Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 20.1902

Seite: 25
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tionis b. vir^inis durch den ganzen Angst-
monat mit öffentlichen Predigen
glimpflich vnd befcheidenlich angehalten,
halt doch solches bey denselben nit allein
khein Veifang gehabt, Sondern auch so
offt ich in Predigen von der rel'gwn die
wenigiste Anmeldung gethon, sie sich
alspaldt von der Kirchen abgesnndert, vnd
die Predigt nit mehr besuchen
wollen. Also das die religion diser
ortten durch Predig(en) schwerlich zu er-
halten.
Die Privat be Handlung betref-
fend^ habe Ich, vor disem etlich nit
wenig vnderthonen, vnd sonnderlich in
nchstvorschiner heiliger Adnent Zcit alle
vnd yede Chombergische vnderthonen der
Pfarr Gebsattel partern zu mir er-
fordert vnnd daß sie auß fürstlichem Würz-
bnrgischen benelch ins khünfftig nit mehr
in frernbte Pfarren anßlauffcn, sonder die
Kirchen vnd Gottsdienst zu Gebsattel be-
suchen, auch daß hochwürdig Sacrament
deß Altars daselbsten empfahen vnd also
widernmb zu der alten katholischen
Kirchen sich gehorsamlich ein-
st e l l e n s o l l e n, nach nottm ft sürgehalten;
darneben alle Ihre beschwernnß, so sie
wieder die Catholrsch religion eingebracht,
mit fleiß relutiert, auch genügsame Er-
stachen, warnrnb sie die Angspnrgische
Confession verlaßen vnd sich zu dem
allen Catholischen glauben gehorsamblich
begeben sollen, eingesürt, einen ganzen
Monat biß nach den Christfeyrtägen mit
Ihnen zngebracht, an gneten ermahnnng(en)
gegen einem (!) yedcn, Jnnsonnderheit
nichts vnd(er)lassen, sonder meinen mng-
lichen fleiß angewendt, aber nit mehr, als
3 Personen, Nemblich hanni
Verlze, Schultheiß, Kilian Mähern,
Amptknccht, vnd sein Hanssranen Khrrne-
gnndt zu der gehorsam bring(en) mögen.
Die Andern alle seiud in Religrone rroär
vngehorsam, vnd haben zu Ihrer ver-
mainten entschnldignng gantz vnderschied-
liche ansflichten eingestrerret, welche vnder-
thonen Ich vmb besseren berichts willen in
dreh uachvolgendte Part he Yen
oder Rotten abtheile.
Die erst Nott, so in glaubenssachen ober
alle Massen widerspenstig vnd halsterrig,
thuet dise erkhlernng, daß sie Ihrer: Fl.
G- (fürstlichen Gnaden) von Würz-

bnrg vrnid dem St isst CHomb erg
in Weltlichen fachen allen vnderthanigen
gehorsam zu laisten sich schuldig erkhennen
wellerr, auch die Zeitt Jres lebens von
Herzen geren ihnen; Aber sein Religion
vnd gewisseres sachen das wenigst einzn-
willigen sey Ihnen zu schwer; Mit ferne-
rem Vermelden, daß sie von diser Zeit,
sowoll den fürstlichen Würzbnrgischen alß
Cbombergischen abgesandten Herrn und
Rathen alß Herrn Dechant die Vnderthonen
angerryßen vnd geschworen rc. allein in po-
litischen oder Weltlichen angelobt gehuldigt,
In Religion vnnd gewissenssachen aber
sich aperte widersetzt vnd die Catholische
Religion anzniremen öffentlich widersprochen;
wollen also der vnt(er)thenig(en) Hoffnung
sein, man werde sie, bey erst gemeltem
Weltlichem gehorsam rnelig verbleiben,
auch Jres gewisseres freylassen, vnd mit
der alten Religion nicht weilter in sie
tringen, dan sie bey der angspnrgischen
Confession, darinen sie geboren, vnd von
Jngcndt aufs darzne erzogen vnd gewesen,
die Zeyt Jres lebens zu verbleiben, auch
leib vnd gnet darbei znlaßen entlieh be-
dacht; Jmfahl aber ye wider verhoffen
Iren fürstlichen Genaden Sie zu vnder-
thonen in dieser Jrer neuen Religion nit
gesellig oder gnet genueg waren, möchten
sie leiden, d(aß) Ihnen solches angezaigt
würde, wollen sie secherr, wie der sachen
weitter gescheche.
Die aund er Nott od. Parth.ey er-
khlert sich, daß sie Iren Fl. G. vonWürz-
bnrg in puncto reli^ionig reicht antwortten
vnd die begerie Religion weder abschlagen,
rroch Zusagen Können, Inn bedenckhen, das
das Religion wesen in Gebsattel
zwischen dem Stisft Chornberg
vnd der Statt Rottenbnrg (a. T.)
nit allein strittig, sonnder auch an der
Khayserlichen Camrrrer zu Speyr recht-
hängig; vnd Jetziger weil in tractatu
concoräiae. Wann dann sie vorr Iren
benachbarten hin vnd wider verneinen, alß
ob solle Rottenbnrg in ne§otio reli^ionis,
Ihrem Vernehmen nach, ein Richtig sach
haberr, vnd dem Stisf Chornberg mit Recht
gwiß obliegen, also sey Ihr gantz vnder-
lhonig sleherrlich bitten, Ihre Fl. Ge. von
Würzbnrg wollen das Religion Werckh
;n Gebsattel so lang gnedig eirrstellen
biß eintweders durch Rechtlichen anßsprnch
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