Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

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vielen dieses Namens?), welcher für Erz-
herzog Leopold etliche besondere Sachen zn
machen habe, die vom gewesenen Münz-
cisenschneider H. vorhandenen Werkzeuge
zur Verfügung zn stellen. -— Um d. I. l 460
bis 1471 wird (nach den ans dem k. k. Slatt
Haltereiarchiv zn Innsbruck gezogenen Ur-
kunden und Regesten im 20. Bd. des gen.Jahrb
Qnellcn II.) ein bedeutender Harnisch-
macher Pankracz Häkhel von Bre-
genz erwähnt, welcher auch ins Schwä-
bische arbeitete. Ebenso muß Hans Pon-
herr, gen. „Maul" ans Niedlingen
(ebendas, p. 173 Zisf. 18 079), seßhaft
zn Nheinfelden im selben Jahrhdt. ein
tüchtiger Büchsenmacher gewesen sein;
derselbe wurde im März l 464 von Herzog
Sigmund von Oesterreich znm Diener mit
50 fl. jährl. Sold ausgenommen und er-
hielt am 27. März 16 Psd. Berner Sold
ansbezahlt, wobei ein Heinrich Goldschmid,
den man Sieger nennst als Zeuge figurierte.
Am 17. Jänner 1471 ward aber mit ihm
abgerechnet und scheint er entlassen worden
zn sein. Fast ans der gleichen Zeit wird
ein bewährter Glockengießer Oswald
Kysling (Kißling) von Biber ach a. N.
(ebendas, p. 181) angeführt, welcher i. I.
1473 von Innsbruck durch Herzog Sig-
mund dessen Rat Balthasar v. Aw für
einen Glockenguß empfohlen wird. Um
d. I. 1474 kommt ein Goldschmied Hans
Mayr von Lindau vor, welcher auch
nach Vorarlberg arbeitete. — Endlich wäre
noch Hans Swäbel, Abenteurer von
Ulm (reisender Händler mit allerhand?)
zu nennen, welcher im September 1465
„zwen und zwainzig gnldin ring mit ge-
stain und zwai gnldin kettenel mit yac-
cincten um 122 r. in gvlde" an einen Erz-
herzog nach Innsbruck verkaufte (a. a. O.
p. 165 Z.ff. 17 900).

Memere Mitteilungen.
Nochmals Markus Asfahl (siehe „D.-
A." XVII, 1899 Nr. 6. S. 91—95). '
In einer Studie über die Darstellung der
Kreuztragung im „Kunstsreuud", u. F. X VII., Nr. 3
giebt nun dessen verdienter Herausgeber, der be-
kannte Tiroler Knnstforscher Priester Karl Atz
neben einer nochmaligen eingehenden, auch neuer-
dings in den „Mitteilungen der k. k. Zentral-
kommission f. Kunst- u. hist. Denkmale", XXVI,
1900, 4. Heft, S. 212 reproduzierten Besprechung
ans S. 51 eine Abbildung von dem Meraner
Freskenstuck nach einer Zeichnung Alfons Sibers,

des Nestanrateurs dieser gewaltigen Darstellung,
welcher hoffentlich bald eine ersehnte tüchtige
photographische Abnahme folgt. 'Atz charakteri-
siert dieses interessante, hochbewegte Gemälde
dahin, wie sich in der dichtgedrängten Gruppie-
rung, mit Figuren fast in Naturgröße, realistische
Köpfe, überall drastische Lebendigkeit, alles voll
künstlerischen Empfindens in der Darstellung,
selbst in den flüchtiger behandelten Stellen zeigen.
> „Die Soldateil sind in gothischen Rüstungen ge-
kleidet. Die mitunter prunkhaften Kleider der
vornehmen Juden haben damascirte Muster,
manche trageil Handschuhe, Zipfelgugeln oder
! Guderhüte, und auch den spitzigeil Judenhnt.
In der Farbengebung herrscht Heilocker vor, die
i Stimmung der Farbe ist eine gute, ruhige. Die
! Niinben sind große glatte Scheiben, ohne Gra-
! vierung, die Falten der Gewänder wenig knit-
terig". Atz datiert die Entstehung des Bildes
fast mit Sicherheit in das erste Jahrzehnt des
16. Jahrhunderts; „die älteste von den vielen
eingeritzten Jahreszahlen lautet auf 1516". Noch
macht er auf eine interessante Erscheinung anf-
> merksam: Der Netter etwas mehr links im
! Bilde, welcher die mit dem fraglichen Mono-
i qramme:.
Fl. 7^.
l bezeichnete Tartsche führt, trägt sie aus dem Rücken
den er dem Beschauer zuwendet; seine Rechte
hält er mit geballter Faust ebenfalls aus den
Rückeil hin und seine Stellung ist überhaupt eine
solche, daß er sich an der ganzen Hauptscene nicht
beteiligen will, ja davon zu reiten scheint. Atz
vermutet, daß sich ähnlich, wie ans anderen ver-
wandten Darstellungen, darin habe der Künstler
selbst verewigen wollen. Von unserem anläßlich
der Ernierungsversuche des Meisters des Meraner
Freskos gemachten Hinweis ans Markus A s-
sahl ans Schwab. Hall, für welchen Hinweis
wir Nils ans alle Fälle die Priorität gewahrt
haben möchten, haben bis jetzt außer H. Atz a.
a. O. nur die Beilage der „A. Postzeitung"
Nr. 23 vom 28. April v. I., S. 163, bei
Besprechung des „Diöcesan-Archivs" sowie ein
kurzer Artikel im „Deutschen Volksblatt",
Nr. 152 vom 7. Juli 1899 Notiz genommen.
Karl Giehlow, wirft in seinen „Beiträgen
zur Entstehungsgesch. des Gebetbuches Kaisers
Marimilian 1." im Jahrb. der Kunstsammlungen
des allerh. Kaiserhauses w., XX, 1899, S. 30 ff.,
insbes. S. 81—82 die Frage auf, ob das Fresko,
bezw. das fragliche Monogramm nicht dem
bayerischen Maler Michel A(b)pt, welcher am
29. Juli 1520 (!) die Gerechtigkeit des Vaters
erhielt und i. I. 1527 starb, angehören könnte,
woneben er auch des Markus Astsalk (wie er
den Namen schreibt) gedenkt, ohne indes unsere
Arbeit zu kennen bezw. zu nennen?! Wenn der-
selbe schließt: „wie der Name Markus Astsalk,
schwebt auch Michel Apt vollkommen in der Luft",
so ist dies doch betreffs des Asfahl, dessen
Existenz als Maler und dessen Thätigkeit zu
Reutlingen in jener Zeit seststeht, auf dessen
vermutetes Wirken in Meran zu beziehen und
kommt u. E. Asfahl als ungleich größerer Meister
weit eher bei der Suche nach dem Meister des
Meraner Malwerkes wje Abt in Wurf. 15 Lec ü.

Stuttgart, Buchdruckers der Akt.-Ges. „Deutsches Volkslüatt".
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