Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

Page: 112
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22. ?. Heicnlau B r a » de r auö Hou-
svlge», geb. 18. Dez. 1707, machte zu
Lciiidöbcvg und Jsny seine Studien, Prof.
11. Nov.' 1727, Priester 8. Mai 1731.
Aemter: Professor der Humaniora, Cnstod,
Kellermeister, Confe.85ariu3 Conventu8,
Pfarrer in Gögglingen und die letzten acht
Jahre erster Negularpfarrer in Billafingen,
>ro er oft an einem Tage 7—8 Stunden
im Beichtstühle den frommen Wallern „ziiin
gegeißelten Heilande" Genüge zu leisten
suchte, ch an der Wassersucht im Kloster
23.Okt. 1761 (I^olrila und Breiig, S. 302).
' (304)
23. Br. Bonisaz Strixner ans
Cterzing in Tirol, Prof. 11. Nov. 1728,
Tischler, ch 6. Jan. 1733, 33 I. alt,
mordo pleuro-pneumatico. (305)
24. I^r. cl. Casimir Gronner ans
stliederstotzingen, Prof. 11. Nov. 1 729,
ch I. Jan. 1733T) Di11eri3 llumanio-
ribu3 I)iI1in§ae excultu3 obül Illeolo-
§iae 8tri6io8U5 ex ulcere circa prae-
eorOia cd pleuriliOe. Wlic^uol ante mor-
tem 6iedu8 confratre8 conx^ocavit et
veniam erratornm Irnmillinre petiit;
odiit pii83ime(1^otula).(306) (,Forts. folgt).
Aleinere Mittlstlumieu.
ueberrumplungsversuch der Neichs -
stadt Buchhorn i. I. 1454. Alls der be-
kannten Fehde des Hans v. Nechberg und Gen.
mit den oberschwäbischen Reichsstädten wissen die
von Ruppert herausgegebenen Chroniken der
Stadt Konstanz, den auch in einer gleichzeitigen
Memminger Chronik und darnach in den
Bodenseeheften, V. 1874, S. 168, erzählten An-
schlag ans das Reichsstädtchen Buchhorn
i. I. 1454 folgendermaßen zu melden: I. 1.1454
(a. a. O. S. 284) „im krieg zwischet dein von Nech-
berg und den richstetten hat kaiser Friderich baiden
parthien gebotteil, das sy den krieg mit recht
besorgte und vorzüglich beim Ballwesen sowohl
des Klausurgebäudes des Klosters Wiblingen,
als der Pfarrhäuser in Billafingen, Bronnen,
Staig, Donaustetten, Unterkirchberg und der
Klosterhöfe zu Ulm und Fischbach seine Thätigkeit
bewies. Durch viele Sorgen und Arbeiten erschöpft,
wollte ihm Abt Modest II. auf dem neuerbauten
Hofe Fischbach Ruhe verschaffen. Allein Kränklich-
keit und eine gewisse Strenge gegen sich selbst
ließen ihn nicht lange auf diesem Platze. Er
wurde in das Kloster zurückgebracht und starb
dort. (Braig, S. 308 — 309.)

sötten ußtragcn. des warcnt die statt fro, schickten
im den srid lind velsahent sich tains argens vier
zu im. Aber der v. Rech berg bracht nsf 7. Ja-
ilnari zusammen 200 Pferd und 300 fnßknecht
und ivolt damit Buchhorn überfallen und ein-
genommen haben, ruckt mit dem ziig nach zu
Buchhorn und tailt das voll. An: abeilt schickt
er zeheil gesellen in die statt, etlich zu roß und
ctlich zu fuß. Die soltent ains thors in der statt
hon acht gehabt, das ingenomen und den thor-
wart erstochen habeil. Als sy null das bestellt
hattent, rittent etlich wider zum zug und blibent
dry in der statt übernacht, die soltent das aiir
thor ingenomen haben. Indem kam ain pur mit
aim karren, der ward des zugs vor der statt ge-
war, luff an das thor, schlus zu und schräy. Do lusf
mengklichs zu und wurdent die dry gesellen ge-
fangen. Do des die vor der statt gewar wurdent,
do zugents davon, doch nit on großen schaden.
Die gesellen verjahent, das der v. Rechberg sy
hatt überfallen wöllen und getödt haben alle, dis
sich nit ergebent. Er wolt auch hinweg gefurt
haben Nueff Möttelin den richen und ettlich
von Navenspurg, so dahin geflohen warent, welche
im ob 40 000 goldin hatten geben mögen. Es
lag auch der statt gut, so gen Gens gehört im
gradhus o^ 20 000 sl. wert, welches er auch hin-
weg gefürt und darnach die statt anzündt haben
wollt, die dry gesellen aber vierteilt man und
hankt's für die thor. Also errett gotr die statt
zur selben zyt, im sey lob und dank." -— Die be-
kannte R eut l in g ers ch e KoAektaneensammlung,
Bd. l. Bl. 10, in Ueberlingen erzählt die Unter-
nehmung folgendermaßen: „Ußer dem satzungs-
buch derer v. Buchhorn. Item zu wissen seye
menigklich, das in dem jar, do man zalt nach
Christi gebürt 1454 ist Hans v. Rechberg uff
S. Felixtag (14. Januar) mit einein schwürlichen
zug vor unser statt in das riiet by nacht und
nebel geruckt und unterstanden uns als die
v. Buchhorn unbetrawt und ungehört, unredlich
in ze nemen; dazu der älter Martin Obser soll-
ich kuntschaft und gesamelten gezüg gesehen und
erfahren und denen von Buchhorn mit großer
sorg verkündet und gewarnet hat, darom inne aller
järlich sin leben lang ain schesfel kernen zu geben
zugesagt und gen Jetten Husen drey psund
wachs an ainer kertzen uff benanten tag järlich
zu geben uffgesetzt. Und sollen auch hinfüro uß
jeder zunft uff s. Felixentag sechs man mit ainem
crützgang in gewer und Harnasch mitsamt) der
procession und sust uß jedem hus ain mensch
mitgeen und soll also ain ewig zit gehalten werden,
und denselben sant Felixentag seyern und daran
weder spilen noch karten." — Zwei I. vorher,
kurz vor Brechung der Rechbergschen Raubfeste
Ruggbu rg zwischen Bregenz und Lindau mar der
damals dem Kloster Weissenau gehörige Weiler
Manzell bei Buchhorn durch Rechbergsche Söldner
überfallen und ausgeplündert worden (s.„Werden-
berg-Sargans contra Ulm wegen Brechung von
Ruggburg" in deir „W. Bierteljahrsheftcn w."
IX 4, 1886, S. 257—258, und über Hans v.
Nechberg im Allg. und Bes. die inhaltreiche und
instruktive Arbeit von Th. Schön in der „Bes.
Beil." des w. „St.-A." Nr. 4 ff. v. 1895). 11 e c U

Stuttaart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt
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