Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

Seite: 8
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6. hat er Bilder zum Aushängen uudt
Zierung der Gemächer mahlen undt machen
lassen, so wenigst alle Quatember im Jahr
verändert worden.
7. hat er den rinderen Crenzgang mit
Bregenzer Stein bcstärzen lassen.
Der Kosten und Bezahlung dero biß
anhero ernannten Bäuen erhellet auß fol-
gender Lpecillcation:
Zpecitroation.
Was von 7^c> 1722 als n tempore
des iezinahlen regierenden Neichs-PrälatenS
und Herrens Hochwürd. und Gnad. an
dem Klcstergebän bis ^o 1724 bezahlt
worden.

Hr.BaumeisterB eeren
6 000 fl. — kr.
Denen Maurern . .
860 ., 55 „
Denen Stockadoren .
971 „ 49 „
Umb Stein und Stein-
haner ....
815 „ 20 „
Umb Kupfer und
Kupferschmid . .
1 454 „ 50 „
Umb Nägel und Eysen
700 „ 33 „
Dem Glaser . . .
429 „ 33 „
Schreinern und Zim-
merleuthen . . .
226 „ 26 „
Dem Mahler . . .
359 „ 5 „
H offner.
136 „
Kalch undt Gibs
87 „ 38 „

12 050 „ 9 „
In die Lacriste^.
1. Einen weißen Damastinen Ornalh
sambt Zugehör: ist nichts recht.
2. Einen weißen geblümten mit goldenen
Porten besetzten: diser ist schön undt das
Gelt werth.
3. Einen goldenen mit silbernen Porten
besetzt: diser hat vihl kostet, undt ist weder
dauerhaft noch lobenswerth.
4. Etliche schöne Meßgewändter mit
guetten Porten besetzt.
5. Schöne Spalier in den Chor, so
wohl aufs 50 sl. komen, sambt einem
Baldechin von Damast.
6. Für 9 gcmahlte antipenckia 10 fl.
30 kr. seynd kostbahr und wüest.
7. Einen rothen Teppich von Tuch,
und mehr anders, so mir iezt nit bey-
sallet.
Der Kosten deren bis anhero erzehlten
Kirchensachen ist sehr hoch, wolte selbigen
specitice beysezen, wan ich knnte, maßen
die Bezahlung lauth Viani nach undt nach

geschehen, kann also nit gewiß schreiben,
waß dises od. seneS in inckivickuo gekostet.
Annoch dises beyzufiegen solle nit umb-
hin geben, daß er die alte silberne Meß-
gewändter, Orneth, Kälchtiechlein, Porten
undt waß nur von Silber schmeckte, ans-
brennen lassen, undt das Silber verkaufst.
Item hat er zwey schöne große Mössene
Wandlung-Leichter denen Juden verhandlet.
Item ein goldenes Pectoral sambt einem
Ring mit einem großen Diamant für ein
Pectoral und Ring mit Hyacinthen be-
sezet, vertauschet, häts wohl können bleiben
lassen, und mich duncket er seys von dem
Juden betrogen worden, et Iraeo vicki et
srrckivi.

8,8. Geschichte deF ehemalige» Fran-
ziManeeinnenkiloster^ zu Uuliuge».
(Fortsetzung.)
Außer den schon autakführten Stiftnnaen
sind noch mehrere Gaben und Guttäter
verzeichnet. Die Fürstin Balfi ließ auch
eine Krone von Silber machen, die G'äfin
„Oesterbassin" ein silbernes Scepter,
offenbar für eine Statue; Frl. Maria
Anna v. Hobbnrg gab 60 fl.; dafür
solle man St. Anna drei Jabre lang ein
Lickt brennen. Die verwitwete Königin
von Polen war den sammelnden
Schwestern besonders zugetan. Sie ließ
dieselben „durch ihre aigne Bediente
sambt Gnzen vnd Pferdr von ynssprnog
bis in das Kloster sichren sambt allen
ohnkosteu" und verehrte ihnen noch 12 Taler
Geld. Von Wien ans wurden die Schwestern
von der Kaiserin verköstet und auf einer
„Landtgnzen" nach Innsbruck geführt und
der Königin empfohlen anno 1696. Andere
Gnttäter waren Frau NeichShofrätin Katha-
rina Schellerin, eine geborene Weis-
serin, die Familie v. Haizenberg, der
gnädige Herr v. Lauten bürg und seine
Gemahlin, die edle Jungfrau Anna
Maria Höngin, welche als Mit-
schwester einverleibt wurde, das Königs.
Kloster zu Wien hat den Schwellern
lange Zeit viel Gutes erwiesen, ?. Kom-
missarius PaschalisBnocher im Königl.
Kloster ebenfalls, wie auch die ganze
Familie v. Ehrenthal; weiter Michael
Wanglöhner, bürgerlicher Bäckermeister
zu Wien, und seine Hausfrau, der edel-
geborene Herr Jgnatinö Bühl er und
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