Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 21.1903

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kamen, Abhilfe. Er war ei» Mann von
versöhnlichem, friedlichem Sinne. Der
Rigaischen Kirche, mit der der Orden im
Streit lag, sicherte er reichen Schadenersatz
zu und erhielt vom Papste das wichtige
Zugeständnis, daß der Erzbischof und das
ganze Kapitel von Riga sofort in den
Orden übertreten mußten. Er starb am
20. März 1407?)
Ehe er Hockmeister wurde, war er vom
Jahre 1391 bis znm 1. Dezember 1393
oberster Treßler^) gewesen. Der neue
Hochmeister zog weitere Schwaben ins
Land. Die Chronik Wigands v. Mar-
burg (scriptorss rer. pruss. II, 657)
meldet: Juli bis Oktober 1394 (beim
Siege des Ordens über die Lithaner und
Sedemunts Gefangennahme: sancti 6e-
or^ü csrurrtum in ordiire (vexillum)
terurit dominus Oberlrurdus d e E n t? e n-
dor§?)
Vielleicht gehörte dieser Eberhard dem
schwäbischen, noch blühenden Geschlecht
v. Enzberg an. Der Vorname Eber-
hard weist nach Schwaben. Dagegen ge-
hörte Eberhard v. Nippenburg (Ippe u-
bnrg), der 12. August 1397 bis 6. Juni
1401 Pfleger in Tapiau, 1409 bis 15. Juli
1410 Komtur zu Althaus oder Alt-Kulm
warZ) dem württembergischen Geschlecht
dieses Namens an. Er fiel am 15. Juli
st Voigt, Geschichte von Preußen 6 S. 2—411;
Lohmaper, Gesch. v. Ost- und West-Preußen t,
S. 253, 253, 280, 290; allgeineine deutsche Bio-
graphie 14, 718—720.
2) Voigt, Nainenskodex S. 14.
st Voigt, Gesch. v. Preußen 6, S. 25. Note 7.
Nachgetragen sei noch folgendes: unter dem
Komtur Heinrich v. Wilna» (von 1276—1298)
waren im Konvent zu Marienburg Werner von
Bernhausen, zuvor im Konvent zu Christburg
und Hermann v. Staufen als Nitterbrüder.
(Voigt, Geschichte der Marienburg S. 36.) Her-
manns de Stopfen war 1284 Bürger in
Marienburg (ebenda S. 35, Anm. 77). Dieser
gehörte wohl einem Ministerialengeschlecht der
Hohenstaufen a». 1199 und 1228 wird genannt
Hermann v. Staufen, Sohn der Adelheid in
einer Urkunde des Abts Adelbert v. St. Georgen
(württ. Nrk.-Buch II, 330) und des Schultheißen
und der Bürgergemeinde zu Hall (württ. Urk.-
Buch 111, 220). Im Jahre 1857 kam ins
Ordensland Walter v. Stadion, der wenige
Jahre zuvor als Landvogt zu Glaris gegen
die Männer von Glaris auf dem Rütifelds
gefochten hatte. (Johannes v. Müller, Schweiz.
Gesch. Band II. S. 289; Voigt, Gesch. der
Marienburg S. 152.)
st Voigt, Nainenskodex S. 104, 18.

1410 in der Schlackt gegen die Polen,
st o Ii. E> Iu § os 2, stunderia prutenorunr
(scriptorss rer. pruss. IV, 18) sagt:
I Z banderium comendurie de unticpuo
custro, cguod ducestnt: Viltielmus läp-
pen, comendntor de untiiguo castro;
sub cpio erunt puuci de ordine Irutrcs
et proprii mitiles, sed omnes kere
mercenarü. Item decimum octuvunr
bunderium comendatoriae de s.ntic)uo
cuslro, c;uod per cguadrum Irastelmt
cfuatuor cumpos ulbo partim ninwo
(erstes und drittes Feld schwarz, zweites
und viertes Feld weiß).
Gabelkover in seinen genealogischen
Kvllektaneen H meldet: anno 1398 con-
^ueruntur die Wirtembergischen, daz der
Marggraf von Baden seine Leut Hab die
von Dornsteten (Dornstetten, OA.Freuden-
stadt) und BayerSbronn (BaierSbronn,
OA. Freudenstadt) gfangen, da min
Herr zu Prüssen und ihm Land und
Leut befolen hat. So wurden die wirtem-
bergischen Leut sonst auch von dem von
Baden getrungen. DemTrnchseß von Waldeck
hat der Marggraf Waldeck die Vestin ab-
getrnngen. So fügte er denen vonGült-
lingen auch Schaden zu zu Zavelstein in
der Tainach (Teinach) und zu Sommen-
hart (Sommenhardt, alles OA. Calw).
Alles dieses geschah im Jahre 1393, in dein
Jahre, in dem Graf Eberhard im Ordens-
laude war. Dem 16. Oktober 1394 be-
lehnte Markgraf Bernhard von Baden
Conz und Heinz die Truchseß von
Wal deck mit Waldeck (bei Stammheim,
OA. Calw), der halbe» Burg sammt dem
Berg und 3 Thcilen von Liebisperg (Licbets-
berg, OA. Calw) dem Dorf?)
Der Orden erkannte das große Opfer,
das Graf Eberhard der Milde durch seinen
Zug nach Preußen gebracht hatte, voll au
und bewies sich nach Kräften dankbar dafür.
Zu den Hauptvergnügungen der edlen Herren
und Damen gehörte während des Mittel-
alters die Reiherjagd (-Beize) mit dem
Jagdfalken, Edelfalken (lulco caudicans),
dessen Heimat Grönland, Island und
Norwegen war. Eigene Jäger nahmen
die Falke» als Nestlinge ans und brachten
st Kgl. geh. Haus- und Staatsarchiv in Stutt-
gart, Baud I (sud Baden).
st Kgl. württ. geh. Haus- und Staatsarchiv
in Stuttgart.
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