemaliger Bürgermeister, derzeit beide
> Pfleger des Heiliggeist-Spitals zu Pfnllcndorf und Heinrich
^rnstberg, Spitalmeister daselbst verkaufen auf Befehl des

Rats zu Pfullendorf an Gallus Fuchs, Bürger zu Markdorf
und seine Nachkommen ihren dortigen Weingarten, „nämlich
zwölff stuck mit Neban obnen in der Tellen am Probst von
Walscw und Jörgen Metzgern gelegen", von welchen der
Bischof von Konstanz bisher 20 Pfennig Bodcnzins erhoben
und den der genannte Spital auch fernerhin entrichtet, um
50 Pfund Pfennige. — G- a. n. mentag v. d. Sonnentag,
als man in dem ampt d. hlg. meß, Singet Jnvocavit i. d.
vasten 1453. — S. Der Heiliggeist-Spital zu Pfullendorf.
— Perg. Orig. Siegel ab. 352.
1453. Febr. 12. — Jos Oeber, seßhaft zu Workers-
hausen, verkauft an die Aebtissin und den Konvent von Baindt
einen halben Juchert Ackers zu Raderai gelegen, einenhalb an
den Tannberg und anderthalb an des Klosters Baindt Acker
anstoßend, um 2 Pfund Pfennig. — G. uff Mentag v. St.
Valentins tag 1453. -— S. Hans Maiger der Jüngere, Stadt-
ammanu zu Buchorn. — Papierkopie im. Kl. Baindtsche»
Kopialbuch x>u§. 260 secg 353.
1453. April 4. — Hans Brendlin von Megenweiler,
Jorg Rösch der Alte, Hans Buknecht der Aeltere und Peter
Morß, sämtliche Bürger nnd geschworene Nntcrgänger zu
Markdorf, entscheideil in einer Streitsache zwischen Propst
Heinrich Fuchs von Waldsee nnd Konrad Nägelin dem Nette-
ren, Kaspar Biklin, Konrad Gesisnn und Hans Fälwern,
wegen eines von dem Propst errichteten Fahrwegs nach seinem
Weingarten, den jene auch benutzen zu dürfe» beanspruchen,
dahin, daß die genannten vier Bürger nur einen Fußweg bis
all die Marken haben, aber auf dieser Straße nicht fahren
dürfen und daß, falls der Propst den Weg wieder eingehen
lasse, unterhalb den Marksteinen drei Schuh Raum für diesen
Fußsteg von seinem Weingarten abgeben müsse. — G. »ff
Mittwochen i. d. Osterwochen 1453. — S. Claus Brend-
lin, Stadtammann zu Markdorf. — Perg. Orig. m. Siegel.
354.
Das Siegel tu hellbraunem Wachs zeigt im Schilde zwei Klee-
blätter und darüber ein Kreuz. Umschrift unleserlich.
(Fortsetzung folgt.)

Geistliche und weltliche Präsente an Herzog
Eberhard den Weiteren von Württemberg.
Vom Amtsrichter a. D. P. Beck.
Anläßlich der Erhebung des Grafen Eberhard des Nette-
ren zur erblichen Herzogswürde, geschehen im Jahre 1495
auf dem Reichstag zu Worms durch Kaiser Maximilian 1.,
wurden demselben nach einem alten Verzeichnis, welches indes
nicht vollständig zu sein scheint, folgende Geschenke von Klöster»,
geistlichen Anstalteil, Priestern und Laien dargebracht:
Abt Simon Leng enberg er von Ochse »Hausen
verehrte noch zu Worms „ein vcrguldten verdeckten Trink-
becher"; Abt Georg von Zwiefalten schenkte 100 fl.; der
Abt von Elch in gen „ein vergüldte verdeckte bollcte Scheuer,
nfs dem Lid ein nackets Kindlin"; der Abt von Blau-
beuren „ein zwyfache vergüldte Scheur, ist uf dem ainen
Lid geponsoniret"; der Abt von Wiblingen „zween ver-
güldt unverdeckte Becher nfs schlechten Füßen"; der Abt von
Lo rck „ein zwyfache, bvllete Scheuren vcrguldt, oben uff dem
Lid ein Brezet"; der Abt von H irsan „ein silberine Kannten,
hat nfs dem Lid ein Hirß"; der Abt.von Alpirsbach
„ein silbern, verdeckten Becher, gesteint, in der Form als ein
! Glas, uff dem Lid Sct. Benedikt vergüldt" (bis hieher sämt-
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