Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

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der Kirche zu TellinSfurth, am 16. April
l414 eine ewige Pfründe zu einer ewigen
Messe mit 20 Pfund Heller minder 14
Schilling stater, jährlich auf St. Gallen
fälliger Gült aus Soudelfingen dem Dorf,
l Pfund Heller steter, jährlich auf Mar-
uni fälliger Gült ans einem Weingarten zu
Metzingen ('/» Morgen groß) seinem HanS
zu Reutlingen vor dem Barfüßerkloster
und 60 rheinischen Gulden bar stiftete.
Am 28. April 1414 bestätigte der General-
vikar des Bischofs von Konstanz diese
Stiftung. (St.-A.) Zum Kaplan dieses
Altars ernannte am 18. Oktober 1003 der
Generalvikar des Bischofs von Konstanz
den Magister Wilhelm Walker, einen
gcbornen Nentlinger, nachdem Johann Lin -
ding ans die Kaplanei verzichtet hatte.
(A.-A.) Dieser war am 2. Februar 1405
in Heidelberg immatrikuliert worden und
dort am 5. Juni 1405 UnccmInnreuZ ge-
worden. ") Cr war ein Sohn des Nent-
linger Bürgermeisters Wilhelm Walter
und der Agnes Scbeffolt. "l
Am 30. März 1503 schrieb der Generalvi-
kar des Bischofs Hugo von Konstanz an den
Dekan von Reutlingen: er habe Wilhelm
Walker von Reutlingen, nrtium mn-
§mter, nccolutlius der genannten Diverse
geprüft und zur Ilebcrnahme aller Kirchen-
ämtrr für tauglich befunden. (A.-A.) Am
8. Juli 1503 teilten dann Bürgermeister
n»kHat der Stadt Reutlingen dem Bischof
Hugo von Konstanz mit, daß sic obige!
Kaplaneipfründe zu rechten Händen dem
Wilhelm Walker verliehen hätten (A.-A.),
worauf dann, wie man sah, am 18. Ok-
tober 1503 die Ernennung erfolgte. Am
26. April 152l siegelte Wilhelm Wal ker,
Kaplan zu Reutlingen, die Urkunde der
Pfleger der Hnrnbogenpfründe.")
Da zu Wilhelm Walkers Pfründe
ei» HanS vor dem Barfüßerkloster gehörte,
erklärt es sich, daß er mit letzterem in
Streit geriet. Am 7. November 1524
schrieb I)r. Jerg Hoffman», Provin-
zial des Barfüßerordens an die Stadt:
„Ersamcn, weisen, lieben Hern, ir schribt
nur zu ich soll mein Underlon, Bruder
Jacoben Hoffman darhallen, daS er
Knntschafft' geb der Sach zwischen Her
Wilhelm W a l ck e r und seiner Widerpartv.
Warum grift ir mir den (^ denn) in.
mein Ampt und Gerechtigkeit, daS ir ver- ^

biettent üwern Gwardivn, er solle mir mein
Prouision nit geben? DaS tryfft all Jar
tritthalben Gulden. Do ir scmlichc» Ge-
walt brnchen in meinen Gesüßten, als
der Gwardion von üch seit und sich durch
üch hatt also scmlichen mir zu geben halt
schuldiget entschuldigt), warum so ir
welent Pronincial sein?" Er bat, ihn
bei seinen allen Rechten zu lassen.
Im Jahre 1520 wandten sich Peter
Feringer, Sebastian E r tz inger, Wka-
gistcr Wilhelm Walker, Magister Lnd-
wig Lending, Ambrostns Becht, Jo-
hannes Hirsch an er, Johannes Hum-
mel, Georg Hetzel, Conrad Rapp,
Johannes Weinprenner, Johannes
Wyß, Georg Buchbinder, Erhard
Schlack, Johannes Snntz genannt
Buck, Johannes Vogelwayd, Johan-
nes W alker, Ludwig Schleer, Hiero-
nymus Besenselder und Wilhelm Lin-
ding Kapläne zu Reutlingen (Stadtkinder
und Mitbürger) an die Stadt und baten,
sie bei der Messe zu lassen (Gayler, I,
238—39). Da ihre Bitte kein Gehör fand,
wird Wilhelm Walker wohl Reutlingen
verlassen und sich in katholisch gebliebene
Gegenden begeben haben. Wenigstens
thaten dies zwei dieser Kapläne. Johann
H n m m e l wurde 1531 durch den Hechingcr
Dekan als Pfarrer von Mähringen prä-
sentiert (Hohenzoll. Mitl. >890/1, S. 102)
und Hieronymus Besenselder wurde
1542 Kaplan in Wendelsheim. Auch der
Kaplan Jakob Becht blieb katholisch.
(N. A.)
4. Der Altar vor dem Chor zur linken
Hand, gewidmet St. Eraömo, an dejsen
Pfründe am 13. Juni 1442 Adelheid
Ganserin, die Witwe Heintz Engel-
manns, Bürgerin zu Nentlingen, ihre»
Hof und ihr Gut zu Betzingen um 110
rheinische fl. verkaufte. (St.-A.) Von
dem Kaplan dieses Altars Johann Zo r n
empfing am 19. Nov. 1485 Jakob Lon-
singer von Jettenbnrg zu stetem Erb-
lichen Accker in Jettenbnrg. (K.-A.)
5. Der Frohnaltar, an dessen Kaplanei-
pfründe am 1. Juli 1521 Mart!» Vclt-
hnser, Bürger von Nentlingen und seine
Erben 7 Schilling Heller jährlichen Zins
ans seinem Weingarten ob dem Blanckcn-
staiglin geben sollte». Den Altar hatte
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