Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

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Gelegenheit die Kirche» Langenargens und
nahm hierauf bei den Kapuzinern eine
Erquickung zu sich (a. z. I. 1741).

Im Jahre 1747 war wiederum die
Prodi,izvorstehung in Langenargen ver-
sammelt, die am 3V. Oktober folgende, in
allen Lokalchroniken angeführte seltsame
Verordnung erließ: „Wenn jemand von
den Mitbrüderu etwas ans den Hand-
schriften des V.?. Engelbert, selbst wenn
er es nur abgeschrieben hätte, heimlich
aufbewahrt, oder jemandem außerhalb deö
Ordens zur Benützung oder zum Abschreiben
übergibt, der soll noch über die schwere
Sünde, die er durch Diebstahl nicht bloß
am Kloster, sondern an der Provinz be-
geht, eines vorbehaltenen GewisfenSfalles
schuldig sein, wovon der R.. ?. Provinzial
keinem andern die Erlaubnis zur LoS-
fprechnng erteilen wird; uud dieses soll
ins Klosterbuch eingetragen werden" (cl.
S. 54). ES kann sich, wie Johann
Baptist Banr (lr. S. 249) bemerkt, nicht
um glaubensfeindliche Schriften gehandelt
haben, da ja in der Verordnung besonders
der Diebstahl betont wird. Um was es
sich aber eigentlich handelt, wird wohl erst
dann ersichtlich sein, wenn es gelingt, die
Chronik jenes Klosters aufzufinden, wo
?. Engelbett von Dillingen (in den Orden
getreten 172l S. 588^j, gestorben
zwischen 1744 u>ü 1747) das Zeitliche
segnete. Daß nichts Unehrenhaftes gegen
diesen Pater vorlag, erhellt auch daraus,
daß im Schematismus der Diözese Kon-
stanz im Jahre 1755 ein ?. Engelbert
von Dillingen als Vikar von Jmmenstadt
erwähnt und im Jahre 1769 derselbe als
Vikar des Kapuzinerklosters nnd Beicht-
vater der Terziarschwestern in Marktorf
genannt wird. Im Jahre 1771 heilte
er im Spital zu Konstanz dnrch seine
Benediktio» mehrere Kinder vom Veits-
tanze, die vergebens bei den Aerzten Hilfe
gesucht hatten (Mon. Eonst. S. 92).
Nach deiselben Quelle bekleidete er auch
seinerzeit die Winde eines Gnardians.
Noch im Scheniatismns des Jahres 1779
findet sich ein ?. Engelbert als Klofter-
fraueu-Beichtvater in Markdorf, der ohne
Zweifel identisch mit jenem ist, der schon
zehn Jahre früher dort angeführt wird.
Wäre der erfiere ?. Engelbert nicht in
gutem Andenken gestanden, er hätte nach

Ordensbrauch nicht so schnell einen Nach-
folger, am wenigsten aber einen Nach-
folger aus seiner eigenen Vaterstadt er-
halten.

Merkwürdigerweise erscheint um diese
Zeit auch ein zweiter ?. Engelbert aus
Rottenbnrg, der sich nach der Statistik
von Bregenz und uach deu Monim. Brig.
S. 73 im Jahre 1759 unter den Scho-
lastikern von Bregenz, von 1770—1772
aber nach der Statistik nnter den Patres
dieses Klosters befand. Im letzteren Jahre
wurde er nach Biberach versetzt.

Wenn ?. Johann Bapt. (lr. 1. L.) auch
einen ?. Engelbert aus Eugen zu kennen
glanbt, so beruht das auf Irrtum. Der
betreffende Pater hieß Engelhart, trat 1714
iu den Orden (ss. S. 570) und starb
schon 1738, nachdem er auch die Würde
eines Gnavdians bekleidet hatte (Z. S. 624).
Wäre dieser Pater ein Schriftsteller ge-
wesen, so hätte ?. Romuald eö sicher er-
wähnt.

Im Jahre 1751 treffeu wir zu Laugen-
argen den 1^. Bonagratia aus Konstanz
(eingekleidet uach ?. Romuald S. 588
im Jahre 1721). Ein Verzeichnis der
dortigen St. Nikolaus - Bruderschaft er-
wähnt seine Aufnahme iu dieselbe am
heiligen Osterfeste, dem 11. April 1751.
Im Jahre 1762 finden wir diesen Pater
als Beichtvater der Klosterfrauen (Tertia-
rinnen) zn St. Anna in Bregenz. Er
starb jedoch in dieser Stadt schon am
25. September 1763 (Statist, acl. airn.).
Seine Krankheit wird nicht angegeben,
war jedoch änßerst schmerzlich, und Statistik
(1. L.) sowohl als die Mon. Arch. Brig.
(S. 78) preisen ih>i als ein Muster der
Geduld. Die Mon. sagen nicht ohne
leise Anspielung anf sein Amt: »exempl^r
patieirtiae, ritpote conlessarius monm-
lium Lt. ^nnÄM«. Die Statistik
aber erwähnt von ihm, er habe früher
anch das Amt eines Guardians bekleidet
nnd viele Jahre hindurch die Beichtvater-
stelle bei den Klosterfrauen in Pfullendorf
versehen.

Am 19. Jnli 1751 wurde ?. Matthias
von Radolfzell ans dem Kloster Bregenz
nach Langenargen versetzt (6. S. 64).

Der Schematismus der Diözese Kon-
stanz erwähnt für das Jahr 1755 den
l'. Hermann von Obeedorf als Guardian
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