Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Seite: 128
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1442 dieses Amt ancgeübt haben. Nor
diesem Jahre aber konnten die Hunipis
noch nicht mit der Vogici über die Kirche
belehnt sein, da nach einer Kanfsnrknnde
von 1441 Skt. Margarethen Tag in der-
selbe» Registratur Kircbenvogt war Jos
Jnngholtz, Bürger zu Konstanz. —
41 l e'üirrr .iNirrrilunrirn.
Kloster Amorbach und seine Bezieh-
ungen zur Stadt Neckarsul in. Vor-
trag ,e. von Stadtpfarrer Mancher- Druck
und Konnuissiousverlag der Buchdruckerci der
„Neckarsnlmer Zeitung", 18 S. Fol.
Jui mittleren Teile der alten Mainzer Kirchen-
proninz, die sich von Chur (im Süden) bis
Verden (im Norden) erstreckte, finden wir vier
Abteien, nämlich Weistenbnrg und Lorsch im
Westen, Amvrbach und Hirsau im Osten, die
wir die Träger der Kultur und deren Anlagen
in ihren Landschaften nennen und die wir als
die Ausgangspunkte der Bildung und Gesittung
iit jenen deutschen Gauen betrachten tonnen.
Sie teilten sich auch in die vielen reichen Stif-
tungen, welche, wie ihre teils ganz, teils bruch-
stückweise erhaltenen Ueberlicfernngcn answeisen,
fromme Franken und Schwaben deren Kirchen
zitin Heile ihrer Seelen vermachten. Der an-
sehnliche Bereich des uralten, später von Kaiser
Otto III. eine ^bb-uia illustri8 genannten Benc-
diktinerklosters Amorbach, das nnS von den vier
bezeichneten Kulturstätten hier zunächst von
Wichtigkeit ist, erstreckt sich vom Gau Wetierciba
über die Wasserscheide zwischen Main und Neckar
bis zum Mnrrachgan. Heilbronn, Neckarsnli»
und Forchtenberg sind die südlichsten Punkte der
ausgedehnte» und vielgerühmten Wirksamkeit der
Ainorbacher Mouche, die durch Gropps Nistori-,
monasterii ^morkaeensis (1736) nachgcwiesen
sind. Von diesen hat Herr Mancher die Kloster-
tolonie Neckars»!»», den Sitz seines eigenen
Wirkungskreises, in dem obengenannten Vortrag
behandelt. In der einleitenden kurzen Besprechung
der ältesten Geschichte der Abtei Amvrbach folgte
der Herr Vortragende dein Berichte des verdienst-
vollen fränkischen Geschichtsschreibers Gropp, der
zwar der historischen Grundlage trotz gegen-
teiliger Behauptungen keineswcgs entbehrt, je-
doch manche Umichtigkeiten in sich birgt, die
Gropp, trotz seines redlichen Strebens, die
Wahrheit zn° berichten, bei den damaligen Ver-
hältnissen unterlaufen mussten. Ich habe so
manche Jrrtiimer in meinen illustrierten Schriften
(erschienet, bei Lndiv. Volkhard! in Amvrbach)
über Amorbach und seine Hingebung bereits
berührt, inzwischen noch verschiedene festgestellt
und werde in nächster Zeit die Ergebnisse meiner
diesbezüglichen Forschungen veröffentlichen. ^ Das
nicht zu unterschätzende Verdienst des Herrn
Sladtpfarrers Mancher, welcher sich in netterer
Zeit, wie die Redaktion hier einfügt, auch dnrch eine
instruktive lokalgeschichttiche Studie über das
Kapnzinerklostcr liebst Kirche zu Ncckarsnlm sehr
verdient gemacht hat, aber besteht darin, mit
Stuttgart, Buchdruckerci d

möglichster Klarheit ans Grund der ihn, ge-
botenen Quellen daS dargestellt zu habet,, ivnS
er ans dem Titel seines'durch de» Drink ans
Licht. gekommenen Vortrages versprochen hat,
nämlich die Auseinandersetzung der Beziehungen
jener Abtei im östlichen ° Odenwald zu ihrer
Pfarrei Neckars»!,» und später zu ihrem Besitz
stände in diesem von Amorbach weit entfernte»
Neckarstädlchen. Inzwischen ist das fürstlich
Leiningcnsche Archiv zu Amvrbach in, bayerischen
Regierungsbezirk llntcrfranken in einem eigenS
hiezu zweckentsprechend eingerichteten grasten
Raume ausgestellt und »eit geordnet worden, so
dass die Schrift des Herrn Stndlpfarrers Mancher
mit Hilfe dcS dort gesammelten, dem Geschichts-
schreiber Gropp vielfach unbekannten, heule
leicht zugänglichen Quellenmaterials reichlich er-
gänzt und vielleicht ans die andern, nun in
Württemberg liegenden ehemaligen Ainorbacher
Klosterpfarreie» Heilbrvnn, Noigheim, Forchten-
berg und Crispenhvfen ausgedehnt werden könnte.
Frankenthal (Pfalz), April 1835.
Prof. Fr. I. Hildenbrand.
Znm altenGold- und Silbe, schatz dcS Klo-
sters S ch n ss e n r i e d (s. über dcns. diefeZeitsch, ist
VIII, 1891, Nr. 14, S. 56) gehörte n. a. ein
prachtvolles Kruzifix, „von gantze», Gold mit
Stainen (tvaisen gen.) versetzt, sambt einem Sina-
ragdring", welches Berchlold Frhr. zu KönigSecl
und Anlendvrf, kaiserlicher Rat und Knmmergc-
richtSpräsident, nitler dem 7. Januar 1604 den,
Kloster mit der Auflage verehrt hatte, seiner am
3. September 1602 gestorbenen freundlichen, herz-
allerliebsten Gemahlin Kunigunde, geb. Gräfin
v. Zimmern, eine Fahrzeit zu feiern (nach einem
Regest ans dem Staatsarchiv in Stuttgart).
Dieses Prachtstück ist natürlich über den 30jäh-
rigcn Krieg längst zu Grunde gegangen. --etc.
8 cb ab a r t, a r> -r. In den Biographieen dcS
Dichters Schnbart, so z. B. in dem von
I)r. W. E. Weber znsc»nmc»gestcllten „Leben
Schnbart s" (in der Gedichlansgabe, neue ver-
besserte Auslage, Frankfurt a. M., Joh. Christian
Hermannsche Buchhandlung, 1829, III, S. 145)
wird dessen Eintritt in das Lyren», zu Nörd-
lingcn stets ans das Jahr 1753 angegeben,
was aber nicht richtig ist, sofern derselbe laut
Eintrag des Rektors Thilo in daS Matrikclbnch
dieser Schule erst am 10. September 1754 er-
folgte. — ck.

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