Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

Page: 134
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Aus der Nachbarschaft dürfte zum
18. Jahihundnt roch zu erwähnen sein:
?. Maurus (Jobann) Feuerstein, geb.
zu Biegenz am 31. August 1703, Kon-
ventual des Beuediktinerstists Mehrerau,
Ȁrcliitects peritisZimus in constructione
novi templi perczusm« ; unter seiner
Leitung wurde n. a. die Pfarrkirche von
Bregenz — bis zum Jahre 1ö60 eine
Negularpsane! von Mehrerau — um das
Jahr 1740 neu erbaut; 1' im Kloster
den 18. Jnli 1770.

Der Zusam»ie»stell»»g von „einheimi-
schen Baumeistern ?c." in Nr. 1 d. Bl.
wäre bei Douaueschingen (S. 3) an-
zureihen: Valentin Lehmann ans Do-
uaueschingen, welcher u. a. in der
Schweiz tätig war und hier iu der Bene-
diktinerabtei Muri im Aargau unter Abt
Gerold II Mayer im Jahre 1790—1798
hinter dem Chor der Stiftskirche einen
großen Klosterueubau, de» Ostbau, aus-
führte, welcher auf über ^2 Million
Frauken zu stehen kam, ohne ausgebaut
worden zu sein; außer Zöllen enthielt er
zwei große Säle, nämlich die Bibliothek
und den Festsaal. Nach der Anshebnug
des Klosters wurde dieser Bau iu der
Felge zu einer Pfründneranstalt einge-
richtet, wurde aber mit der hinter dem
Chore stehenden Sakristei und der darüber
gelegenen AbtSkapelle am 21. Angnst 1889
ein Nanb der Flammen. In eben diesem
Festsaal befand sich das in Nr. 6 d. Bl.
S. 96 besprochene Deckenstück des schwäbi-
schen Malers Jos. Ant. Meßmer: „Die
Speisnng der Fünstansend". Weiter
stammt von Dona ueschiugeu der fürst-
liche Hoskammerrat und Baudirektor Frauz
Joseph Salz man», welcher im Jahre
1781 ss. die Pfarrkirche vo» Wurm-
lingen im Heuilgen wnrttembergifchen
Oberamt Tnttliugeu im klassizistischen
Stile erbaute, in welche der Bildhauer
Joh. Fried. Volkmar aus Riedlingen
die originellen stuckmarmorneu Altäre
lieferte und um das Jahr 1783 ei»
Maler Joh. Georg Hvly aus Allheim
bei Riedlinge» die weniger gelungenen
Fresken hineimnalte.

Sckön, Beziehungen Württem-
berg zum Deutschen Orden in
Preuszen.

(Fortsetzung.)

Des w.nt de Comthur gewar
von Elbiuge und fandt ans feynem Heer
von Königsberg') Grave» Lndwig vo»
H e lffe n st ey n n »»d den Behemischen
Herrn denn v^ P l a n ck e n st e y n n mit
600 Pferden. Dy kamen 26. Mai 1455
deS Morgens frühe vor der Snnnen-
anfgangk für dy Eylaw. Also was es;
genybelt unde dy aufs dem Slosze wosteu
nicht, wo dy Feynde lagen. Also lyesz
niann die Fiynde suchen. Da lagenn sy
zwyschenn zweyenn Brucken und heytte
(yne Wagenbnrgk nmb sie geslagen nicht
cynn Virtell Meyll Wegs vo» de» Hans;e.
Also zugeu die Edelenn zu denu Ftynden»
unud dy Feinde wurde» ir gewar. Also
sprengten» cm sy mit der Hnlfse Gotes,
der Muier Maria und der heyligeu
Junckfianeu Sanndt Barbara, dy da vyll
grosser Zeichen bey den» Ordenu inn des
OedennS Sachenu gethanu haben», als da
ann dem Tag auch geschah und slngenn
an dy Feynde und die Feinde weitle» sich
gar menlichenu.

Aehulich berichtet die Geschichte w„>ge»
eines Bundes: 1455. Also schickie der
Comthnr von Etbiiige Grass L»vwige»
von Helfse» st ei»», Her Johann v o »
Blanckenstein mit anderen» Hoff-
leiitenn mit 600 Pferden. Die zogen
u»d trachtenn z» denn Bnndthern»
s26 M.iy) i»n die Wagenburg unnd er-
schlugen ir mehr, denn 800 nnd siengeu
>r bey 300 »und »omiuen innen alle ire^-
Wagenburg, Buxgen, vitalia unnd 4
Banner. Darum sarg man te6eum
lÄuclÄMus, denn Gott vo» Hymuel unnd
sine werde Mntter scheynbarlich demOrdenn
glicksam vor der Conitz wider sine Finde
hatte geholssen. Im Juni 1455 ging
Graf Ludwig v. Helsfenstein nach
Deuischland zurück^.)

Noch am 6. Februar 1457 schrieb
übrigens vo» Königsberg aus der Komtnr

') Am 17. April l4Zg ist Graf Ludwig von
Helfenstein Zeugs in einer zu Königsberg
ausgestellten Urkunde des Hochmeisters (Toeppen,
Ständeakten IV, 463).

2) Script, rer. pruss. IV) 145.

2) Voigt, Gesch. Preußens 8/ S. 483, Anm.
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