Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

Page: 24
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den, da er lange wegen Neligionssachen
nichts vernommen. Darauf erfolgt der
Bericht des genannten Dekan: „das allhie
zn Steinbach Gott lob die fach Inn
guten terminis vnd es somit also gemahet
vnd beschaffen, daß sich Nunmehr der
mehrere theil vnd erst gestriges verschinen
Palm tags über die 80 großen Zn em-
psahnng des hochwürdigen Sakrament des
Altares aibereit gehorsamblich eingestelt".
(id.) D>e übrigen hätten erklärt, am
Donnerstag sich einzustellen. Was
Gebsattel anbelange, so sei noch nichts
bekannt, wer sich eingestellt habe oder ein-
stellen werde.
Kommunionen 1 59 6 und 1 5 9 7.
Von düsen beiden Jahren 1596 und
1597 sind die Kommnnikantenlisten mit 186
Einwohnern und 29 Hausgenossen (vor-
handen — 125 Personen), welche der
augsburg. Konfession zugethan waren,
welche aber am Gründonnerstag (in coerm
Domini) und an Ostern nach kathol. Nims
kommuniziert haben. Bei Chiliair Hof-
mann, dem alten Ziegler, ist di/Be-
merkung: ist noch lutherisch; sein Sohn
Hartmann Hofmann — mit seiner
Frau Anna haben anno 1596 nicht, wohl
aber 1597 die Kommunion empfangen. Bei
Joh. Georg Boos und seiner Frau Esther
und seinen Mägden Margareta und
Apollonia ist die Bemerkung beigefügt:
„Seindt noch alle Lutherisch"; ebenso bei
Samuel Hain er, Müller, samt seinem
Hansgesind; desgleichen bei Sebastian
Schweickher. Von den 39 Hausgenossen
haben alle die Kommunion auf Ostern
empfangen. Also sind in diesen beiden
Jahren von 225 Personen alle bis ans
6 Personen mit Hansgesind von zwei
Familien zur katholischen Kirche zurück-
gekehrt. Außerdem haben anno 1596 noch
70 und anno 1597 noch bei 70 Personen
die Osterkommnnion empfangen, welche
jederzeit kathol. geblieben waren. (Pfarr-
registratnr.)
Nicht so ging es in Geb sattel, wie
der ausführliche Bericht (vom 24. Januar
1598) über Steinbach und Gebsattel zeigt,
der im Konzept, das nicht unterschrieben
ist, in der Pfarrregistratnr Steinbach er-
halten ist und den wir, seiner Bedeutung
wegen für die damalige Zeit, wörtlich folgen
lassen.

^ Bericht deß G e b sa t tli s ch en und
Dteinbachischen religionwesens.
An die Fürstliche würtzbnrgische geistliche
Herren Näth rc. abgangen.
Ehrwürdig, edel, hochgelehrt, gnedig,
großgünstig und gebiettendt Herrn, E.
gn. (Eure gnaden) und Chnrü sein neben
winschnng eines freudenreichen glückseligen
Neuen Jhars, mein Vnnderthanige, gehor-
same schuldwillige Diennst Jederzeit bestes
vleiß zuvor. Gnedige großgunstige ge-
biettende Herrn. Es werden E. gn. vnd
Churs, sich gnedig zn erinnern wissen,
welcher Massen anß deß hochwürdigen
meines gnedig. Fürsten vnnd Herrn von
Würtzbnrg w. gnedigen benelch Ich aber-
malen nach Geb sattel verordnet wor-
den, daselbsten in religion sachen mit Pre-
digen, vermahnen, vnd Jedeß privat be-
handlen, das beste zn ihnen, damit nichts
verabsänmbt, sondern die Vnderthanen her-
beigebracht vnd die Catholisch religion
fortgepflanzt werde, Jinfahl (Fall) auch
neben dem Amptmann zuGebsattel,
Ich das anbefolchene religion Werkh
zu kheiner richtigkhait bringen khönndte,
alßbaldten E. gn. vnd Churs, aller
sachen beschaffenheit neben meinem gnt-
achten nach Nottnrfft berichten, da auch
bey ettlichen gnele Hoffnung, der religion
halber sein solle, deren Ir zwei, dreh oder
mehr nach Würzbnrg schickhen, — damit
die Nottlnfst (das Nolhwendige) mit Ihnen
abgehandelt werden möchte.
Wann dann yezt gemeltem Fürstlichem
würtzbnrgischem gnedigen bmelch Ich in
vnderthänigem gehorsam nach Zusagen mich
schuldig erkhenne, Alß habe E. g». vnnd
Churs. Ich das ganz religion wesen
zn Gebsattel sampt allen bißhero ver-
suchten mitten (— Mitteln) vnd befundenen
ob8taculi3 (Hindernisse) vnderthanig zn
berichten kheinen ferneren Umbgang haben
sollen vnd ist gemeltes negotium re1i§io-
ni8 nach volgender Weiß beschaffen.
Daß obwolen anß des hochwürdigen
meines gnedigen fürsten vnnd Herrn von
Würzbnrgs empfangenen benelch, Ich zum
öfteren mahl mit den Chombergischen
Vnderthanen zn Gebsattel von wegen der
religion gehandlet, alß Anno 96 In dem
Adnent, hernach anno 97 in der fasten
vnnd dann circa le3tam diem ^33ump>-
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