Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

Page: 138
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dem Konvent zu Marchthal deren
HauS im Klosterhvfe zu Reutlingen, daö
der Bossin weiland war, um 20 Pfund
Heller und mieteten einen Garten daselbst
um ein Pfund jährlich. Dagegen verkaufte
am 23. Juni 1337 Pfaff Berthold
v. Waibstat aus Kloster Märchthal
eine Gült aus einer Wiese am Steini-
berg, die Albrecht der Cr am er selig
„etwan baute", in Höhe von 10 Schilling
Heller, die er lange Zeit genossen und
weiland gekauft hatte um „ain genant
Gut" von NicolauS, dem Sohn Bruders
Nicolans v. Urach, St. Johanns Ordens
um 5 Schilling und 2 Pfund Heller.
Die 10 Schilling Gült sollte derselbe
NicolanS zu einem Leibgeding haben.
Man vergleiche oben unterm 16.März 1295.
Am 30. April 1343 verkaufte Maiger
Glökner, Bürger zu Reutlingen an
Herrn Conrat Gagier zu Marchthal
17 Heller und 2 Pfund Heller Gült
(1 Pfund auf St. Martini ans des alten
v. Balingen Hans zu Reutlingen,
17 Heller und 1 Pfund aus Ai ge l-
war tS des Zimmermauus nnd Remli's
des MaderS und der „Pestinne" Haus
bei Kuczenbachö Badstube ans St.
Georgii) „und sol er darnmb gan, zu
welem (— welchem) er wil under in
drin (— ihnen 3). Und war, daz im
der Orden und sin Maisterschaft daö vor-
genannt Gelt nit lau volgen, so sol ez
sin Akuter und Hans und Peter, sin
Bruder innemen." Wenn Conrat nicht
mehr am Leben ist, soll die Gült den
Herren von Marchthal fallen „ans den
Lisch, daß sie seines Vater und Mutter
Jahrzeit darum begehen ewiglich. Wenn
sie es nicht thäten, soll es wider fallen
an seine nächsten Erben."
Am 25. Juli 1351 versprach Friedrich
der Herter zu Dußlingen für sich und
seine Erben vom Hof Ammorn 8 Jahr
lang jährlich den Zehnten aller Früchte
mit Ausnahme des Zehnten im Etter des
Hofs und 25 Pfund Heller dem Kloster
Marchthal in dessen Hof zu Reutlingen
abznführen.
Eberli und Benz, die Nadeler, Brüder
und ihre Schwester Jrmel versprachen am
24. November 1354 5 Schilling jähr-
licher, ewig auf St. Martini fälliger
Gült aus einer Wiese p3 Viertheile) in

des Schazzes Acker, die jetzt Fritz B o n-
dorfer hat, den Priestern Nicolans
Wiglin und Heinrich Epp, Schmältz-
lins Sohn zu Marchthal und nach
deren Tod dem Convent zu Marchthal
zu geben. Am 24. November 1354
versprach Heinrich Nemli, Bürger zu
Reutlingen, den Priestern Nicolans
Wiglin und Bruder Heinrich Epp,
Schmältzlins Sohn zu Marchthal
5 Schilling Heller ewiger Gült aus 1 '/s
Morgen Acker bei Niedernhausen hdoch
wohl Unterhausen, OA. Reutlingen) zu
geben. „Und sol ir ainer den andern
daran erben." Nach beider Tod sollte
die Gült an daS Kloster Marchthal fallen?)
Propst und Konvent zu Marchthal ver-
liehen am 20. Juni 1359 an Heintz
Hiltprand, Bürger zu Reutlingen und
alle seine Erben einen Acker bei Reut-
lingen in der Owe um 9 Schilling Heller
jährlich auf St. Martini. Am 30. Juli
1377 entschieden der Rat und die Richter
zu Reutlingen einen Streit zwischen Cnnz
Vasolt einer- und Bruder Peter Wig-
lin, einem Mönch, Konventsbrnder zu
Marchthal andererseits, die mit ihren Für-
sprechern vor den Richtern erschienen
waren, wegen einer Gült, die Peter
Wiglin aus WernherS Volkloch
Wiese sl'/2 MannSmahd) „am Ursem-
berg" bezog, dahin, daß Cunz, der be-
hauptet hatte, die Gült sei um die Korn-
gült, die aus Wiglin s Mühle ginge,
versetzt worden, den Wiglin nicht im
Genuß dieser Gült stören sollte.
ES sei hier noch etwas gesagt über
die Organisation deö Marchthaler Hofs
zu Reutlingen. Ein Pfleger der Kapelle
wird, wie man sah, 1299 genannt.
10. April 1312 werden die, die Kapelle
versehenden Brüder erwähnt.
Diese Hofmeister oder Pfleger waren:
1409, 1427 Frater Hainricus Huber,
der 29. November 1430 Conventherr
deS Klosters Marchthal, orckinis Nrue-
monstrrcksiasis, jetzt wohnhaft in der
Marchthal Hof zu Reutlingen heißt.
1437. Berhtold Maislin, by den
Ziten in der von Marchthal Hof ein Pfleger.
14. Januar 1463 der ehrsame Priester
Andreas Offenburger, Konventual

') Man vcrgl. kurzgef. Geschichte, S. 44.
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