Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

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(Dominikanerinnen). Diese Allheimer
Sammlung.Prediger Ordens habe ich in
etwas über 20 Pergamenturknnden er-
wähnt gefunden, und zwar zum erstenmal
in einer Urkunde vom Jahre 1355, wo
Mechtild, des Schmiedes Albrecht von
Weilingen eheliche Witwe zu Horb, an
die geistlichen Frauen, Priorin und Kon-
vent der Sammlung zu Altheim 3 Malter
Roggen, 1 Gans und 6 Hühner verkauft.
Im Anfang des 17. Jahrhunderts muß
das Klosterlein in Altheim noch bestanden
haben: 1608 heißt es nämlich in einem
Kaufbrief betreffend eine» Baumgarten zu
Jhliugcu, daß derselbe der Sammlung zu
Altheim 1 R fl. zinse. Dagegen wird in
einem spätere» Kaufbrief vom Jahre 1713
erwähnt, daß 3 Janchert Acker samt dem
darauf stehenden Fichtenholz von den früher
zu Allheim gesessenen, später nach Stetten
nbcrgesiedelten Klosterfrauen herrührcn.
In der »Luevia ecclssiasticL« des I-ranc.
1'ctrus (§. 82/83) wird das Klösterlein
»/Uten iuclusorium 0. UrLeclicntorum«
kurz aufgeführt mit dem Bemerken (nach
Crnsins), daß eS noch uni das Ende des
16. Jahrhunderts bestanden habe (».. . ribi
IRrtsteuoirc stuuc in clmkrictu rurnlis ca-
pituli 3LU clecairakus Oornstettensis cle
clioecesi LonLtLntiLnsi aclliuc circa stnern
superioris seculi coirskitisse scribik;
cxincke tamen iclem ipse cguocunegue
clemunr kato clesiik, imo et omnino clis-
puruit«). Vielleicht ist dasselbe über den
30jährigcn Krieg zu Grunde gegangen.
2. Eutingen.
Bei Beschreibung der im Jahre 1494
erbauten Kirche zu Eutingen werden so-
wohl von Keppler (Würlt. kirchliche Kunsl-
altcrtümer) als auch von Paulus (Knusl-
und Altertums-Denkmale w.) die beiden
reichen, spätgotischen, noch alt bemalten
Niscbeu genannt mit den Reliefs des
hl. Stephanus und eines „Bischofs".
Dieser „Bischof" ist genau besehen 5. An-
tonius der Einsiedler, welcher in
der einen Hand ein Glöckchen trägt und
in der anderen das Antonius kreuz,
das ohne Erhöhung in der Mitte für die
Inschrift ganz wie der lateinische Buch-
stabe I aussicht. Erwähnenswert dürfte
»och sein, dast diese Kirche auch eine alte
steinerne Kanzel besitzt.

3. Göttelfingen.
In dem allen Turm zu Göttelfingen
fand ich kürzlich drei Steinmetzzcichen,
welche icb bisher noch nirgends abgebildet
gesehen habe. Ich gebe hier eine Zeich-
nung von denselben und füge an, daß ans
dem Schlußstein im Un-
tergeschoß des Turmes
nicht die Jahreszabl
1497 (vgl. Keppler, W.
k. Knnstalterlümer und
Paulus, Kunst- und
Altertumseenkmale rc.),
sondern 1479 angebracht ist. Eine Glocke
trägt die Jahreszahl 1480.
Die OABschr. vom Jahre 1865 führt
unter Göttelfingen auch drei alte für Vvll-
maringen und Göttelfingen gemeinschaft-
liche Stiftungen auf, und zwar die von
Horustein-WelSbergsche Stiftung mit 1300
Gulden, die Stiftung der -p Gräfin Jo-
hanna von Waldbnrg-
Zeil-Tranchbnrg im Be-
irage von 3000 fl. und
d>e Almvsenstiftnug mit
4705 fl. Zn dieser Al-
mosen st i f l u n g wird
dann bemerkt, daß der
Stifter nicht genannt
sei. Hier soll er ge-
nannt werden, es
ist Ritter Wolf-
(gang) von Gült-
lingc», welcher im
Jahre 1536 40 fl.
jährliche Gefälle
stiftete (Kopie des
Stiftungsbriefes
auf Schloß Zeil und in Vollmaringen),
für 35 fl. soll man jährlich Korn und
Früchte kaufen und diese Früchte anf-
schütten auch, wo not, ein eigen Korn-
Hans dazu machen und verwahren von
einem Jahr znm andern, bis sich Ten-
rnugslänf, Mißwachs, Hagel und an-
dere täglich zufallende Notwendigkeit er-
hebt. Alsdann soll man ans freier Hand
lauterlich um Gottes willen diese Früchte
den Armen von Vollmaringen und Göttel-
fiugen ansteilcu. (Ist jedenfalls nicht
genau ausgeführt worden.) Die anderen
5 fl. empfängt der Frühmesser von Voll-
maringen; derselbe hat dafür wöchentlich
in der Kapelle Lohndorf eine Messe zu
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