Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

Page: 22
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1906/0030
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
22

eich(en) >m württembergischen Oberamt
Weinsberg, im „Burggrafenamt" in Süd -
tirol, in der frühere» Herrschaft Schwabeck
in Obeischwaben. — „Die 7 Schlösser,
darin sich ein Mensch verschließe» kann".
Gedruckt in diesem Jahre (s. „Deutsche
Gane",V.Jahrgang, Doppelheft, S. 81/82,
S. 6). — Die „heiligen 7 HimmelS-
ri c gel n", Prag, 1800 (a.a. O. S. 7).
— Die „7 Sprünge", „7 Gruben"
(Sepp, altbayerischer Sagenschatz ec.,
neue Ausgabe, München, Verlag von
O. Galler, S. 64 ; im allgemeinen über
die Siebenzahl s. Weigand, Deutsches
Wörterbuch unter dem Worte „sieben" ;
A. Keller, „Alle Schwänke", 1876,
S. 40, und Höckler in Herzogs Real-
Encyklopädie "XIV, S. 375). Die
„7 Türme". — Die „7 Geschwister"
(„D.-A." XXI, 1903, S. 56/57). —
Keine andere Zahl kommt — von den
„bösen Sieben", den „lustigen
Sieben" (Glücksspiel) n. s. w. bis zu
den „7 Zwetschgen" so viel vor wie
die sieben, und leicht könnte die Sache
ins Ungemessene gesponnen werden, wenn
auch Manches ans diesem Gebiete noch
nicht oder nicht genügend anfgehellt wird.
Sv fand man (nach H. Ölte, „Zur
Stanrologie des Kruzifixns" im „Jahrbuch
der preuß. Kunstsammlungen", VI., 1885,
S. 164—170, Berlin bei Weidmann)
an einem vor ca. 20 Jahren in einer
Krypta des Merseburger Domes aufge-
hobenen Stein-Kruzifixns ans dem An-
fang des zweite»Jahrtausends eine sieben-
blätterige Rosette beim oberen Kreuz-
arm, sicherlich keine willkürliche, zufällige
Verzierung, sondern umsomehr von
symbolischer, wenn gleich noch unbe-
kannter Bedeutung, als auf dem dem
Kruzifix parallel gelegenen Grabstein des
Bischofs Berward von Hildesheim der
Stamm des Kreuzis unten in einem
sieben ästigen Baumstamm ruhte.
Zur Achtzahl: Der Acht ent in
Augsburg und im bayerischen Schwaben
— die Oktav. — Achter, ein alter
schwäbischer Tanz, den 8 Paare anf-
führen. — Achterle hieß man ein kleines
Brot.
Zur Nennzahl: Die Dorfnamen
Neunbronn, Ne u nkirche n (im würt-
tembergischen Frankenland), Nenn eck (nn

württembergischen Schwarzwald), Nenn-
heim (im Ries), Nenn stadt (desgl.),
dann vor allem die sagenumwobenin
„9 Brunnen" im weite» Donauriede
zwischen Hundersingen und Blochingen auf
der Grenze der beiden Oberamtsbezirke
Riedlingen und Saulgau. — „Nenne -
mal" hieß in Schwaben eine Art Mühle-
ziehen - Spiel. — Neun ist die Zahl der
Holledauer, welche zur Wallfahrt und znm
Schimmelstehlen ausziehen. — Nenn ist
die Zahl der Buben, welche zu Holzheim
in Schwaben an den drei Sonntagen vor
Pfingsten mit Haseln oder Wünschelruten,
womit man Quellen ausfindig macht, von
Haus zu Hans gehen. — Neunfach ist
der Schadenersatz und die Diebsbnße nach
dem altbayerischen Nechlsbnche.— Neun
zählen ursprünglich die Äsen. — Die
9 Musen, die 9 Mächte und die
9 Sphären um die Erdkugel. —
„Nenner" heißt in Oberbayern das Vor-
mittagsvesperbrot. — Die „Ncnner-
kom Mission" oder den „Neu Her-
aus schuß" bildeten zu Ulm im Jahre
1536 die offiziellen Vertreter des neuen
Glaubens. — Dazu die schauerliche Sage
vom „Neuntöter".
Zur Zehnzahl: Die „1 0 Jung-
frauen" bezw. das geistliche Schauspiel
von den 10 Jungfrauen.
Zur Eilfzahl: Die Eilfer, d. h.
der Znnftrat in der ehemaligen Reichs-
stadt Memmingen, d. h. 11 Mitglieder ans
jeder Zunft (s. Dobel, a. a. O.) n. s. w.
— In der alpinen Nomenklatur kommen
E i n s er -, Nenner -, Zeh n er -, E l fer -
und Zwölfer-Berge vor (ersterer und
letzterer in de» Sextener Dolomiten;
Uir dolle nove, clicci unckici; s. „Morgen-
blatt für gebildete Leser", 1848, Nr. 274,
Stuttgart bei Cotta).
Zur Zwölfzahl: Die 12 himm-
lisch en Z e ich en. — Die „12 Apofiel",
eine Banmgruppe gegen das obere Ende
der Enzanlagen bei Wildbad.
Zu der Zahl 13: Ominös ist be-
kanntlich allenthalben die Unglückszahl 13,
und dies heutzutage fast noch in höherem
Grade als früher, so daß sogar Häuser-
nummern und Zimmernnmmern in Hotels
von Großstädten mit dieser Zahl ans-
fallen ! Nach einem alten Aberglauben
muß von einer Tischgesellschaft von 13 Per-
loading ...