Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 13.1895

Seite: 177
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Organ für Geschichte, Ultertlimssamde,
Runst und Wllittir drr Diöcese Gorreninirer und der angrenzenden Gebiete.
peransnsgebeii mid icdiaioit von Amtsrichter a. D. BccN in Kavcnpbnrcl.

Beiträge. Korrespondenzen -c, N ez e n s i o n s-Exemp la re, Tanschzeitschristen rc. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Beck in Ravens bnrg, Bestellungen nnd Neklaniationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbansstraße 94, gerichtet iverde».

M-. -12.
4SW.

Erscheint monatlich einmal nnd ist halbjährlich durch die Post znm Preis von
Nt. 1.90 ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen, sowie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der. Expedition um M. 2.10 (außerhalb des
dentsch-österr. Pöstgebietes M. 2.20) zu beziehen; einzelne Nummern 40 Pf. An-
noncen ?c., welche der Richtung dieser Zemchrist nicht zntviderlansen, loerden von
der Expedition entgegengenvmmen nnd pro Petitzeile oder deren Otanm lnit 15 Ps.,
bnchhändlerische Beilagen, Prospekte w. nach Uebereinknnst berechnet.


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direkt bei der Expedition wird hiemit ergebenst eingeladen. Nachdem auch im letzten
Halbjahr die Herstellungskosten nicht emfernt durch das Abonnement gedeckt werden
konnten, müßte die Zeitschrift, wenn dies im Laufe des JahreS 1896 nicht gelingt,
Ende desselben cingehen. Wiederholt wird, daß das Blatt (ebenso frühere Jahr-
gänge) auch direkt und franko von der Expedition des „Deutschen Volksblatts" in
Stuttgart ganzjährig unter vorheriger Einsendung von 4 M. 20 bezw. 40 Pf.
mit Angabe der Adresse bezogen werden können und die bereits erschienenen Nummern
nachgeliefert werden.
Im November 1895. Redaktion und Verlag des
„D i ö c e sa n a r chi v von Schwaben".

Dckü liloster Gerlnchühenn im
(Gauberen'iind.
Bvu N. Bcuv. Stengels in Wurzburg.
Mit Bestimmtheit kann die Zeit der
Grnndung des ersten bei Gerlachsheim
bestandenen Klosters nicht angegeben
werden. In der ältesten Urkunde, die
ich hierüber erhalten konnte, heißt eS:
„Gerlachsheim ist vor alte» Zeiten ei»
Nonnenkloster gewesen nnd soll von König
Pippin gestiftet worden sein." Dicser
abcr beherrschte Franken vom Jahre 751
bis 768. Dürfen wir dieser Sage Glau-
ben schenken, so ist im schönen Tanber-
thale in jenen Zeiten, da unser» Vor-
eltern zuerst das Christentum verkündet
worden, nicht das vom hl. BonifatinS in
Bischofsheim gegründete Nonnenkloster die
einzige Stätte gewesen, von welcher der
Segen der göttlichen Lehre in die Herzen
der Jugend gedrungen. Soviel aber steht
ans Grund der geschichtlichen Urkunden
fest, daß schon lange vor der Geburt des
hl. Norbert, des Stifters des Prämon-

stratenser-OrdenS, ein Nonnenkloster bei
Gerlachsheim bestanden hat, in dem zuerst
nach der Regel des hl. Benedikt, dieses
großen Patriarchen des Ordenslebens,
erhabene Frömmigkeit ihre Pflege fand. Die !
Grafen von Rieneck, welche in dieser Gegend
sehr begütert waren, werden als große Wohl- '
thäter dieses klösterlichen Instituts genannt.
Als Stätte, wo das Kloster zuerst
angelegt wurde, wird von Einigen „Lützcl-
landen" oder „Kleinlanden" genannt,
wahrscheinlich zum Unterschiede von der
nächstliegenden Stadt Lauda; von anderen
wird bemerkt, es habe beim Tanber-
flusse, nicht weit von Lauda (früher
Luden), seine Lage gehabt. Ob das
Kloster später nach Gerlachsheim verlegt
worden sei, oder ob Lauda und Gerlachs-
heim so benachbart waren, daß sie durch
weitere Bauten so mit einander verbunden
wurde», daß nur der Name des Klosters
verbliebe», ist ungewiß. Sicher wurde
das Kloster frühzeitig eine Filiale des
Prämonstratenscrklosters Oberzell. Aus
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