Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 16.1898

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Außerdem finden sich dann noch in den
verschiedenen Handschriften Supplemente
aller Art, je nach dem Geschmack der Ab-
schreiber. Register über die Geistlichkeit
in der Stadt und deren Landbezirk und
dergl.
Als Quelle diente dem Chronikschreiber
vielfach Felix Fabri, dessen Dractulrm
de civitate Cllmensi, damals und noch
heute fast die einzige Quelle, ans welcher
wir über den Zustand der Stadt und ihrer
Einrichtungen im fünfzehnten Jahrhundert
Auskunft erhalten. Benützt sind auch Se-
bastian Munster und sonstige geographische
und historische Werke des 16. Jahrhun-
derts; wie denn das Bestreben der da-
maligen Chronikschreiber war, eben mög-
lichst viel zusainmenzutragen ohne Rück-
sicht ans Originalität oder Glaubhaftigkeit
des Gebotenen. Die Einträge gehen in
den verschiedenen Handschriften von 1548
bis 1700, doch schließt im allgemeinen
die Chronik mit den Jahren 1671 —1673
ab.
Der weitere Inhalt der einzelnen Ab-
schnitte ist durch Unterschriften hervorge-
hoben z. B. heißt es in Abschnitt II
„Ulm deß Schwabenlandes Herz und
Haupt". Ulm bequem zur Hantierung,
Form der alten Stadt, Bezirk der alten
Stadt, die Thore mit ihren Inschriften,
was in der Rathsstuben hin und wieder
zu lesen. Die III. Abteilung handelt von
der erweiterten Stadt Gebeinen und vor-
nehmlich von Kirchen, Klöstern, Kapellen.
Vom Münster unserer l. Frauenkirche,
InscriptnoireZ und bckonumentm, Ehor-
gestühl mit allen Inschriften, Oelberg,
Gegenhaltung des Straßbnrgischen und
hiesigen Münsters. Barfüßerklvster, Deut-
sches Haus, Wengen-Kloster und Grab-
schriften daselbst, Hospital, Fnndel und
Waisenhaus, Seelhans, Siechhans, Brech-
häußcr, BettelhäuSlein, fremd Almosen-
Kasten, Neuer Bau, Schwörhaus, Steuer-
haus, Werckhof, Seeghof, Wasscrstuben,
Kornstädel, Gred oder Waaghaus, Salz-
stadel, LeinwaudthauS, Barchet - Schau,
Golschenhaus oder Keller, Roßmnhlen,
Blaichen, Mangen, Herrenkeller, Eych,
Garnsieden, Kornmarkt, Metzig, untere
und obere Schützen, Marstall und Reut-
schule, Theater, Geschlechter oder obere
Stuben, Kansleut oder untere Stuben,

Wassermühlen, Becken-Häußer, Wirts-
hänßer,Apotheken,Bnchdruckereieu, Schmid-
ten, Badstnben, Laborir-HauS.
Im VI. Abschnitt werden sämtlicheGassen
nach dem Steuerbuch aufgezählt.
Der VII. Abschnitt enthält die Namen
der Bürger nach den verschiedenen Stän-
den und Zünften geordnet und im IX.
Abschnitt sind die Namen des gesamten
Rats und der Regierung der Stadt ver-
zeichnet. Das X. Kapitel handelt wieder
von Kirchen und Klöstern, auch bringen
dort einige Handschriften eine ausführliche
Beschreibung der neu erbaute» Kirche zur
hl. Dreifaltigkeit in Versen.
Im XI. Abschnitt wird dann gewöhnlich
der sog. Schwörbrief und einige wichtige
Gnadenakte und Freiheiten Kaiser Karl V.
an die Stadt mitgeteilt.
Die Handschriften, von denen ich nähere
Kenntnis nehmen konnte, sind folgende:
In derUlmischen Stadtbibliothek cod. 6266
von Bartholomäus Marchthaler angefangen
im Jahr 1548, dießelbe welche Veit March-
thaler wiederholt als Marchthaler'sche
> Hauschronik erwähnt; hier fehlt der An-
fang, welchen der Codex 6291 enthält.
Diese Chronik des Johann Bartholomäus,
des Sohnes des vorhin genannten, ange-
fangen im Jahr 1566, hat zu der Ueber-
schrift die Notiz: XL. Dieser war meines
Vaters Veit Marchthalers des Geheimen
Rats und Oberrichters zu Ulm sel. Bru-
der gewesen. Codex Xro. 9168^", am
Schluß der Rat von 1552: 31 Herren,
608 Seiten, Einträge bis 1671, Register
neu, ehem. Besitzer: Heinrich Beste. Co-
dex Xro. 5840 569 Seiten mit Re-
gister, angehängt einige Original-Akten,
Briefe und Schriftstücke, worunter zwei
Briefe „an den ehrbaren und fürnehmen
Bartholomäus Marchthaler meinen lieben
Herrn und guten Freund", Ulm 1572,
ferner ein „Verzeichnis; etlicher underschied-
licher Orther, umb die Stadt, wie weit
dießelbeu von der Fnttermaner eutleg
sind" , Wappenskizzen, eine Skizze vom
Kirchhof mit Angabe der Patriziergräber,
Einträge bis zum Jahr 1680. Ehemaliger
Besitzer: Jakob Nenbronuer.
Zu der ehem. Glöcklenschen Sammlung ge-
hören drei Manuskripte, die eine, Xro. 5389^,
war nach einer Notiz Wehermanns in dersel-
ben einst im Besitz des Akademikers Wolfgang
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