Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Seite: 17
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Draan für L^rschichtr, AltertumMundr^

Uunst und ickultur der Diücrsr ^ortendurg und der uugrruzrnden Gebiete.
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Nr. 2.
Isss.

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Die Aircheu uud traue neu des
uüttelalreelicheu Geutliiuieu.
Bou Theodor Scho».
(Fortsetzung.)
Durch die Stiftungen war schon früh-
,fettig St. Peter reich begütert uud bedurfte
eines Pflegers; als solcher erscheint schon
1352 Amman genannt Hnrn bogen.
(A.-A.) In die Widcm der Pfarrkirche
gehörte eine Wiese in der Owwiese, welche
an einen Acker, der auch der Widern Gut
war, ansties; und welche am 28. August
1439 Königsbronn an Johann Stchelli,
Stadtschreiber zu Reutlingen nnd seine
Iran um 2 Pfund Heller ans Michaelis
fälliger Gült verlieh. (St.-A.)
Wo lag nun diese Pfarrkirche St. Peter?
Man lernt die Umgebung der Kirche ans
verschiedenen Urkunden kennen. Am 21. Mai
1361 wird die Mühle, bei St. Peter ge-
legen, erwähnt. (N.-A.), 1313 lagen Gärten
bei St. Peter (Gayler I, 26) und 1516
ein Brühl bei der Pfarrkirche (ebendaselbst).
Die St. Katharinenkapelle, welche neben
dem Sondersiechcnhans lag, die Stiftung
der Spiegel, lag auf dem Kirchhof der
Pfarrkirche St. Peterö außerhalb der
Mauern der Stadt Reutlingen (Gayler I.
25) und die Spiegelkapelle wird 1426 als
ausdrücklich neben St. Peters Kirche ge-
legen bezeichnet (ebenda S. 26). Nach der
1 590 von Christoph Lanbenbcrgcr verfaßten
Chronik ist „anff dem kürchhoff ein schöne
kürch gestanden in der mitte nndt ist ge-
nannt worden zue St. Peter in Wenden
nndt sendt zuer zeit des papstnmbs große
wallfarthen dohin geschehen".^) Ebenso
sagt M. Crnsins in seinem 1596 verfaßte» !

über pmraleipomenos (S. 59)4 in medio
eoerneterii lcknum pulcürum luit, L.Uetri
in Znüeibus, c^uo pereArinLtio in Unpmtu
erat. Am 14. Januar 1499 wird er-
wähnt die Straße „da es zu St. Peter
ab herus gat, bei der Stiegel, da das Bild
in der Mauer steht." (K.-A.) Fizion in
seiner Chronik (S. 98) singt:
bey diser Kiirch (St. Cathannen) uff dein Gvtts
Ackher
stnndt noch ein Kiirch ganntz steiff und wackher
mitt einem schemien Glvckhenlhnni.
von stain erbcucen in der Form,
alls die ncchst bey dein untern ihor,
aber vil großer sag ich zivor.
Der Kirche St. Peter waren die Dörfer
Degerschlacht uns Sickenhausen inkorporiert
nnd pilgerten die Bewohner derselben auf
dem noch heute Kisieig —Kirchsteig genannten
Pfarrweg. ")
Als erster Vikar von St. Peter seit der
Inkorporation in das Kloster Königsbronn
erscheint Konrad Lup sse. Am 30. Juni
1368 verpflichtete sich dieser „bestätigter
Luppriester zu Reutlingen" dem Abte nnd
Konvent zu Königsbronn 500 Pfund Heller
vom Opfer der Pfründe zu Reutlingen in
den nächsten 5 Jahren zu geben, nnd ver-
sprach, daß er ihnen, so lange er ans der
Pfründe lebe, jährlich 100 Pfund (50 zu
St. Johannis Tag zu Weihnachten, 50 zn
St. Johannis zu Snnngihten) reichen werde.
(St. A.) Am 5. Juli 1370 genehmigte
er die Stiftung einer Pfründe in der Ka-
pelle in St. Peters Friedhof. (St.-A.)
Am 21. Februar 1372 ernannie Papst
Gregor XI. Exekntoren zur Entscheidung
des Streits zwischen Konrad Lnppfen,
ständigen Vikar an der Pfarrkirche St.
Peter zu Reutlingen und Abt und Kon-
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