Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

Seite: 48
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secrsto vel sine sscris inclumentis sut
etism non ieiunus.

Item non scienter orclinstus in pies-
piterum missam celedrgns et non orcli-
natus in 6^aconum sollempniter et
puklice in ecclesis e^v?.NAelium le^ens
et non or6inatus in subd^aconum epis-
tolam in missarum sollemniis leZens.

Item sacerclos scienter coiens cum
es, quÄM bapti^Ävit vel cuius conles-
sionem suclivit.

Item sacerclos et minister, c^uoruni
culpa vel neAliAentiÄ Älic^uo6indonestum '
vel . scanclalum circa sscramentum al-
taris evenit.

Item sacer6os vel clerici notorii
sornicatores sive pudlici concudinarü.

Item clericus iurans tacite SAcrosAnc-
tis evvÄNAelüs et periurans.

Item czuotiens 6ubitatur 6e iura-
mento, utrum sit servan6um vel non.

Item sacrileZi, clivini, maleüci, in-
cantatores, auZures, liaruspices et 6e-
mones incantantes sc ceteri duiusmoäi
cl^adolica exercentes vel lacientes.

Item falsÄlii literaruni apostolicsrum
vel episcopalium vel nostri vicarii vel
osficialis vel instrumentorum etiam
pudlicorum.

Item plsspkemans Oeum pudlice vel
mstrem eins vel ssnctos eins.

Item klius vel ülia patri vel matri
enormes irroAsns iniuriss corporales.

Item excommunicati, suspensi vel
interclicti od transAressioiiem consti-
tutionum nostrarum.

Item sodomiticum crimen committens
vel cum drutis commiscens.

(Fviisetzung folg,.)

Wcinere Mirreituttyen.

-ck. Ueber die Glasmalerei der Alten,
bezw. über das, was ehemals und im „M. A."
darüber gelehrt wurde, findet sich in einem alten,
wohl aus dem 15. Jahrhundert stammenden Büch-
lein folgendes:

„Dis püchlein sagt von glas zu machen als
do ist gemalt glas und scheyben glas und was
dazu gehört."

„Item, eine Farbe zu machen, mit der man
das gefärbte Glas anstreiche. Es sey gefärbtes
oder weyßes Glas, so wird nur diese Farbe dazu
genommen. Nimm zwin Loth Kupfer-Asche und
ein Loth grünes Glas; das heißt man grüne
Perlen, daraus macht man Paternoster, und das
ist die Temperierung. Willst du der Materie

viel machen, so nimmst du von einem jeden desto
mehr. Das reibst du ab, mit reinem Wasser ans
einem harten Stein, den» es muß wohl gerieben
sein. Hast du so geriebeil zwei oder drei Stun-
den, daß du glaubst, dein sei) genug, so stoße
alles zusammen ans ein kleines Häuflein anf dem
Steine, und laß es trocken werden. Willst du
es heruach gebrauchen, so nimm starkes Gummi-
wasser, damit temperierst du dieselbe Farbe in
drei oder vier verklebte Scheiblein, je immer eins
dünner als das andere, damit machst du, was du
willst. Willst du nun etwas aufs Glas malen,
es sey ein Bild oder Gewächs, so lasse es ent
werfen auf Papier von einem Maler, das legst
dn vor dich auf die Bank, uud darauf mußt du
das Glas fügen, und wisse, daß du zuvor mnßt
haben gefärbtes Glas, wie du das Bild oder
Gewächs machen willst, rot oder grün, oder wie
dn es malen willst; die teilest du aus auf das
Bild oder Gewächs, das vor dir entworfen liegt
und hast du das Glas ganz gefügt, so mußt du
es lassen liegen und bewahren, daß es nicht ver-
rückt wird. Darnach nimmst du die vorgeuauute
Farbe und streichst sie auf mit einem Pinsel;
was du willst schwarz haben, es sey Kleidung oder
Gewächs, erst mit der düunen Farbe, und willst
dn es schwärzer haben, uimnist du eine noch dickere
Farbe. Willst du aber, daß es soll subtiler seyn
von Blnmen oder andern Gewachstem, es sey
gefärbtes oder weiches Glas, das nimmst dn,
überstreichst es mit der schwarzen Farbe ganz
über und über. Darnach mache dir kleine Hölz-
lein, deren füge zwei, drei aneinander, eins immer
kleiner als das andere, nnd was dn willst durch-
sichtig haben, das streichst dn mit den Hölzlein
vom Glase, also die schwarze Farbe ab, das heißt
dann gemusiert, alsdann hebe das Stück auf
und lege es, wohin du willst. Darnach nimm
eine Pfanne, die muß sein zwei Spannen lang,
zwei weit und zwei Hände hoch. Doch, nachdem
du willst Glas brennen, machst du sie groß oder
kleiu. Nun kömmt der Ofen, der mnß seyn von
gebräunten Ziegeln, zwei Spannen hoch; da hinein
mußt du zwei Eisen legen, überzwerg, wo die
Pfanne offen steht. Darauf reibe dnrch ein kleines
Sieb Asche in die Pfanne, wohl dicker als ein
breiter Halm, daraus legst du das Glas ausge-
strichen auf die Asche; eine Schichte Glas, eine
Schicht Asche, oben zwei Finger dick. Da legst
dn altes Glas oben drauf, bis hinauf. Ein
schmales Glas aber, zwei Finger breit, steck in
die Pfanne auf deu Seiten. Das heißt der
Wächter. Darnach mache ein Feuer darunter,
und das Holz mnß seyn von Buchen, oder das
nicht springt oder nicht schnalzt (platzert). Denn
wenn das Holz schnalzt oder springt, so erschrickt
das Glas, und wird in der Pfanne krumm und
wirst sich. Daher mnßt du das Feuer gar ge-
mach machen, daß das Glas langsam erwarme.
Es muß aber dasselbe angemacht werden auf
allen vier Ecken uud so lange bleiben, bis das
Glas sich biegen läßt in allen vier Vierteilen,
die eingestogert sind. Nun bist dn sicher, und
läßt das Feuer wieder abgehen, je langsamer, je
besser, laß es kalt werden, und du hast gutes ge-
branntes Glas."

Stuttgart, Buchdrucksrei der Akt.-Ges. „Deutsches BolkSblattV
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