Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 23.1905

Seite: 25
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1'im. obeciiLin, sock juva me.
Lpcs. ^uiesce, et vota czuae luucio,
ausouita pro meo Lcimuncio.
lim. L triiis 6ent sineera
Lpes. et 6ent, et 6ent, iroc spera.
5pes. Hecit.
3§e6um!
spes maior timore
üiiaii eomunctL cum amore,
estanni lelicioris proZuosticum.
LIrorus:
T^nni, menses, ciies, irorae
coeli consperAgntur rore,
tiuarit bene
et nmoene
nostro semper kraesuii.
absit timor, absit metus,
telix vivat et czuietus
boc ciamamus
et spei'LMus.
5pem secunbent Luperi.
^men

8. Lur Geschichte der Pfarrei Deisz-
lingeu (GA. Gottweil).
Im Jahre 1886 erschien bei H. Eller
in Nottweil die kleine Schrift: Deißlingen
wie es war und ist. Das vollständig ver-
griffene Büchlein kann nicht den Anspruch
erheben, eine Geschichte des Ortes zu
bieten, und will das auch nicht; speziell
enthält es über die Psarrgeschichte nament-
lich der früheren Zeit sehr wenig, und am
Schluß ist eine ziemlich mangelhafte Leries
Uarocirorum beigegeben.
Es wäre der Mühe wert, an der Hand
der zahlreich vorhandenen, in jener Schrift
nicht benützten Akten, besonders in den
Nottweiler Archiven, eine Geschichte dieses
Ortes nach der politischen und kirchlichen
Seite hin zu bearbeiten, wozu wir mit
folgenden gelegentlich gesammelten Notizen
einen kleinen Beitrag liefern wollen.
Voransgeschickt sei ein kurzer Ueberblick
über die älteren B esitzv erh ä ltn isse
in Deißlingen, dem wir dann Pfarr-
geschichtliches folgen lassen.
Deißlingen, dessen Ursprung ohne Zweifel
auf eine alamannische Ansiedlung zurück-
geht, lag iu der ehemaligen großen Ber-
toldsbar bezw. nach deren Zersplitterung
in der zäh rin gischen Bar, dem mitt-
leren Teil der verkleinerten Bertoldsbar,
wo noch iw 12. Jahrhundert die Herzoge

, von Zähringen das Grafenamt verwalteten
(nach Baumann, die Gaugrafschaften).')
Zum erstenmal wird der Name (Dusi-
1m§a) genannt in einer Urkunde von 802,
wonach Bertold I. und Ragisind Güter
zu Aselviugen und Munolviugen an das
Kloster St. Gallen schenkte» (Wartmann
I, 160). Sehr früh war auch das Kloster-
Reichenau hier begütert (man vergl.
die gefälschte Urkunde von 843). Graf
Bertold V. (ch 973, „der letzte Alahol-
finger") schenkte auch Besitz zu Deiß-
lingen dem Kloster Reichenau, welches die
Vogtei dort besaß und wiederholt als
Lehen übertrug (Brandi, Quellen und
Forschung ec. II, 19; Oberrhein. Zeit-
schrift 46 (1892) S. 489). 1361 ver-
lieh Abt Eberhard von Reichenau auf
Bitten des Grafen Hug v. Fürsten-
berg die ihm von demselben aufgegebene
Vogtei zu Deißlingen, wie sie derselbe
und sein Vater hergebracht hatten, dem
Magg Albrecht und Hng Oberlin von
Sinkin gen zu Tagewingeu (Tübingen),
und aus einer Urkunde desselben Abts
von 1378 ergibt sich, daß Magg das von
Reichenau lehenbare Dorf „Tußlingen"
als Pfand von Graf Hug v. Fürstenberg
inne hatte (Fürst. Urk.-Buch VII, S. 429).
Den Kelnhof zu Deißlingen, der dem
Kloster Reichenau gehörte, lieh Abt Johann
1455 dem Hans Endinger, Schultheiß zu
Rottweil, und 1465 tem Nottweiler Bürger
Hans Freiburger (Oberrh. Zeilschr. 30,
1878, S. 206 und 211). Das Kloster
Salem O. List, wurde hier begütert
1275 durch eine Schenkung Bertolds
Schamel, des Kirchherrn von Mönch-
weiler, der diesem Kloster ein ehemals
den Maiern von Trossin gen ge-
hörendes Gut vermachte (Loci, ckipi.
5aiem. II, 135; vergl. weiter II, 57
und III, 141). Das Frauenkloster No t -
tenMünster O. List, besaß hier eben-
falls Güter; 1324 verkaufte es einen
eigenen Hof zu „Tuselingeu" an Kloster
Salem (Loci, ciipi. Sal III, 142). 1395
besaß es den Trollenhof zu Deißlingen
(Rückgabe,-, Rottweil II, 1, S. 314). Die
^ ') E. Krüger (Oberrhein. Zeitschrift 46, 1862,
S. 489) verlegt de» Ort in die Grafschaft Asen-
heiin; vergl. auch die Verschiedenheit in Ansetzung
der Beurkundung der Schenkung von 802 (ib.)
und Ladewig reg. ep. Lonet, I, aä ann, 802,
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