Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

Page: 17
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Organ für Geschichte, Altertumskunde,

Aunst und Viultur der Diözese iZorrendurg und der angrenzenden Gebiete.

Herausgegeben »nd redigiert von Amtsrichter ci, D, Beck in KcüiciiSbiirni.
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lahvM

^ur Geschichte der Pianstanzer Viö- '
zesilnspnoden während des Mittel-
alters.

Von Karl Brehm, Vikar.

Die Diözesausynode ist die Versamm-
lung des Klerus um seinen Bischof zur
Beratung der Diözesanangelegenheilen. Das
Resultat dieser Verhandlungen wird nieder-
gelegt in den Synodalstatuten, deren Ver-
bindlichkeit sich nur ans das betreffende
Bistum erstreck?. Der Bischof kann solche
Dekrete anch ohne den Beirat des Klerus
erlassen, der anch auf der Synode keine
entscheidende bezw. beschließende Stimme
hat. In diesem Falle haben wir einfach
Diözesanstatuten. Beide Arten kirchlicher
Gesetzgebung dienen der Befestigung des
Guten, der Bekämpfung der Mißbräuche
und der Verkündigung der Beschlüsse all-
gemeiner Konzilien und der Provinzial-
jyuodeu, Daraus erhellt unzweifelhaft die
Wichtigkeit der Kenntnis dieser Synoden
für den Kuchen- und Kulturhistoriker.
Schou die Talsache ihrer Ab- bezw. Nickt-
abhaltuug allem ist für die Beurteilung
des kirchlichen Lebens eines Bistnms von
Bedeutung.

Auch die Bischöfe von Konstanz be-
dienten sich bei Verwaltung ihrer außer-
ordentlich großen Diözese dieses kirchlichen
Instituts. Indessen lassen sich nicht ge-
rade viele solcher Synoden nachweisen.
Sollten sie auch nach gemeinem Rechle,
wie es 1215 durch das IV. Laterankouzil
fixiert wurde, jedjährlich nnr einmal ab-
gehalten werden, während vielfach die
Feier von Frühjahrs- und Herbstsynoden
beliebt war, so gerieten sie naturgemäß

mit dein Sinken des kirchlichen Lebens
fast ganz außer Uebnng; von manchen
mag auch infolge ihrer Bedentnngslosig-
keit ebenso wie infolge der Pietällosigkeit
Späterer gegen die Ueberreste vergangener
Zeiten keine Kunde auf uns gekommen
>ein.

Die erste Anregung znr Sammlung der
Akten der Konstanzer Diözesansynoden gab
der gelehrte Fürstabt Martin Gerbeit.')
Obwohl er sich zur Mitarbeit an diesem
Werke anbot und der Konstanzer Dom-
herr v. Nazenriedt eine diesbezügliche
Sammlung von Haudschrifleu uud Drucken
besaß, kam der Plan doch nicht zur Aus-
führung und harrl auch heute noch der-
selbe». Zwar hatte Hartzheim einige
Jahre früher die Konsiaiizer Synodal-
statuteu vou 1463, 1483 und 1492 iu
seine große Sammlnng aufgenommen.
1822 wurde der Hirtenbrief Rudolfs III.
ediert.^) Biuterim^) hoffte mit Unter-
stützung des ?. Gallus Morel! Synodalien
der Bischöfe Burkard I. und Hermann III.
publizieren zu können; allein der ange-
kündigte Supplemeiuband erschien nicht.

Unter diesen Umständen dürften einige wei-
tere Bansteine zu einem3^no6icon Lonstan-
tienss nicht gauz uuwillkommeu sein. Wir
geben daher eine Znsammenstellung der
uns bekannt gewordenen Versammlungen

Nartiui Qerderti Iter ^lenr-nriiicuin (1765)
p' .2Zl,

I'Izrt-keim, Loncilia Lermani^e (1763)
V, 449 ff.; 545 ff.; 659 ff.

Theologische Quartalschrift (1822) S. 260 ff.

A. I. Binterim, Pragmatische Geschichte
der deutschen National-, Provinzial- nnd vorzüg-
lichsten Diözesankonzilien (1848) VII, 317.
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