Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

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Kanzlers Vaters) zu Bartlme zu halten
war. Bartlme 1626 (Sterbetag des
Vaters?).
Dieser hatte folgende Kinder:
1. Regina, vermählt 1607 mit Paul
Strvmayr, Amtmann in Gelchsheim,
Unter franken.
2. Wilhelm Bienner, den Kanzler,
und wahrscheinlich
3. Apvllonia Biennerin, Priorin
des Franziskanerinnenkonvents im Kloster-
Beuren bei Günzburg, welche 1628 an
Regina Stro mayrin, Schwester Wil-
helms, einen Schuldbrief ausstellt, welcher,
wie die Stromayrschen Schuldbriefe über
6381 fl. und die Christoph Brenners
über 620 fl. sich in dem Besitz der Familie
des Kanzlers befanden.*) Dieser nennt
einen Or. Andreas Metzger seinen
Vetter und für eine Christine Metzgeriu
versah ich die Gerhabschaft.
Wilhelm Bienner war nach Angabe
seines Sohnes 1650 ein Mann von
60 Jahren und ist hienach 1590 geboren.
Die handschriftliche Biographie Bienners
von Pfaundler im Statthalterei-Archiv
in Innsbruck, der Hermann Schmid in
der allgemeinen deutschen Biographie folgt,

0 Unbekannt ist, ob folgende Personen mit
dem Kanzler verwandt waren: n) Jakob Bien n e r,
Diener des Hauses Fugger 1584 (Statth.-Archiv
Innsbruck, Ämbroser Akten, 30. April 1584);
N) Andreas Bienner erhielt 1589 einen kais.
Wappenbrief, nachdem er der Kaiserin-Witwe
Maria, Rudolf II., Wolfgang R u mpf und Paul
Sixt Trnutson gedient hatte (Adelsarchiv im
k. k. Ministerium dos Innern in Wien); c. Sebastian
Bienner, der als Neichshofkanzleidiener 1623
mit Bruder Martin und Vetter Jakob Wappen
mit Krone und 1640 Nobilitation erhielt lebenda);
<l) Wolfgnng Binner, kurfürstl. Rat und
Mautner zu Negensburg und Salzbeamter zu
Stadtamhof, P 8. Oktober 1678, begraben in der
Stadtpfarrkirche in Amberg; e) Karl Joseph
Bienner v. Biennenberg (aus sächsischem,
im 16. Jahrhundert nach Schlesien gekommenen
Geschlechte), Hauptmaun im Generalstab, erhielt
durch Marin Theresia 1769 ein Ritterdiplom für
seine im siebenjährige» Kriege bewiesene Tapfer-
keit (k, k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in
Wien, Neichsregistrntnr). Philipp Anton Wiener,
k. Richter in Leitmeritz, samt seiner Schwester-
Theresia Emerentia und seines Bruders Kindern
Karl, Franz, Maria Abundantia war 1754 mit
v. Bieneuberg geadelt worden (Megerle und
Mühlfeld, österreichisches Adelslepiko» 100; Er-
gänzung 245 Siebmachers großes Wappenbuch,
Suppt. VIl, 9).

läßt den Kanzler 1585 in Amberg ge
boren sein. HormayrS Taschenbuch 1822,
p. 402, dem Egger, Geschichte Tirols II,
395, folgt, gibt das Jahr 1588 als Ge-
burtsjahr an.
In die Universitätsmatrikel zu Frei-
bnrg i. Br. wurde Ouilslmus Liner
Uauplaeimeimis, 6ioece8 NuZustanne
13. November 1607 immatrikuliert (Mit-
teilung von Prostssor v. Simson). Des
Kanzlers Inventar nennt einen Doktorats-
brief vom 22. Sept. 1614 und zwei Bakkalan-
reatsbriefe vom 20. und 22. Sept. 1614. Er
muß früh geheiratet haben, denn seine Frau
versicherte, sie sei mit ihm (st 1651) durch
42 Jahre verheiratet gewesen. Demnach
fällt die Heirat spätestens ins Jahr 1610.
Seine Frau war Elisabeth, älteste
Tochter des Herrn Joh. Ulrich Ha neu-
st ein (nicht H o Heu stein) und der Anna
Harnüfter, und war zu Freiburg im
Breisgau geboren. Sie erhielt von ihrem
geistlichen Onkel in Freibnrg i. Br.
2000 fl., die sie ihrem Gatten als
Mergengabe znbrachte. Hirn weiß über
die folgenden Lebensjahre Bienners nur,
daß, als Erzherzog Leopold später mit
diesem über die Annahme des Kanzler-
amts verhandelte, derselbe selbst darauf
hinwies, daß er einst in der Markgraf-
schaft Burgau amtiert habe.
Doch läßt sich weiteres über den Be-
ginn von Bienners Laufbahn mitteilen.
Am 4. Dezember 1615 wies Wilhelm
Bleuer, Malschall der Grafschaft
Hohenberg, mehrere Gläubiger des Hm>s
Beurenhofs zu Ergenzingeu (OA. No!-
tenburg), darunter das Stift Moritz, wegen
nicht bezahlter Zinsen und Gülten in den
Besitz ihnen verpfändeter Güter ein und
besiegelt selbst diese Urkunde (Kvnigl. geh.
Hans- und Staatsarchiv, Kasten 14,
Fach 9, Büschel 48).
Hiemit stimmt überein das Wappenbuch
der Stadt Nottenburg von Andreas
Ziegler, 1602 (Handschrift im Besitz
der Stadt Nottenburg): Wiener,
Bynn er, Wilhelm, der Rechten Doktor,
Marschall der Graf- und Herrschaft Hohen-
berg 1615. Wappen: Schwarzgvld ge-
spalten, oben silberner, nach links gewandtter
Ochsenkopf, unten 3 (2, 1) braune Bienen.
Decken: schwarzsilbern. Auf dem Helm,
von dem zwei silberne Binden abslattern:
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