Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

Seite: 42
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22. 1'. Placidus Kaufmann aus!
Arbon, 7 4. Aug. 1561. (193)
23. ?. DanielT ü rk ex villa Sensen
bei Buchau, war 1555 Custos, 1564 Eel-
lerarius mchor, ch 14. April 1568. (194)
24. ?. Daniel Jo erg, Pfr. in Un-
terkirchberg, 7 27. April 1569. (195)
25. Br. Johann Maurer, inm^nis
meclicus, lebte bereits 1555 im Orden,
7 20. Jänner 1572. 096)
(Fortsetzung folgt.)
Uritilk der Wappen der Miimesinper
null Schwaden.
Von '1 Professor n. D. vr. F. M one in Karlsruhe.
(Schluß.)
Unter Nr. 34 wird Herr Heinrich
von Morungeu als Dichter aufgeführt
und ihm als Wappen ein blauer Schild mit
drei ^ ^ ^ silbernen mit den Spitzen nach
oben gekehrten Halbmonden beigelegt. An
den Spitzen des Mondes ist fe ein sechs-
strahliger, goldener Stern angebracht. Der
Dichter, sagte und glaubte man, stammte
ans Mornngen bei Sangershansen, lebte
um 1213—1221 und soll in Leipzig ge-
storben sein. Daß die drei Halbmonde
die drei Hanpt-Marienseste: anirrmtiatio,
nativitas und nsscimptio d. 1VI. V. be-
deuten, hielt man für eine Sache, die
keines Beweises bedürfe. Die Blütezeit
dieses Dichterlings wird aber auch auf
1290—1300 angesetzt oder verlegt. Also
in eine Zeit, als der angebliche Heinrich
von Mornngen, welcher bei Sangershansen
geboren ist, schon längst in Leipzig ge-
storben war! Da ferner nicht erwiesen
ist, daß die Familie dieses Mornngen (sein
Vater) das angegebene Wappen führte, so
ist die Sache noch lange nicht entschieden,
sondern im Gegenteile, noch mehr verwirrt
worden.
Durch diesen Widerspruch in die Enge
getrieben, hat man zwei Dichter mit
ähnlich klingendein Namen nachznweisen
versucht, nämlich den Heinrich von Mo-
rnngen und den „edlen Moringer". Ferner
lag es nahe, daß der Name Moringer
ans dem Worte Mohr (TLeUriops oder
lVIauretarrrw) und Mohrenland entstanden
sei. In diesem Sinne äußert sich Wilhelm
Scherer, Geschichte der deutschen Litteratnr,
S. 742: „Die Orientfahrt des edlen

Moringers scheint ans dem an die Moh-
ren und Mohrenland erinnernden Namen
des Heinrich von Mornngen hervorge-
gangen zu sein."
Es schien mir, so oft ich das Wappen
des Heinrich von Mornngen betrachtete,
gar zu ausfallend, daß ein ähnliches Wap-
penbild mutntis mutnncliZ ans der Nenn-
fahne oder dem Banner wiederkehrt, welches
bei der Darstellung der heiligen drei Könige
vor dem Christnskinde ans den Altarblättern
des 15. und 16. Jahrhunderts der schwarze
oder, hellbraune Mohrenkönig (Kaspar,
der Ehamite) hält. Demzufolge dachte
ich, sind die drei silbernen Halbmonde
etwa von der Nennfahne des Mohren-
königs entlehnt worden und in den Manesse
Codex gekommen? Zangemeister a. a. O.
hat ohne weitere Bedenken das Halbmond-
wappen für ein richtiges Familienwappen
gehalten. Das ist ein starker Fehler in
Zangemeisters Buch. Könnte nicht ans
einem Drei-Königspiele die Figur des
Mohrenkönigs und dessen Wappen in
das Liederbuch des Heinrich von Klingen-
berg gekommen sein? Durch diese Unter-
suchung gelangte man ebenfalls zu dem
Resultate, daß unter dem Namen Mornngen
um 1213—1221 oder 1290—1300 nur
ein Darsteller des Mohrenkönigs im Drei-
Königspiel, welcher den Uebernamen Mö-
ringer erhalten hatte, verstanden sei.
Wenn man auch zngeben will, daß
das Wappen mit den drei türkischen (is-
lamitischen) Halbmonden ein fingiertes und
vom Mohrenkönig entll Hutes sei, so glaubte
man doch, an dem Namen des Dichters
sesthallen zu müssen und denselben mit
einem Dorfe, welches einen ähnlichen
Namen hat, in Verbindung bringen zu
können. Ans diese Weise hat man als
des Dichters Heimat das Städtchen Möh-
ringen an der Donau bei Tuttlingen oder
das Dorf Mähringen oder Möringen zwi-
schen Tübingen und Reutlingen, welches
als Moeringen schon 1275 eine Pfarrei
hatte oder Basel (die Familie Möringer)
- oder noch andere Orte mit ähnlichen Namen
^ nachznweisen versucht. Aber bei allen
diesen Vermutungen hat das Wappen mit
den drei Halbmonden sehr gestört und
konnte nicht in Einklang mit der gesuchten
Persönlichkeit gebracht werde». Ans dem
j Scherze oder der Maskerade eines Drei-
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