Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 17.1899

Page: 169
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lieber eine Aufführung im Jahre 1743
fehlt jegliche Nachricht. Die böse Kriegs-
zeit hinderte wohl eine solche.
Im Jahre 1744 winde aufgeführt:
der neunjährige Hannibal, in einem in
teutsch-hervischen Versen abgefaßten Klein-
Helden-Spiel vorgestellt ans der Schau-
bühne 1744 den ersten und dritten Herbst-
monat. Das Stuck behandelte die That-
sache, daß Hamilkar Barkas, als er 236
vor Christus Karthago verließ, seinen neun-
jährigen Sohn Hannibal am Altar des
höchsten Gottes der Karlhager dem römischen
Namen ewigen Haß schwören ließ
Der Verfasser des Stucks, des proloZuZ
und der zwei clrori war wieder Trant-
w ein.
Die Personen des prolo^us waren:
Zenius pruckentiae CIrristiairae, sechs Hwo-
ires, Africa, der Inhalt: der Geist der
christlichen Klugheit in Besehung der alten,
afrikanischen Merkwürdigkeiten giebt der
christlichen Jugend ans des neunjährigen
Hannibal Eidschwnr Lektion auf.
Die Personen des Chorus > sind:
Psendosophronismus, sechs Hwones, der
Inhalt: die politische Klugheit lehrt die
Jugend, böse Folgen ans Hannibals That
ziehen.
Die Personen des Chorus II sind:
Genius Uruckentiaa Oaristianae, sechs
t)-rone8, der Inhalt: der Geist der christ-
lichen Klugheit widerlegt vie falschen Fol-
gerungen der politischen Weltweisheit.
Die Personen des eigentlichen Stücks
sind Amilcar und seine Frau Thermntes,
Hannibal, ihr Sohn, Hanno, Asdrnbal,
Hippias, Spendins moclerator, Plauens
mockerakor des Hippias, Cornelius Scipio,
Fabius, Bomileor, Gelon, Gisco, Snnniath,
Mago, Baleakar.
Das Stück paßte trefflich in jene Zeit,
in der der nengewählte Kaiser Karl VII.
seiner Erblande beraubt war und eine
Mahnung zur Treue an das Vaterland,
an das Reich sehr am Platze war.
Diesen beiden, der heidnischen Profan-
geschichte entnommenen Stoffen, die wohl
im Gegensatz zu der in den Personen
Ripperdas und Dolgoruckys ge-
schilderten Untreue und falschen Ehrgeiz
die Treue und den wahren Ehrgeiz der
Jugend vor Augen stellen sollten, folgte
1745 ein der irischen Legendengeschichte

entnommener Stofs: Creutz-Schnl Hehl-
schul oder Lanrentins, ein durch Crentz-
leiden zur Verachtung der Welt gebrachter,
junger Prinz ans Lagenien, auf der Schau-
bühne vorgestellt den dritten und sechsten
Herbstmonat.
Der Verfasser des Stücks, des pro-
Io§u5 und der zwei cllori war wieder
T r antwei n. Der prolo^us war : Lrux
n Owisto pueritiae preparata. Chorus I:
crux pueritiae imposika, Chorus II:
crux a Ckristo mitiZuta. Der Inhalt
des eigentlichen Stücks war folgender:
Da die Rivalen von Laurentius das
Schlimmste argwöhnen, wird er von den
Waiden znrückbernfen. Nachdem Honestns
über dessen Heil besorgt und sehr ungewiß
ist, wird er von den Rivale» aufs Schlechteste
ausgenommen und ist deshalb sehr schwer
im Gemüte verwundet, wird übrigens
von Theobald wieder anfgemnntert und
auf neue Widerwärtigkeit - vorbereitet.
Honestns ist sehr beängstigt über das
Heil des Lanrentins und verbirgt dieses
weder Theobald, noch dem Jano-
briuS. Die Hoffnung, Lanrentinö
zu befreien, schwindet und erlischt gänzlich.
Während die Hiberner über den zu voll-
ziehenden königlichen Befehl besorgt, die
Lagener Flucht planen und raten und an
der Errettung des Lanrentins und ihrer
eigenen verzweifeln, wird Lanrentins
von Theobald auf den zu erleidenden
Tod vorbereitet, während die Rivalen sich
anschicken, denselben anzusehen. Lanren-
tins tritt unerschrocken dem Tod entgegen,
wird aber demselben wider Erwarten ent-
rissen und sagt dem irdischen Glanze Lebe-
wohl.
Die Personen waren Lanrentins, Trino-
bantes, Damnius, Selgova, Dobunus,
Brylhns, Trolns, macllio Durobriais,
Honestns leALtus, Larikanus IsZati secrc-
tarius, Lankius ex aula reAl8 Ickiberm,
Janobrius, TheobalduS, Basinuö, eplledum
Die Lagenier sind wohl die Bewohner
von Leagh Cuin, dem nördlichen Teil Ir-
lands.
Der Text war wieder lateinisch.
J»> Jahre 1746 wurde dann anfgeführt:
die bestrafte Lng oder Decebalnö, ein
dacischcr Prinz, wegen begangener Unwahr-
heit von dem väterlichen Thron ansge-
schlossen, in einem lateinischen Trauerspiel
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