Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

Page: 71
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IVIomalibus, Dun6em nobis rcstiloil, 3c
Data benettictione Zralias ^edilas
rediclil.
16^' I» dem Beiden Weiler Korn Esch,
lny der Bildsanl an der Stege.
dem ^>orn Esch zu alisrenihe.
i8l In dem Haaber Esch allda.
19: Zue Oberzell in dem Dorf.
20 ; Zn der Neite ahn dem Korn Esch.
21 : Auf der Aschhalden gegen der
Naahlen Brugg.
(stuoacl Dxceptionem in iVlonnsterio
odservantur ca, -guas Zuprm in Dcgui-
tntu piinro Lnnotavi.
Data tunc Eonsuclä. bens6ictione,
8:" Lruor primo, Eonventui venerabili
6cin6e ?opulo clevole, osculsnttus
oklcrtur, löd langem itsrunr rcconllitur.
: DcpiiteZ cguicunczuc in via Dornum
rc6ire volunl, clescenclund cx ccguo, pro-
cumdunt in §enug, et suppliciter petunt
dene6ictic>nem, czukr ncceptü in idiomine
Domini revertunt 26 proprin.
SI§. Dur Geschichte den icheiiililige»
Minüriteiigniimaslums zu Schwä-
üisch-Giuünd.
(Fortsetzung.)
Damals und sä'vn frülee gab es auch
Differenzen zwischen dem Konvent und
dem Stadtpfarrer bezw. dem Magistrat
wegen der Osterkommnnio» der Studenten.
Diese wurde früher stets in der Konvents-
kircke am Gründonnerstag gefeiert. Nun
protestierte hiegegen anno 1706 (Mai)
der Kapitelsdekan und Stadipfarrer Doll,
und zwar hauptsächlich deswegen, weil ein
Professor nnvor sichtigerweise in der Schule
öffentlich behauptet hatte, den Franzis-
kanern stehe das Recht zu, privatim den
Studenten die österliche Kommunion zu
spenden, auch wenn der Stadtpfarrer dieses
Recht für sich reklamiere. Zm November
desselben Jahres wiederholte sich der
Streit, wobei der Stiftsdekan verlangte,
die Studenten sollen während der öster-
lichen Zeit, jeder pro oua commocäilate
einmal in der Sladtpfarrkirche kommuni-
zieren, am Gründonnerstag jedoch in der
Konventskirche. Man legte den Streitfall
dem Bischöflichen Generalvikariat in Augs-
burg vor, welches im Dezember zu Gunsten
des Konvents entschied, so daß die Stu-
denten nicht genötigt wären, in der Stadt-

1 —
Pfarrkirche die heilige Osterkommunion zu
empfangen. Der Stiftsdekan gab sich da-
mit zufrieden, wenn die Studenten, wie
die anderen Pfarrlinder, die gewöhnliche
Tape bezahlen wollten. Letzteres geschah,
und fortwährend genügten die Studenten
ihrer Osterpflicht in der Konventskirelm.
Anläßlich einer Visitation im Jahre 1777
kam die Sache wieder zur Sprache, aber
der damalige Stiftsdekan Debler begnügte
sich mit der bisherigen PrapiS. Nun ver-
langte im Jahre 1781 der städtische
Magistrat in einer Signatur vom 28. März,
die Studenten sollen ihre österliche Pflicht
in der Pfarrkirche erfüllen und dort den
MnsikchoM) fregnenlieren. Der damalige
Guardian Gerold Jost erkundigte sich
beini Ratsherrn Storr, dem geistlichen
Vater des Konvents, über die Urheber-
schaft jenes Magistratöbeschlusses und er-
hielt die Antwort, dieses Verlangen gehe
vom Magistrat ans und nicht vom Dekan,
und wenn der Konvent sich weigere, müsse
man ihm die Schulen entziehen, welche
andere Religiösen bereitwilligst übernehmen;
er wünsche, die österliche Kommunion der
Studenten solle am Gründonnerstag stalt-
finden; dieselben sollen von einem Pro-
fessor hin- und znrückgeführt werden, die
Zettel sollen von den Professoren ein-
gesammelt und von diesen dem Stiftsdekan
eingehändigt werden. Mit dem Verlangen
deS Magistrats erklärte sich auch der
?. Provinzial einverstanden und befahl
dem Konvent Folgeleistnng. Uebrigenö
war die Signatur, wie der Konvent bald
darauf erfuhr, mit Wissen und Konsens
des Bischöflichen Generalvikariats erlassen
worden. Die Studenten haben dann auch
im gleichen Jahr noch in der Kollegiat-
kirche die heiligeOsterkonnnnnionempfangen,
Unterricht in der Musik empfingen die
Studenten meist im Franziskanerkloster, aber
auch von den Dominikanern, so 1773. Haupt-
sächlich deshalb verlangte auch der Chorregent
der Dominikaner am 24. Dezember 1773 die bei
der Musik beteiligten Studenten auf Weihnachten
zum Chor der Dominikaner, was die Professoren
nicht zugebeu wollten. Bei den Franziskanern
ragte als Musiklehrer hervor I?. Andreas
Osterrieder; schon 1771 war er instracwr
ncasices und wurde nach Offenburg berufen,
1774 ff. war er Chorregent und Musiklehrer im
Gmünder Konvent; er starb zu Gmünd nur
6. April 1800 als Senior des Konvents, 70 Jahre
alt.
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