Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 9.1892

Page: 61
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von Schwaben
— zugleich Grguu für deutsche Lrircheugeschichte —
mit periodischer kirchengeschichtlicher Weltschau.
Regelmäßige Beilage zum Pastoralblatt für die Diözese Nottenburg.



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Mit einem Vereine von Geistlichen und in Verbindung mit Geschichtsgelehrten herausgegeben
von 0v. Engelbert Hofele, Pfarrer in Ummendorf.
Korrespondenzen wollen gefl. direkt an vr. Engelbert Hofele, Pfarrer in Ummendors b. Biberach, gerichtet werden.

. 16.

Stuttgart, den 15. August 1892.

9. Jahrgang-

Inhalt: Zur Geschichte des Klettganes. (Aus dem Nachlaß des rastlosen Lokalgeschichtsforschcrs Pfarrer Joh. Ev. Schöttle in Seekirch.) (Fort-
setzung) — Die Berufung der Jesuiten nach Konstanz. Von v. Benvenut Stetigele in Wiirzburg. — Miszellen. — Beilage: Ein ur-
wüchsiges und seltenes altes Buch über das hl. Blut zu Weingarten. (Schluß.) — Miszellen.

Zur Geschichte des Rlettgsues.
(Ans dein Nachlaß des rastlosen Lokalgeschichtssorschers Pfarrer
Joh. Ev. Schöttle in Seekirch.)
(Fortsetzung.)
Die Herren von Küßaberg,
Schloß im Klettgau, auf den Grundmauren eines römi-
schen Wartthnrms erbaut, hatte seinen eignen Adel. Heinrich
v. K. erscheint n. 1141 und seine Nachkomme» gelangten
öfters zu hohen Ehren. Werner wurde n. 1170 Abt von
St. Blasien und ch 1174. n. 1168, 15. März, ist Heinrich
v. Chnßenberg Zeug, als Abt Berthold von Stein einen
Zins im Breisgau an St. Blasien giebt. III, 98. Heinrichs
Tochter vermählte sich mit dem Grafen v. Lupfen und sein
gleichnamiger Sohn hatte eine Schwester Rudolphs v. Habs-
burg zur Gemahlin. Fünf Jahre vor seinem Tode ver-
äußerte er Küßaberg an den Bischof von Konstanz. Als er
aber starb, entstund ein Streit zwischen dem Bischof und dem
Grafen v. Lupfen, der aber durch Vergleich gütlich beigelegt
wurde.
Heinrich v. Klingenberg, der zweite Nachfolger Bischofs
Eberhard, verpfändete K. an seinen Bruder Ulrich, der sie n.
1299 an Walther v. Kastell veräußerte.
Inzwischen finden wir noch folgende Knssaberger.
a. 1228 war eine Tochter Grafen Alberts v. Habsburg an
Grafen Heinrich v. Küßaberg und nach dessen Tode an Otto
v. Ochscnstein verehelicht. III, 133. Von ihr also stammen
die Herren v. Ochsenste,in und Straßberg her. II, 23.
3. 1247 giebt Ritter Gerung, genannt Strngel, durch die
Hand Heinrichs v. Küßaberg und LuitoldS v. NegenSberg ein
Gut Lochringen an St. Blasien. II, 52.
n. 1228 waren Heinrich und Ulrich v. Küßaberg Zeugen
bei Grafen Rudolph v. Habsburg, als er dem Abte in Kapell
sein Gut in Barro übergab Hill, 133), und n. 1240, 26. De-
zember, Zeuge, als Ulrich v. Klingenberg an St. Blasien das
Bürgerrecht in Klingnan verleiht. III, 144. Ungefähr
2. 1251 hat Bischof Heinrich von Konstanz das Schloß Küßa-
derg wieder ganz neu anfgebaut. II, 36. Der Bischof hatte
uämlich schon früher die Burg Küßaberg mit der Umgebung
des Berges dem ViStnm Konstanz cinvcrleibt. I, 153.
Ul. Urkd.
n. 1251, 13. März, ist Heinrich v. Küßaberg Zeuge im

Traktat zwischen Bischof Eberhard von Konstanz und Grafen
Heinrich v. Lupfe». Dieser Heinrich war der letzte seines
Stammes und starb ohne Kinder. III, 152. Da seine Ge-
mahlin eine Schwester Heinrichs v. Lupfen war, so machte
letzterer Ansprüche auf Küßaberg. Das weitere siehe bei
Artikel Lupfen.
Von Bischof Rudolph wurde Küßaberg wieder eingelöst,
n. 1402 aber wieder an die Stadt Schafhansen verpfändet.
Später kam Küßaberg in die Hände des Ulrich Thüring
v. Brandis, der das Schloß n. 1408 an seinen Bruder Wolf-
hard abtrat. Nachdem es wieder Ungelöst worden, wohnte
der abgedankte Bischof Albrecht Blarer v. Wartensee darin,
g. 1497 ging Küßaberg an das Haus Sulz über. Im
Schweizerkrieg siel Küßaberg nach einer kurzen Belagerung
in die Hände der Schweizer, kam aber durch den Baseler
Frieden wieder an den Grafen, worauf das Schloß aufs beste
befestigt wurde. Später ward Graf Wolf-Hermann von den
aufrührerischen Bauern eine Zeit lang in Küßaberg belagert,
bis ihm sein Bruder, Graf Rudolph, zu Hilfe kam und die
Bauern Vertrieb. Es wurde nun Küßaberg noch viel mehr
befestiget; als aber der Schwedenkrieg ausbrach, fiel es bald
an diese bald an jene Partei, bis a. 1634 Franz Horn an-
rückte, worauf die schwache Besatzung die Veste verbrannte
und abzog. Seither liegt sie in Ruinen. Gen.-Lep. S. 688—89.
Das Schloß Land eck.
Das Dorf Landeck, Pfarrei Köndringcn, Amts Emmen-
dingen , gehörte der Familie Schnewlin v. Landeck, welche
n. 1314 vom Markgrafen Heinrich v. Hochberg die Erlanbniß
erhielt, das Schloß zu bauen.
Sigmund Stoffel v. Landeck leitet seinen Stamm ab von
denen v. Falkenstcin. David und Friedrich v. Landeck waren
aus dem Geschlechte der edlen Schnewlier ans Freiburg.
III, 332. Uebrigens sind die v. -Falkenstcin wahrscheinlich
eine der vielen Aeste des Schuewleschen Stammes.
n. 1370 schrieb sich Ludwig v. Landeck auch v. Bolsch-
weiler. Diese Herren v. Landeck breiteten ihre Herrschaft
hauptsächlich im Schwarzwald aus. n. 1468, 30. September
wurde Johannes v. Landeck mit anderen anfgcfordert, die
Waldstädtc gegen die Schweizer schützen zu Helsen. II, 229.
n. 1520 kam Landeck durch Kauf an den Markgrafen Ernst
v. Baden-Durlach, nachdem David v. Landeck einen heftigen
Streik mit diesem Markgrafen wegen Köndringcn und Landeck
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