Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 9.1892

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Regelmäßige Beilage zum Paftoralblatt für die Diözese Nottenburg.


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Mit einem Vereine von Geistlichen und in Verbindung mit Geschichtsgelehrten heransgeg'eben
von Du. Engelbert Hofele, Pfarrer in Ummendorf.
Korrespandenzen wollen gcfl. direkt an Or. Engelbert Hofele, Pfarrer in U»nnendorf b. Biberach, gerichtet werden.

Nu. 23. Stuttgart, den 1. Dezember 1892. 9. Jahrgang.
Inhalt: Die Neichsschenken von Schmalegq-Wintcrstetten. Von Renz-Regensburg. (Fortsetzung.) — Zur Geschichte des Klettgaues. (Aus dem
Nachlaß deS rastlosen LokalgeschichtsforscherS Pfarrer Joh. Ev. Schöttle in 'Scekirch.) Fortsetzung. — Biiszellen.

Die Neichsschenken von Schmalrgg-Winter-
stetten.
Von Renz-Regensbnrg.
(Fortsetzung.)
Zwei damals bereits erwachsene Töchter Konrads II. von
Schmalegg weilten während obigen Vcrkanfsabschlnsses des
Dorfes Torkenweiler (villn Oorcjjuilare) an Weissenau gerade
vom Vaterhause ferne, und zwar hielt sich die eine davon,
Engelburg, die nachherige Gattin des Reichskämmerers Hein-
rich von Bienburg und damit Stammmutter der späteren
Scheuten von Bieuburg, in Pfnllendors bei Pleban Ulrich
von Noggenbeuren auf, wohin die Weisfenaner Mönche Reli-
quien verbrachten und hiebei genannte Engelbnrg um ihr aus-
drückliches Einverständnis zu besagtem Verkaufe bezw. der
Verpfändung baten, was auch geschah.") An die andere
Tochter Gnta (wohl so nach ihrer Großmutter Guta in
Winterstetten genannt), welche sich schon zu jener Zeit mit
Ritter Sigfried von Mindelberg verlobt hatte und zur Er-
lernung und Ausbildung im Harfenspiel im Angnstinerchor-
herrenstift Raitenbuch (jetzt daher. Landgerichts Schongan) sich
befand, schickte ihr Vaier durch dorthin ebenfalls Reliquien
bringende Ordensgeistliche von Weissenau ein Schreiben, in
welchem er sie anfforderte, auch ihre schriftliche Einwilligung
zu erteilen. Diesem Wunsche ihres Vaters willfuhr Guta von
Schmalegg feierlich in Gegenwart des Propstes Witego und
des gesamten Konvents von Raitenbuch am 25. April 1241.")
In letzterem Jahre treffen wir Konrad von Schmalegg
bald da, bald dort, so auf der Feste Achalm,") wo er die
Kcbergabe einer Mühle in Marbach an das Kloster Weissenau
durch Schwigger von Gundelfingen, desgleichen am 17. Juni
1241 in Baindt") den Tanschvertrag zwischen Schenk Kon-
rad von Winterstcttcn und Abt Hugo und Konvent von Wein-
garten über Güter, die jener zur Dotation der Abtei Baindt
verwendete, bezeugt. Im Oktober darauf ist er wiederum in
Baindt, und zwar zugleich mit seinem ältesten Sohne Hein-
rich, unter den zahlreichen Begleitern König Konrads IV., als
dieser auf Bitten seines Getreuen, Schenk Konrads von Winter-
") Wirtbg. Urkdb. IV, 5. Nr. S60,
") Wirtbß. Urkdb. IV, 21. Nr. 973.
Wirlbg. Urkdb. IV, g. Nr. 963. , .
") Wirtbg. Urkdb. IV, 25. Nr. 976. Pcrg. Vidimus ,. Our,tl.
'lrch. in Baindt.

! stetten, dem dortigen Kloster einen königlichen Schutzbrief
erteilt.")
Nun trat plötzlich im Leben Konrads von Schmalegg
ein gewaltiger Wendepunkt ein. Im Anfang des Jahres 1243
(Februar) starb hochbetagt auf der Burg Tanne sein Schwieger-
vater Schenk Konrad von Winterstetten und es ging durch
dessen Ableben an ihn, als den Mann seines einzigen Kin-
des Irmengard, außer den Schlössern Winterstetten und Tanne
mit sämtlichen großen Gütern und reichen Besitzungen auch
die hohe Würde des Schenkenamtes des Herzogtums Schwa-
ben über.
Als Sckenkcn von Schmalegg sehen wir ihn zum
erstenmale in Gemeinschaft mit Graf Rudolf von Mvntfort,
Gotfried von Hohenlohe, Truchseß Otto Berthvld von Wald-
burg und Heinrich von Ravensburg im Februar 1243, also
unmittelbar nach dem Tode seines Schwiegervaters, in Bam-
berg als Zeuge in einer Urkunde des Bischofs Heinrich von
Bamberg anfgeführt, in welcher dieser dem Propst der Alten
Kapelle zu Negensburg das Patronatsrecht der Pfarrei
Nittenau znsp'richt.") Zur selben Zeit wird er von Graf
Gottfried von Hohenlohe mit Jngoldingen, der Kirchenvogtei
daselbst und allen Leuten und Rechten belehnt und tritt da-
mit in ein Vasallenverhältnis zu diesem Grafen?") Im Jahre
1244 verkauft Schenk Konrad auf seiner Burg Schmalegg
im Einverständnis mit seiner Gattin Irmengard und seinen
Kindern Heinrich, Konrad, Eberhard, Ulrich, Rudolf, Mathil-
dis, Gnta und Elisabeth („weil er damals nicht mehr hatte")
an das Kloster Weissenau ein Gut in Hof (Gemeinde Berg,
OA. Ravensburg) um 38 Mark Silber^) und bezeugt eben-
daselbst den zwischen seinem Schwiegersohn Kämmerer Heinrich
von Bigenbnrg und dem Kloster Weissenau stattgehabten
Tausch und Verkauf verschiedener Güter zu Jttenbenren,
Schornrente, Kemerlang u. a?^)
In dasselbe Jahr fällt ein unglücklicher Zwist Schenk
Konrads mit Kloster Krenzlingen, der jedoch durch Vermitt-
lung des Priors Martin und Snbpriors Konrad der Domini-

" Oriq. i. Fürst!. Arch. in Baindt, Kaisernrkd. Nr. III. Abdr.:
Wirtbg. Urkdb. IV, 440. Nr. LXNII. Regest: Renz, Archiv, des Kl.
Baindt Nr. III. im Diiiz.-Arch. v. Schwaben, Jahrg. 1890, S. I>5.
>2, Kiecl, Loci. Uipl. Lpisc. Ilatisp. I, 492. Nr. LLLLXIII.
-Z Wirlbg. Urkdb. IV, 52.
Laumanii, iVcta 8t. Nein in Lu§ia S. 120.
b-) Wirtbg. Urtdb. IV, 72.
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