Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Page: 91
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manchen Meinungsaustausches?) Einem
fast 400 Jahre späteren Nachfolger im
Amte BuchnerS möge eS erlaubt sein,
einige auf archivalischcn Studien fußende
Beiträge in diesen Spalten zu veröffent-
lichen. — ^ priori ist nicht anzunehmen,
daß aus der Schule HoffheimcrS etwas
Mittelmäßiges kommen tonnte. „Auch
sichet mau an seinem auf manuicbfaltige
Weise verhunzten und geradebrechten
Namcnch) daß er über mehrerley fremde
Zungen gegangen ist: — was einem un-
berühmten Namen sicherlich nickt wider-
fährt." (E. L. Gerber, Neues hist, biogr.
Lexikon, I. Spalte, 544.)
Sie wenigen Daten aus BuchnerS Le-
ben, die ich auffinden konnte, mögen hier
Platz finden. Geboren in Ravens-
burgs) (Württemberg) im Jahre 1483
am 26. Oktober/) war er Schüler Hosf-
heimerS in Wien und muß sich schon dort
ausgezeichnet haben, da ihn Johannes
BocmuS im „liker keroicus cls rriugicss
Inucliku.W (1515) seinem Lehrer Hoffheimer
zur Seite stellt:
„Was nun sage ich dir, Paulus (Hoch-
heimer), dem Meister des Cäsars? WaS
von B u ch n e r I ohann? Besiegten als
Künstler nicht beide Phöbus, Pan und
st EitnerS „Monatshefte" haben allerlei Ma-
terial hierüber gebracht, was auch in den vor-
liegenden Zeilen benützt wurde.
ch Buocbirer, Lacher, Luccbner, Büchner,
fo. kuchnsr, Luclieru-;, Bucbnsrus, Loclrerus,
)o. Lc>„ st L., Buscbner: da Hans von Konstanz,
wie nuten bewiesen, mit Büchner identisch ist,
so gehören auch die Abkürzungen hieher: N. II.
von Lvnstaiitr, lVI(aAister) I4(ans) Or§. Lon-
sta>it(ienses).
'h Siehe den unten abgedenetten Revers.
Beck berichtet mir, daß der Name eines be-
rühmten Musikers, Hans Büchner, ans dem 15.
beziv. 16. Jahrhundert in NavenSburg nicht
bekannt sei. In der Vürgeransnahmsliste von
1324—1436 und von 1550—1670 komme der
Name Büchner überhaupt nicht vor; wohl aber
erscheine dieser Name in der Bürgerliste von
1436—1549 (Eben, Versuch einer Gesetz, von
Rav., S. 521), wonach die Existenz bezw. Pro-
venienz eines solchen Künstlers aus dortiger
Stadt möglich sei. Die unten abgedruckte An-
stcltnugSlirknnde läßt keinen Zweifel mehr auf-
kvmmen. Nach Becks Angaben sind die Tnnf-
nnd Familienregister von Ravensburg anS jener
Zeit langst nicht mehr vorhanden, und mns;
man aus einen glücklichen Zufall hoffe». Näheres
zu finden.
st hob. dnrcneuk; „Hstrc>Ic>§iL melbo-
ckus". Basilecc (1570). Monatshefte X. 29.

Merkur und Linus und Orpheus im
Sauge? Drum empfangen sie jährlich
vom Herrscher hundert Dukaten." (Mo-
natshefte, V. 108.) Die Schlüsse, als
ob Büchner wegen dieser jährlichen Spende
von hundert Dukaten am kaiserlichen Hofe
angestellt gewesen sei, dürften gewagt sein,
da fürstliche Personen öfters verdienst-
vollen Männern einen Gnadengehalt auS-
stelllen.
Wann Buckner nach Konstanz kam,
konnte ich bisher nicht ermitteln; in der
Anstellungsurkunde heißt es: „Ich Joh.
Büchner .... des stifts bald (beide)
Orgeln (Ebororgel und das größere Werk
über dem Hauptportal) zu versehen, aiu
bestimpte anzal jarn bestellt gewesen, daß
ich nu .... leben lang .... bestellt
bin." Wie lange diese Probezeit dauerte,
wird Aufgabe einer weiteren Forschung
sein. Gegen Ende des ersten Dezenniums
also dürfte Büchner nach Konstanz ge-
kommen sein, über dessen fernere LebenS-
sckickfale äußerst wenige Daten vorliegen.
2ste Monate vor seiner definitiven
Anstellung brannten die Türme des Domes
nieder und nur mit Blühe konnte malt
des FcuerS Herr werden, wodurch die
Orgel über dem Hauptportal, welches von
den zwei Türmen eingeschlossen wird, stark
beschädigt wurde. Meister Hans der Orgel-
macherH baute von 1517—20 die neue
Orgel, von der uns Michael Prätorius^)
in seinem II. 161 —162
wenige Andeutungen giebt?)
Als am 25. April 1525 sämtliche Geist-
liche und Angestellte des Bischofs und des
st Der Meister erhielt für sein Weck 600 fl.
und einen Anzug, der Knecht 10 fl.
st „Der Costnitzer und Ulmer Orgel Dis-
position, hat mir, ivie sehr ich mich auch darnach
bemühet, bis anher nicht werden können: Allein
daß nur es also, ivie allhier gemeldet wird, zn-
geschickl worden. Die Orgel zu Cvslnitz soll ein
groß ganz Werk sein: Der erste Organist hat
Hans Bücher geheißen, der jetzige Johann
Deut lein. Hat über 3000 Pfeiffen und 70
Register Die größte Pfeiffe wiegt mehr denn
3 Centner und ist 24 Schuh lang. Auf den
Lehnen stehen 14 Engel, haben rechte Pfeiffen,
so mit eingehen. Der Blasbälge sind 22, eilt
jeder 10 Schuh lang und 4 Schuh breit. Das
Leder kostet mehr als 200 gute Gülden "
st Reben der großen Banthätigkeit am Mün-
ster am Ende des 15. und anfangs des 16. Jahr-
hunderts — es sei hier n. a. nur an den goli-
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