Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

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in Agaunum (S. Moriz). Er hat dem
Konzil von Aquileja — i. I. 381 gegen
die Arianer gehalten — beigewohnt nnd
dessen Beschlüsse als Bischof von Sednninm
unterzeichnet. Anch wird berichtet, daß er
zu Ehren der heiligen Märtyrer von
Agannum die erste Kirche erbaut habe.
Gerade der letztere Umstand wurde unter
der Voraussetzung, daß die fragliche Kayelle
ans den Namen des hl. Theodor getauft
war, eine besondere Bedeutung erlangen,
da er den Gedanken nahelegt, daß die
Gründung der Theodorskapelle und die
Auswahl ihres Patrons vom S. Moriz-
stift in Ehingen ausgegangen sein werde.
Schließlich sei noch der Sage gedacht,
wonach die Hauptsumme zum Bau der
Dodereskapelle von einem Knechte geschenkt
wurde, welcher sich das Geld durch Futter-
schneiden verdient habe. Seitens der Pfarr-
angehörigen sollen dann später anch noch
kleinere Beiträge entrichtet worden sein.
Nach der Oberamtsbeschreibung, II, 21
wurde i. 1.1898 das altehrwürdige Heilig-
tum mit einem Kostenaufwand von 7500 M.
vollständig renoviert. Der neue Flügel-
altar zeigt jedoch nicht, wie dort angegeben
ist, Theodorich und Bonifatius, sondern
Theodor nnd Martinus.

.Hch wollt scho Biographieu
von Amtsrichter a. D. Beck.
29. I. B. Mittler, O. 5. II,, letzter
Reichsprälat von Weingarten (1737 bis
1804). H
Mittler, Joh. Baptist (Klostername:
Anselm) N., letzter Prälat des vormaligen
Benediklinerreichssiifts Weingarten, geboren
am 20. Februar 1737 zu Aichach, einem
zur Gemeinde Berg gehörigen Klosterhofe
in Oberschwaben (nicht, wie Clem. Baader
in seinem bayerischen Gelehrtcnlexikon und
nach diesem Wurzbach melden, in Ober-
bayern), studierte au deu Stisiöschnlku
von Weingarten und Ottobeuren, trat im
Jahre 1753 in den Orden und legte das
Jahr darauf die Gelübde ab. Nach der
i. I. 1760 erfolgten Priesterweihe wurde
er Regens des StistSseminars, an welchem
er Rhetorik und Philosophie vortrug; im
Jahre 1769 wurde er Professor der Theo-
0 Der „Allg. d. Biogr.", 28. Bd., S. 703 f.
mit Einwilligung des Verlags entnommen.

logie au der Benediktineruniversität Salz-
burg, als welcher er eine langjährige er-
sprießliche Thätigkeit entwickelte, nnd da-
selbst auch nach einiger Zeit zum fürst-
bischöflichen Geistlichen Rate ernannt. Von
hier ans wurde er infolge seiner am
21. Dezember 1784 erfolgten Erwählung
zum Abte feines Stiftes abberufen. Als
solcher führte er den von seinem Vorgänger,
dem Prälaten Dominikus Schnitzer, im
Jahre 1745 begonnenen großartigen Neu-
bau der Stiftsgebäude weiter, konnte den-
selben aber nicht mehr vollenden, indem er
ihn i. I. 1792 wegen der Kriegsunrnhen,
während welcher er und sein Stift noch
vieles durchznmacken hatte, einstellen mußte,
und die i. I. 1803 erfolgte Säkulari-
sation seines Stifts überhaupt jedem
Weiterball ein Ende machte. Er überlebte
die Katastrophe nickt lange, indem er scholl
am 19. Jnni 1804 starb und als der
letzte Weingartensche Reichsprälat in der
Gruft bei der Klosterkirche beigesetzt wurde;
der Schmerz über den Verlust seines ge-
liebten Klosters, von welchem er in Thränkii
Abschied nahm, hatte einen nachteiligen
Einfluß auf seinen Körper, Geist lind
Gemüt ausgeübt. Es wird ihm eine löb-
liche umsichtige Negierung über das ver-
hältnismäßig bedeutende Stiftsgebiet nnd
j namentlich auch nachgerühmt, daß er sich
I vorzüglich die wissenschaftliche Ausbildung
der jungen Mönche angelegen sein ließ.
Er veröffentlichte als Professor verschie-
^ dene — in der Benediktinerzeitschrift
^ (III. Jahrg. 1882 S. 277 u. 278) auf-
^ geführte — theologische nnd philosophische
Schriften. Sein in Oel gemaltes Bildnis
befindet sich in der Stiftskirche zu Wein-
garten unter der Orgelbrüstung angebracht;
außerdem befinden sich noch zwei Oel-
porträts von N., ein glößeres und kleineres,
im Verwandtenbesitz zu Ravensburg; darnach
ist auch die Holzschnittreproduktiou in Bnsls
Schrift über Weingarten zwischen S. 64 u. 65.
Sein Geschlecht existiert ilvch in Oberschwaben.
30. Joh. Christoph Schanpp, Me-
dailleur voll Biberach (1685 bis
17 17). I
Sch all pp, Johann Christoph S., be-
deutender Edelsteinschneider und Medail-
') Der „Allg. d. Biogr.", 30. Bd., S. 047 s.
mit Einwilligung des Verlags entnommen.
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