Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 21.1903

Page: 52
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und Geld vergeblich verwandt hatten. Sie
drangen tapfer in diese ein, töteten die
Bewohner nnd brannten sie von Grnnd
ans nieder.
Anch über Friedrich v. Liebenzell
wissen die preußischen Chronisten viel zu
berichten, so Peter v. Dusbnrg (Zcrip-
tores I, 160) : im Jahre 1290 hätte sich
Slauto, Häuptling der Naltangen, mit
einigen Genossen in die Burg Bartenstein
eingeschlichen und Bruder Friedrich von
Liebenzell mit seiner Dienerschaft ge-
fangen genommen. Doch wurde letzterer
bald befreit, und (ebenda I, 174): 1307
hätte Bruder Friedrich v. Liebenzell,
Komtur von Nagnit, 85 abgelöste Mann
von der Besatzung der Burg Bisen mit
19 Brüdern und 60 Mann im Felde
Calsheim mannhaft angegriffen nnd alle
bis auf 3, die schwer verwundet entkamen,
getötet (ebenda I, 182—183): im Jahre
1316 hätte Friedrich v. Liebenzell,
Vizekomtur vonChristmemel, mit 20 Brüdern
und 20 Mannen 80 Lilhauer, die von der
Burg Bisen znrückkehrten, überrascht und
alle bis auf 5, die die Waffen wegwarfeu
und flohen, getötet?) Auch hätte Bruder
Friedrich v. Liebenzell, Komtur zu
Ragnit, um den 24. Juni 1317 mit
150 Mann heimlich in die Gedimiusburg
dringen wollen. Doch war die Besatzung
gewarnt und konnte nur die Vorburg von
den Brüdern gründlich niedergebrannt
werden. Auch gedenkt Peter v. Dils-
burg (ebenda I, 192—193) der Er-
bauung von Warlenberg in Galindien und
Gutstadt durch Friedrich v. Liebenzell?)
Ludwig v. Lieben zell war übrigens
am 26. Juli 1283 zu Schwel; an der
Weichsel?)
Der Jahrgang 1902, S. 179, An
merkung 2 genannte Ernst v. Liebenzell
kommt in Preußen anch 1291 ^) nnd 1294 ^)
vor.
Eine preußische Chronik nennt einen
weiteren schwäbischen Edelmann, der in
Preußen den Heldentod starb. Peter
? Peter von Dusbnrg scheint dieselbe Sache
zweimal zu verschiedenen Jahren zu erzählen.
2) Weiteres über ihn berichtet Nikolaus von
Jeroschin in seiner Kronike von Prnzinland
(seripcores I, 545, 571, 588, 580, 60?, 608).
14. ec iVI., coel. ctipl. prass, kl, rer. 460.
? Voigt, Eidechsengesellschaft, S. 226.
'°>) Lnct. NIpl. prass. Il, scr. 30.

v. Dilsburg, crouicn tarrne l'i'ULLML
(scripb. 1, 160) meldet, daß am 20. Mai
1295 in einem Seegefecht gegen die
Lithaner auf der Memel fiel cguiclnm
lrnter dictus de Verirrten, ebenso
berichtet Nikolaus v. Jeroschin (scrip-
tores I, 540). Wer war dieser Bruder
v. Beringen? Locher in seinen Re-
gesten zur Geschichte der Grafen von
Beringen kennt allerdings keinen Grafen
v. Beringen, der um 1295 Dentsch-
ordensbruder war. Doch gab es neben
den Grafen ein Ministerialengeschlecht, das
sich ebenfalls v. Beringen nannte.
Auch über den Bruder Hildebrand von
Nechberg finden sich Nachrichten in einer
preußischen Chronik. Peter v. Dusbnrg,
croiricL terre Urussie (script. I, 17z)
und Nikolaus v. Jeroschin (ebenda 1,
571) berichten: als 1307 Bruder Bolz
oder Volrad, Komtur von Nagnit, hörte,
daß die Carsvwiten mit einem Heer gegen
die Brüder von Memel gezogen wären,
befahl er dem Bruder Hildebrand v. Rech -
bergk, zum Kriege gegen erstere zu
schreiten, welcher mit einigen Brüdern nnd
80 Mann das Carsowitenland betrat und
außer Brand und Raub mit sich 70 Ge-
fangene fortführte?)
Nikolaus v. Jeroschin (scriptore.-; I,
618) meldet:
29. Mai 1329
ouch bleib aldo vor Wischegrod
von Bondorf Bruder Heinrich tot.
Des Grab zun Clostirvrauen
. an Colinen (Culm) mac man schauen.
Dem schwäbischen Geschlecht, das sich
nach Vondorf, OA. Herrenberg, nannte,
ist der Vorname Heinrich nicht fremd. Am
30. Juli 1191 war der Tübinger Mini-
steriale Heinrich v. Bondorf Zeuge in
einer zu Asperg ausgestellten Urkunde des
Pfalzgraseu Rudolf v. Tübingen?)
Nicht dem schwäbischen Geschlecht der
Notthafft v. Hohenberg, sondern
dem bayerischen (oberpfälzische») Geschlecht
der Notthafft v. Weißeustein ge-
hörte an Johann Nothaft, Komtur von

') lieber Bruder Hermann v. Oettingen ist
zu vergleiche» scriptorss V, 611: am 17. Sept.
133 t siel Hermann Komtur vor Elbing im
Kriege in Terra Koduieusi iChron. v. Oliva).
Doch kommt er »och 1338 urkundlich vor?
? Württ. Urk.-Bnch, >>, 272.
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