Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 9.1892

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von Schwaben
— zugleich Grgau für deutsche Aircheugeschichte —
mit periodischer kirchengeschichtlicher Weltschau.
Regelmäßige Beilage zum Pastoralblatt sür die Diözese Nottenburg.

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Mit einem Vereine von Geistlichen und in Verbindung mit Geschichtögelehrten herausgegeben
von Ov. EngLlbrrk Hofele, Pfarrer in Ummendorf.
Korrespondenzen wollen gefl. direkt an Or. Engelbert Hofelc. Psarrer in Ummcudors b. Biberach, gerichtet werden.

Nr. 13. Stuttgart, den 1. Juli 1892. 9. Jahrgang.
Inhalt: Zur Geschichte des Klettgaucs. (Ans dem Nachlaß des rastlosen Lokalgeschichtsforschers Pfarrer Joh. Ev. Schüttle in Seckirch.) — Die
Gottesackcrkirchc Aggenhansen. — Miszellen. Das Krnmbacher Bad — ein Beitrag znr schwnb. Balneologie von P. Beck. — Berichtigung.

Zur Geschichte des Nlettgaues.
(Ans dem Nachlaß des rastlosen Lvkalgeschichtsforschcrs Pfarrer
Joh. Ev. Schüttle in Scekirch.)
(Fortsetzung.)
Zur Herrschaft Blnmegg
gehörte auch Blumenfeld, welches von denen v. Blum-
cgg gegründet worden zu sein scheint und von diesem Städtchen
erhielt die ganze Herrschaft den Namen. Wir finden sie später
in Händen der Herren v. Klingenbcrg, von welchen sie u. 1463
an die Herren v. Bodmann und v. Jnngingen, vorbehaltlich des
Wiederlösungsrechts, verkauft wurde. Der Verkauf scheint
darum geschehe» zu sein, weil die verbündeten schwäbischen
Städte und die am Bodensee u. 1441 Blnmenfeld cinnahmen,
plünderten und verbrannten, auch die Umgegend brandschatzten,
so daß die Einwohner ziemlich verarmten, u. 1488 löste jedoch
die Familie v. Klingenberg die Herrschaft wieder aus und ver-
kaufte sie um dieselbe Summe an den deutschen Orden, bei
dem sie bis zum Anfalle an Baden verblieb. Gen.-Lexik.
S. 138/39. Die von Blumegg gehörten zu den vorder-
österreichischen Ständen nach Freiburg und hatten Zins dort-
hin zu geben, u. 1526 am weißen Sonntag war Kaspar von
Blnmegg in Villingen bei der Transaktion mit den Bauern.
II, 323.
Diese Edlen waren auch Wohlthater des Klosters
Günthersthal. II, 78.
Nach einigen Nachrichten gehörten sie dem Stamm der
edlen Herren v. Schnewelin an, die schon n. 1070 in 14 Zweige
ausgcbrcitet waren, unter denen die von Blnmegg zu den ange-
seheneren gehörten. Im 16. Jahrhundert sind bekannt Diet-
rich, Melchior, Balthasar/Rudolph, Kaspar. II, 332.
Die Herren v. Friedin gen.
Die Burg liegt ans einem ans Konglomeraten bestehenden
Bcrgkegel und bietet eine herrliche Aussicht dar. Sie war
u. 1849 noch ziemlich gut erhalten, ans Kieseln erbaut und
der Graben um dieselbe dient izt zu einem Gärtchen. Die
Burg stand schon u. 914 und hat Kaiser Konrad I hier den
aufrührerischen Erchanger zuerst einsperren lassen.
Diese Familie, war mit der gleichnamigen württcmbcr- ^
gischen verwandt.
Nach sicheren Nachrichten ist der erste — Hermann
h- Friedingen, welcher Bischof von Konstanz wurde und 1191
starb. Ein früherer Ulrich v. Friedingen war ebenfalls Bi-

schof von Konstanz. Rudolph v. Friedingen kaufte u. 1415
Kommingen von Götz v. Randenburg und Wilhelm v. Frie-
dingen erscheint u. 1455 als Herr v. Hohenkrähe». Wegen
einiger Leibeigenen und Gerechtsamen in Mühlhausen bekam
dieser Wilhelm v. Friedingen Streit mit Grafen Eberhard von
Wirtemberg. n. 1460 kam es zu einem Vergleich, aber Wil-
helms Söhne hielten den Vertrag nicht, fielen in Mühlhausen
ein und verbrannten es, begingen auch in anderen Orten
Gewaltthätigkeiten, worauf Graf Eberhard im November 1497
den Herren v. Friedingen einen Absagebrief zusandte, Hohen-
krähen gewann, aber unter Bedingungen wieder abzog. Erz-
herzog Sigmund suchte vergebens zu vermitteln. Er gewann
u. 1480 Mägdeberg und brachte einen Waffenstillstand zu-
wege, worauf endlich u. 1481 auf dem Reichstag zu Nürn-
berg ein Vergleich eingeleitet und am 28. Oktober 1484 be-
endigt wurde. Im Jahre 1512 war ein Herr v. Friedingen
ans Hohcnkrähen, welches, wie auch bald darauf Friedingen,
von Georg v. Frondsberg belagert und zerstört wurde. Jedoch
hatte Friedingen schon n. 1499 durch die Eidgenossenschaft sehr
gelitten. Als Hans v. Friedingen u. 1546 starb und keine
männliche Erben hinterließ, kam die Burg an die Herren
v. Bodmann, welche sie im Jahre 1539? nebst dem Pfarrsatze
an die Stadt Nadolphszell verkauften. Gen.-Lcxik., S. 419.
Die Herren v. Schwarzenberg.
Schwarzenberg besteht nur ans einigen zerstreuten Häusern
und gehört in die Pfarrei Waldkirch. Hier stand einst ein
Schloß, von welchem sich ein adeliges Geschlecht schrieb und
die Herrschaft den Namen „Schwarzenberg" erhalten hatte.
Die Nuinen von diesem Schlosse sind noch zu sehen in der
Nähe von Waldkirch. Zur Herrschaft gehörten die Orte:
Heuweiler, Katzenmoos, Ohrenbach, Oberglotterthal, Siegelan,
Siensbach, Stahlhof, Snggcnthal, Unterglvtterthal nnd Unter-
ehach.
Früher gehörte dieser Familie anch das Schloß Weyger
mit dem Orte Buchholz. Diese Güter kamen aber im Lause
der Zeit an verschiedene adelige Familien. Buchholz ward
deuts'chordensch nnd bekam denselben später Jakob Christoph
Helbling v. Hirzfeld, Pfarrer in Freibnrg, Professor der Theo-
logie, österreichischer Rat, als Lehen und nach seinem Tode
sein Schwcstersohn Franz Anton Beyer, Rat w. und sofort
sein Sohn Joseph Anton, dessen Großvater Johann Kaspar
Helbling v. Hirzfeld 30 Jahre lang lVleü. Professor in Frei-
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