Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

Page: 176
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den Gedanken nnd zahlreiche UebersichtStabellcn. Ob
die Einteilung und Anordnung? des Stoffs viel-
leicht da und dort nicht anders hatte getroffen wer-
den können, darüber wagt Schreiber sich nicht ans-
znfprechen, da er zu wenig Statistiker ist. Mau
mag schon reichlich damit zufrieden sein, daß ein
so massenhaftes interessantes Material ans ver-
hältnismäßig kleinein Räume leichtverständlich
zusammengefaßt und verarbeitet ist.

B. Klaus, Dr., Rektor, Die Gesch. der
kirchlichen Verhältnisse 5er ehemaligen
Reichsstadt Schwab. Gmünd ?c., urkund-
liche Mitteilungen von —, S. A. ans den w.
VierteljahrSheften. Stuttgart, Druck und
Verlag von W. Kohlhammer, 19V4,
92 SS.; Preis 1,2V M.

Ebne r, Julius, württembergische M ü u z -
und M e d a i l l e n k n n d e von Chri-
stian Binder, neu bearbeitet von —,
unter Mitwirkung der Stuttgarter Nu-
mismatischen Vereinigung, herausgege-
ben von der Württemberg. Kommission
für Landesgeschichte. Heft I. 1904. 54
S., 2 Tafeln, groß Lex. 8". Preis 1 M.
Stuttgart, Druck und Verlag von W.
Kohlhammer.

Im I. Abschnitt wird der Ansang der Würt-
temberg. Münzgeschichte nnter Graf Eberhard II.
(dein Greiuer) und dessen Bruder, Gras Ulrich III.,
sowie unter den Grafen Eberhard III. nnd IV.
in dem Zeitraum von 1344—1419; im zweiten
Graf Ludwig I. <4-119-50), im dritten Graf
Ulrich V. (1433—80) und dessen Neffen Gras
Eberhard V. im Bart (1467—14S6), im vierten
endlich Herzog Ulrich (1493—13S0), je unter
Beigabe der sich auf das Münzrecht beziehenden
Urkunden, behandelt. Beigefügt sind weiter auf
2 Doppeltafeln Abbildungen von selteneren Mün-
zen und Medaillen, welche znin Teil etwas grö-
ßer sein dürften. Entsprechen die Fortsetzungen
dem Anfange, so darf das Werk nicht bloß Lieb-
habern, Sammlern nnd Händlern zur Anschaffung
empfohlen, sondern überhaupt auch als ansehn-
licher Beitrag zur Württemberg. Geschichte be-
zeichnet werden. Eine fachmäßige Besprechung
bringen die nenesten Blätter für Münzfreunde
Nr. ^/s von 19V4 S. 3188—3189, welche aber
über den Nahmen nnd Raum dieser Zeitschrift hi-
nausgeht, auf die wir aber vielleicht später ein-
mal bei Anzeige nachfolgender Lieferungen zurück-
kommen. — Es erübrigt noch hinsichtlich aller
namentlich aus dem Kohlha in m e r schen Verlag
bezw. Druckerei hervorgegangenen, hier verzeich-
neten Erscheinungen und Schriften anzuführen,
wie sich dieselben durch deutlichen und korrekten
Satz, gutes Papier und sonstige gediegene Aus-
stattung empfehlen.

Der Hu in an ist Jakob Merstetter
aus Ehingen a. D. (1460 — 1512),
Professor der Theologie an der Mainzer

Universität und Pfarrer von St. Em-
meran. Nacharchivalischen und gedruckten
Zeitquellen bearbeitet von H. F. Singer,
Kaplau zu St. Emmeran, Mainz.
IV und 53 SS. 1S04. Preis br.
M. 1.— Verlag der Druckerei Lehr-
lingshaus Mainz.

Das Auffinden wichtiger Archivalien ans der
Zeit der Hnmaniften und das große Interesse,
welches besonders in den letzten Jahren auf dem
Gebiete der Gutenbergforschnng rege geworden
ist, haben uns manchen schätzenswerten Aufschluß
über die Zeit um die Wende des Mittelalters
gebracht. DaS vorliegende Schriftchen stellt sich
anch in den Dienst dieser Sache. Es saßt die
spärlichen urknudlichen Berichts über den ge-
nannten Humanisten zusammeu und bereichert
dieselben aus den Archivbestandon jener Pfarrei,
in welcher der angesehene „Dichter und Theologe"
ein Dezennium als Pfarrer wirkte, — wenn nicht
viel, so immerhin etwas. Alle Gedichte, Notizen
n. f. w. über Merstetter sind den Zeitquellen,
soweit der Verfasser ihrer habhaft werden konnte,
entnommen und hier zusammengestellt; selbst ein
Faksimile eines interessanten Antographon Mer-
stetters fehlt nicht. Neu ist auch noch die Rich-
tigstellung verschiedener Daten nnd Ereignisse
aus dein Leben des für seine Zeit nicht unbe-
deutenden Manues und die ganze oder teilweise
Veröffentlichung mancher Urkunden über deu
Humanisten und über Angehörige der Familie
Gänsfleisch, die bekanntlich in mannigfacher Be-
ziehung zu der Pfarrei St. Emmeran gestanden.
Mit der Bedeutung Merstetters und seiner Ver-
dienste um das Aufblühen der Mainzer Drnckkunst
gewinnen selbstverständlich auch die bekannten
Gedächtuiszeileu auf Gutenberg an Beweiskraft.
Möchte diese verdienstvolle Arbeit dazu anregen,
den Spuren dieses schwäbischen Humanisten weiter
nachzugehen uud so die spärlichen Nachrichten über
denselben möglichst zu vermehren und zu ergänzen.
— Allen, die sich für Humanismns, für Gutenberg-
forschnng nnd Mainzer Lokalgeschichte interessieren,
kann diese archivalische Studie empfohlen werden.

Schlußb einer kung. Gegenüber verschie-
denen Anfragen uud Zuschriften sei nochmals
wiederholt bemerkt, daß nnr diejenigen
Bücher und Schriften :e. in dieser Zeit-
schrift zur Anzeige, bezw. Besprechung
gelaugen, welche der Ned. zugehen und
daß hiervon unter keinen Umständen eine Aus-
nahme gemacht wird. Die bes. gefragten, Vo-
chezer, Waldbnrg; Heilbronner Oberamtsbeschrei-
buug sowie die bez. Herderschen Verlagswerke:e.
sind nicht an die Ned. gelangt.

Gesu ch t.

Jahrgänge I—IV, 1873—7« und VI-X, 1878
bis 1882 der „Alemannia" von Birlinger, ev.
in Tausch.

Jakob Locher, I'lnlomusos, I. Teil (Ehinger
Gymnasialprogramm 1872—73) von Rektor i)r.
Hehle. Red.

Stuttgart, Buchdruckers! der Mt.-Ges. „Deutsches Nylksblatl".
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