Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

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Peter Luder, Lehrer in Heidelberg; darin
wird die fränkische Familie der Bibra wegen
ihrer liierarischen und sonstigen Verdienste
gefeiert. Or. Th. v. Liebenau.

II). Sckön, Beziehungen Württem-
berg»? zum Deutschen Grden in
Vreden.

(Fortsetzung.)

Am 30. Mai 1454 konnte der Hoch-
meister dem Deutschmeister von einem
glücklichen Gefecht gegen die Danziger be-
richtenund meldete ihm 22. April 1454
von Marienburg ans, daß man von Tag
zu Tag den Feiud dnrch Ausfälle zu er-
müden suche, nm ihn von ernsten An-
griffen ans das sür Marienbnrg wichtige
Stuhm abzuhalten.^ Am 7. Mai 1454
schrieb von Prag aus Ulrich v. LeuterS-
heim, Landkomtur vou Franke», dem
Hochmeister, daß der Deutschmeister Jost
v. Venningen und er nnd andere Ge-
bietiger sort und fort rastlos tälig wären,
um Fürsten nnd Ritter zum Beistund für
den Orden zu gewinnend)

Dem Orden fehlte es an Geld. So
gelang es dmi Deutschmeister nicht, wie
der Hochmeister am 3V. Mai 1454 ge-
wünscht hatte, iu Böhmen Söldner zu
werben. Man traute den Soldver-
sprechungen nichts)

Am 11. Juui 1454 schrieb der Hoch-
meister dem Vogt vou Schievelbein: er
erwarte bald die Auknuft des Deutsch-
meisters.°) Indessen dieser kam nicht so
bald. Ehe er kam, erlitt der Ordeu
schwere Verluste. Als am 29. Juli 1454
die Besatzung vou Stuhm mit den Be-
lagerern wegen Uebergabe des Hanses
vereinbarte, war unter deu Hauptleuten
der Besatzung Wilh. v. Bald ecke,
Deutschordensritter. Unter de» OrdenS-
herren, die 22. November 1456 anf dem
Schlosse Osterode lagen, war Wilh.
Waldecke, d. i. Wilhelm v. Bald eck.
Letzterer war nach Gabelkover eiu Sohn
Nndolss v. Bald eck nnd Annas von
Schellenberg (wiedervermählt mit
Lndw. v. Graveneck) und 1461 wnrt-

>) Voigt, 8, S. 383.

2) Ebenda S. 385.

«) Ebenda S. 388.

<) Ebenda S, 389.

5) Ebenda S. 392.

tembergischer Diener; nach 1485 mit dem
Bischof von Augsburg auf einem Fürsten-
tag. Er war anch 1487 auf dem Reichs-
tag zu Nürnberg.

Die Geschichte wegen eines Bnndes ')
meldet: am Tag Ciriaci (8. Augnst) 1454
tediugteu sich die vor Sthume (Stuhm)
abe, weune sy aldo so lange den Schum
gehalten in Kommer nnud Note nnnd
worden geleittet nsf M.rrienbnrg nund
kommen hyn mit 70 Pfaden nund 300
Drabanten. Do dife genn Marieuburg
vom Sthume komen zogen, entveilh
entwich) Herr Nosenberg, Vogth
zu Noghonfeun (Noggenhansen), der ouch
nsf dem Slhnme belege» was, nnnd gab
sich zu de» Feinude» inns colmifche Lanndt.
Ausführlicher berichtet die ältere Hoch-
nieisterchrouik:^) Am 8. August 1454
thädingten Herren nnd Knechte auf dem
Hanse Stnhm. Unnder dennfelben was
eynn Herre des Ordenns, der hyes Herre
Noseuberg aus Swabeuu und was
Pfleger gemessen zu Noghanfen (Roggen-
hansen) nnd, do er zu dem Sinme aus-
käme mit stynenn Pferden» und Gerelhe,
do gesegnet er die anndern Herrenn uud
Gefelleun uund sprach : „ich far do hunn.
Wer mit mir Wolde, der kum !" uuud zog
in Pollender (— polnischem) Heere nnd,
die Pole»» sannten in fnrter dem Khonig
ghen Thoreun. Er legt das Crentz abe
und fwur dem Konig u»»d wart fey»
Diner. Aber es gynge im noch fcyuer
Wirde. Der Konig getrauet im nicht nnnd
alle dy sehn. Also was eyn Slefier
Herzog bey dem Konig. Mit dem zog er
ghen teutschen Lanndeu. Eglofs vou
Noseuberg war 1448 bis 1454 Psleger
oder Vogt zn Noggenhauseu.^) Bei»,
Abzug von Stüh»: wäre» zeh» Ordens-
brüder abgefallen vom Orden, vier davon
begäbe» sich mit Eglofs i» polnische Dienste.
In einem Schreiben au die Fürsten uud
Grafen in Deutschland brandmarkte der
Hochmeister am 21. Juli 1456 das ver-
räterischeBenehmenNos enbergs/) Dieser
war übrigens kein Wmttemberger. Das
Geschlecht, dkm er angehört haben dürfte,
stammt nicht von Noseuberg, OA. Ell-

l) Script, rsr. pruss. V, 128—130.

") Ebendaselbst III, «7-1,

Voigt, Namenskodex S. 75.

Voigt, Gesch. Preußens 8, 3ö8.
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