Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 15.1897

Page: 172
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über Lukas 2, 26 fünf Viertelstunden lang
über die Würde des hl. Meßopfers, und
eelebrierte das levitierte Hochamt. Stadt-
psarrer Häßler assistierte in, Nauchmantcl,
zwei Urokessi jubilnti, Pater Josepb und
Herniann, waren Leviten, Pfarrer und Se-
kretär Marx von Epsendorf hatte das
Rauchfaß, Pater ik'aoer Bader daS Schiff-
lei». Deputat und Pfarrer zu Altobern-
dorf, Franz Joseph Ziehler, und der Beffeu-
dorfcr Beuefiziat Kaplan Fehreubach trugen
die Leuchter. Stadlkaplau Sebmidt in Obern-
dorf war Zeremouiar. Nachniittags hielt
der Jubilar die feierliche Vesper. Die
Kirche war gedrängt voll. Des Herr»
Bürgermeister Leonhard Platz lOjähriges
Töchterleiu Josepha war Kränzcljungfcr,
sie überreichte dem Jubilar eine» mit Blu-
me» bekränzten Stab. Ihr Großvater,
Josepb Baumann, gewesener Stadtrat und
aller Paradeiswirt, war bei dieser Feier-
lichkeit Hochzeitvater. Nach dem Amt in-
tonierte der Jnbclpriester lWmc climittis
servunr duum, 'welchen HymnnS der
Pricsterchor, von der Orgel begleitet, fort-
fetzte (Häßler, Aufzeichnungen, S. 134).
— 1804 und 1805 kamen die Vorboten
dcr 1806 definitiv erfolgten vollständigen
Aufhebung des Klosters. Im Sommer 1804
nämlich legte die österreichische Negierung
Beschlag auf die Gefalle der ueuwürttem-
bergischen Klöster. Auch die Forderungen
des Angnstinerklostcrs zu Oberndorf für
die von der Stadt Nottwcil erkauften Gülten
mit 5069 Gulden, und das an Nottwcil
zu 4 Prozent angeliehcne Kapital von
4000 Gulden samt Zinsen, und einigen
Kapitalien, welche württembcrgische Untcr-
lhanen im Rentamt Noltenmünster an das
Dominikanerfraucnkloster in Oberndorf und
auf den Dreifaltiglritsberg in Spaichingen
schuldig waren, wurden mit Beschlag belegt.
Durch Befehl des Kurfürsten Friedrich von
Württemberg, ci. 6 Lndwigöbnrg 19. Juni,
wurde aber diese Beschlagnahme wieder
aufgehoben. (Oberndorfer Stadtarchiv,
Schreiben der Notlcnburger Landesregie-
rung, cl. 6. Noltenbnrg 27. Juni 1804,
an den Magistrat zu Oberndorf.) — P r i o-
reu waren: Simon Will 1749, Hermann
Hermann 1702(P 1757), Cajctau Schmid
1755, Eustach Nötig 1764, Alipiuö Flur-
schütz 1774, Servi'liau Nalhgeb, letzter
Prior 1806. (Fortsetzung folgt.)

D>ir liiostorliüsr in der Michsstndt
ünliniiirlen.
Bon Theodor Schön.
(Fortsetzung,)
Hiernach ist zu berichten, was anders-
wo I gemeldet wird:
„als nun dieser treue Freund (nemlich Petrus
der Theologie und Mediciu Doetor) gestorben,
lies: Abt choUfried (p 4. April 1661, den aber
Petrus Nobs überlebte) mit Biiiwilligung des
Kapitels, dessen Leichnam von Reutlingen nach
Marchtall auf seine Kosten führen und in der
Mutlergottescapclle begraben."
Der Bericht HofstettcrS, der Zeit-
genosse war, verdient entschieden den Vor-
zug-
Wie man sieht, brachte der Besitz des
Hofeö in Nentlingcn dem Kloster Verdruß
über Verdruß. Derselbe erreichte mit der
Absetzung des Or. Nobs noch kein Ende.
Abt 'Adalbert (1691 — 1705) lieh der
Stadt Reutlingen 1500 fl., wofür letztere
dem Kloster eine Mühle außerhalb dcr
Stadt versetzte. Allein Reutlingen zahlte
weder Zinse» und Kapital, da cs, wie
eS behauptete, im französisch-bayerischen
Krieg (1703 ff.) 50 000 fl. Brandschatz-
ung gezahlt hätte und dieses auch dem
Marchthaler Hof zu gut gekommen sei.
Die Sache kam vor das kaiserliche Hof-
gcricht und Reutlingen unterlag, wobei cs
ihm jedoch freigestellt wurde, eine andere
Art Klage anzubringen?) Im Jahre
1713 zahlte der Marchthaler Hof der
Stadt nur 1 sl. 4 0s Kreuzer jährliche
Steuer. Am 2. Oktober 1713 bezog der
Hof an jährlichen Gülten in Nentlingcn
auf Georgii 4 Pfund 13 Schilling 6
Heller, 1'/» Hühner, auf St. Joh. Bapt.
12 Schilling, auf Martini 15 Pfund 17
'Schilling 4 Heller, lls Pfund Wachs, 5
Hühner, ans Michaelis 2 Pfund, in Betz-
ingen auf Martini 18 Schilling 2 Heller.
(St.-A.)
Unter Abt Ulrich (1719—1746)^ gab
es wieder Streitigkeiten mit der Stadt,
welche dein Kloster daS Recht, in der dor-
tige» Kapelle Messen zu lesen, bestritt
und 1745 sogar verlangtedcr Hof-
meister solle die Schlüssel zu derselben
dem Magistrat übergeben. Aber das
Kloster bewies, daß auch zur Zeit dcr
0 Knrzges. Gesch. S. 126.
ch Knrzges. Gesch. S. 144.
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