Beilage zum Diözesan-Archiv von Schwaben — 1892

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Anna Schleichwegen, Nonne in Baindt. — Datum die de-
cima mensis Apprilis 1489. — S. Derselbe. — Pcrg.
Orig. Siegel ab. 403.

1490.' Juli 15. — Jörg Wild stellt den Pfandmcistern
und Pflegern der Stadt Waldsee, Niklaus Brantz und Jos
Schenk, Bürgern daselbst, über ein erhaltenes Kapital von
20 Pfund Heller ans seinen Hof zu Haidgau, der dem Heilig-
geistspital zu Waldsee jährlich 5 Pfund Heller Bodeuziuö
giebt, einen Zinsbrief ans, dem zufolge er jährlich 1 Pfund
Heller, auf St. Johannestag nach Waldsee zu zahle» hat,
aber jederzeit gegen Rückerstattung obiger Summe den Hof
wieder auslöseu kann. — G. uff dornstag, St. Margretheu,
d. hlg. Junckfroweutag 1490. — S. Kaspar Wild, Ammann
zu Wolfegg. — Perg. Orig. m. Siegel. 404.

Das Siegel in braunem Wachs zeigt im Schilde die Gestalt
eines zum Kampf bereit stehenden Mannes mit vargehaltenem Schild
und zilm Wurf ansgelcgtem Speer. — Legende: S ■ Caspar Wild.

1490. Oktober 11. — Georg, Graf von Werden-
berg und zum Heiligenberg, derzeit Verweser der Hauptinaun-
fchaft, Heinrich, Abt zu Schusseuricd, Marquard von Königs-
egg zu Aulendorf, Heinrich von Naudeck zu Stoffen und Hans
von Reischach zu Neuenhöfeu, alle drei Ritter und verordnete
Räte der Gesellschaft St. Jörgen Schild zu Schwaben, deö
Teils im Hegau und am Bodeusee urkunden, daß sie in der
Reichsstadt Ueberlingen auf dem Rathaus in der großen Stube
zu Recht gesessen und auf ihres Hauptmauuö, deö Grafen
Ulrich von Moutfort, Herrn zu Tettuaug, rechtliche Tagsetzung
vor ihnen erschienen sind, Steffan Kamrer, Amman» und
Steffan Eudres, Bürgermeister zu Wnrzach, im Namen ihrer
Stadt, eines- und Haus Hölzlin, Hofmeister und im Auftrag
der Aebtissin Margareta von Baindt anderuteils, in nachstehen-
der Streitsache. Die von Wnrzach beklagen sich, die Aebtissin
von Baindt habe bei Wnrzach ein in ihr Markrecht gehöriges
Gut und weigere sich, den von ihnen ab allen in ihrem
Markrecht liegenden Gütern erhobenen Stenern und Diensten
uachzukommeu. Dagegen erklärt der Kloster Baindtsche Hof-
meister, Haus Hölzlin, sie hätten deswegen nie früher einen
Anstand mit der Stadt Wnrzach gehabt, legt sodann einen
von dem Stadtannnann von Wnrzach besiegelten Kaufbrief
des Mäg, Bürgers daselbst vor, demnach derselbe an die Aeb-
tissin und den Konvent von Baindt den vierten Teil deö
Gutes zu Laiucuthal verkauft hat — de dato a. n. frytag
v. n. l. srowentag ze der liechtmesse (26. Jan.) 1364 —
und beruft sich im übrigen auch auf die dem Kloster Baindt
von Kaisern und Päpsten verliehenen Privilegien und Be-
freiungen von jeglichen Steuern und Lasten. — 9lach weite-
ren Reden und Widerreden, wobei die Stadt Wnrzach
namentlich geltend macht, die mehrerwähnte Aebtissin hätte
nach Laut des Briefs nur ein Viertel deö Gutes zu Lainen-
thal und die Inhaber der übrigen drei Viertel müssen doch
auch alle ihre Pflichten erfüllen, — entscheiden die oben ge-
nanntc» verordnete» Räte der Gesellschaft vom St. Georgs
Schild zu Gunste» der Aebtissin Margareta von Baindt. —
G. uff nicntag n. St. Dyonisyus tag 1490. — S. Graf
Ulrich von Moutfort. — Perg. Orig. in. Siegel. 405.

^1491. Scptb r. 2. — Ulrich, Graf zu Moutfort, Herr
zu Tettuaug spricht Recht in einer vor seinen Ammann und
die Richter zu Tettuaug gebrachten Streitsache zwischen der Aeb-
tissiu Margareta und dem Konvent von Baindt eines- und Hans
Hninpiß des Aelteren, Bürgers zu Ravensburg oder seines Gewalt-

»mu'buetcr Richter und Beschützer der Privilegien und Rechte des
Gistercienserordens, gebietet allen Priestern, so in der Stadt und Bis-
tum Kostnntz sind bei der h. Gehorsam."

Habers und Tvchtermanneö Walther Kuchimaister, Bürgermeister
zu St. Gallen anderuteils, wegen Erbschaftsangelegenheiten zu
Gunsten der Kloster Baindtsche» Konventnaliu Barbara von
Jsenbach und faßt seine Entscheidungen in neun Punkte zu-
sammen. Es soll nämlich Hans Humpiß sämtliches liegende
Hab und Gut des verstorbenen Philipp Jsenbach unbeanstandet
anheimsallen, dagegen hat er das Kloster Baindt, beziehungs-
weise die Barbara Jsenbächin für ihre Erbgerechtigkeit mit
700 rheinischen Gulden zu entschädigen und diese wieder von
solcher Summe 150 rheinische Gulden au Jörg Haiutzel,
Bürger von Lindau, der ebenfalls Erbschaftsansprüche erhoben,
zu verabfolge», und zwar in der Weise, daß Haus Humpiß
die 150 rheinischen Gulden von der dem Kloster Baindt zu
entrichtenden Summe abzieht und solche auf nächst St. Jo-
hannes Baptista Tag gegen verbriefte Verzichtleistung an den
genannten Jörg Haintzel von Lindau ausbezahlt. Des weite-
ren wird dem Kloster Baindt oder vielmehr der Barbara Jsen-
bächin alles fahrende Hab und Gut, Barschaft, Hausrat und
andere Hinterlassenschaft des Philipp Jsenbach selig zugesproche».
Ferner wird bestimmt, daß das heurige Erträgnis aus Weihern,
Zinse, Zehenten, Gülten und anderes unter beide Teile gleich-
mäßig verteilt werden, jedoch der Werckzehenten und der Obst-
ertrag in der Baind zu Meckenbeuren der Barbara Jsenbächin
für sich allein zufallen solle, auch verbleiben der letzteren
außerdem die zwei Weingärten zu Ravensburg, die sie in daS
Kloster mitgebracht hat. Die Aebtissin, der Konvent von
Baindt und Barbara von Jsenbach sind dagegen verpflichtet, dem
Hans Humpiß, Alt- und Nenleheu, sowie alle anderen die frag-
lichen Erbgüter betreffenden Briefe, Register, Verzeichnisse
und übrigen Aktenstücke auszuhändigeu und über ihm unbe-
kannte Güter Auskunft zu erteilen. Schließlich wird hiemit
der Erbschaftsstreit ein- für allemal für beendigt erklärt. —
G. uff frytag n. St. Bereuen tag 1491. — S. Graf Ulrich
von Moutfort. — Perg. Orig. Siegel ab. 406.

1492. Jan. 25. — Erhärt Faster, Gerichtsammaun

zu Altmaunshofen, spricht Recht in einer Streitsache zwischen
der Aebtissin von Baindt, Margareta geborene von Feld eincs-
uud Haintz und Bastian die Rüttler, von Altmaunshofen andcrn-
teils, wegen des dortigen Lehengutcs, auf daö sich die beiden
letzteren widerrechtlich gesetzt und eine Zinszahlung an daö Kloster
Baindt verweigern. Nach Verlesung eines früheren Urtcils-
briefeö desselben Gerichtsammannes, de dato 1491 a. St.
Kiliauötag, woruach die Vorlage urkundlicher Belege seitens
des Klosters Baindt über dessen rechtmäßige Ansprüche ver-
langt wurde und auf welches Urteil die beiden Rüttler sich
diesmal berufen, Kloster Baindt konnte solche wegen Ab-
handenkommens nicht beibriugeu, wohl aber mündliche Zeug-
nisse, — wird nach eidlicher Vernehmung von fünf Zeugen,
worunter auch Erhärt Faster selbst, sowie nach Verlesung eines
Gutachtens des abwesenden, ebenfalls als Zeugen aufgcrufe-
uen Junkers Heinrich von Landau zu Lutrach, schließlich zu
Gunsten deö Klosters Baindt entschieden und dessen LeheuS-
gerechtigkeit auf daö fragliche Gut zu Altmannöhofcn aner-
kanut. — G. a. St. Pauls Bekehrung tag 1492. —■ S.
Junker Heinrich von Landau zu Lutrach. — Perg. Orig. in.
Siegel. 407.

Das Siegel in duiikelgriinem Wachs zeigt im Wappenschilde 3
Hirschstangen mit je 4 Enden. — Legende: 8 - hainrich von landa(u).

1493. Jan. 7. Konstanz. Notarielles Vidimus deö
Michael Scriptoris de Meersburg, öffentlichen Notars iit
Konstanz, in welchem auf Bitten des Johannes Hoptman,
Vertreters des Abtes Johann und Konvents von Salem
(Ord. List.), ans einem Transsninpt des Guido Gardileti,
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