Beilage zum Diözesan-Archiv von Schwaben — 1892

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müllcrö Gni auch im Momenwinkel gelegen, wovon das Kloster
Weingarten 2 Pfund, 6 Schilling, 8 Pfennig Zins erhält.
Diese sämtlichen Güter hat die Stadt Ravensburg von Hans
Ebingcr und Cleanen Halderin, seiner Ehefrau, einer Nach-
kommen des obengenannten Haintz Halber erkauft und dem
Kloster Baindt als Unterpfand gesetzt und verschrieben. —
G. ci. Montag v. St. Bitz tag 1497. — S. Die Stadt
Ravensburg. — Perg. Orig. in. Siegel. 416.

1498. April 16. — Konrad Zoller und Ursula Beck
erhalten von der Aebtissin Margareta und dem Konvent des
Gotteshauses Baindt, Hof und Gut zu Menhartsweiler (men-
hartschwiler) zu einem Zinslehen ans Lebenszeit gegen jähr-
lich ans St. Martinstag fällge 5 Scheffel Beesen, 3 Scheffel
Haber, 1 Pfund Pfennig, ein Fastnachthnhn, 6 Graßhühner
und 80 Eier. — G. uff mcntag n. d. hlg. Ostertag 1498.
—- S. Melchior Flammer, Unterlandvogt in Schwaben. —
Perg. Orig. m. Siegel (eing.). 417.

1498. April 16. — Aebtissin Margareta von Baindt
bestätigt obige Lehensübergabe des Klosterhofeö und Gutes zu
Menhärtsweiler gegen den in der vorigen Urkunde näher be-
zeichneten jährlichen Zins an Konrad Zoller und Ursula Beck
dessen Hausfrau, auf Lebenszeit. — G. »ff mentag n. d. hlg.
Ostertag 1498. — S. Die Abtissin von Baindt. — Perg.
Orig. m. Siegel. 418.

1498. April 16. — Hans Held von Abotsweiler,

seßhaft zu Mittel-Urbach und Agatha Haas seiner Hausfrau,
wird von der Aebtissin Margareta von Baindt und dem Kon-
vent daselbst, des Klosters Hof und Gut zu Eggmannsried
gegen einen jährlichen Zins von 9 Scheffeln halb Beesen und halb
Haber, 2V2 Pfund Heller, 2 Herbsthühner, eine Fastnachthenne
und 32 Eier, auf St. Martinötag fällig, als lebenslängliches
ZinSlehen verliehen. — G. uff mentag n. d. hlg. Ostertag
1498. — S. Melchior Flammer, Unterlandvogt in Schwaben.
— Perg. Orig. 111. Siegel (eilig.). 419.

1499. Juli 29. — Hans Sch eh, genannt Schimpf
von Wolpertsheim bekennt, das; er den nach seines BaterS
Tode von der Aebtissin Margareta und dem Konvent von
Baindt ihm lehenweiö überlassenen Hof und Gut zu WolpcrtS-
heim schlecht bewirtschaftet, Zins und Gült nicht zu rechter
Zeit bezahlt, Frucht und anderes versetzt und verschleudert
und auch sonst den Bedingungen des Lehenbriefs in keiner
Weise entsprochen habe und die Aebtissin und der Konvent
von Baindt ihn deshalb von genanntem Hofe abznsetzen be-
absichtigt, auf sein inständiges Bitten und dem Versprechen
ernstlicher Besserung hin aber alle bisherigen Rückstände an
Zinse», Frucht n. a. ihm geschenkt und ihn wieder auf dem
Hofe zu Wolpertsheim belasse» hätten. — G. a. montag 11.
St. Jacobs tag apli 1499. — S. Hans Jggenow, Amniann
zu Haisterkirch. -— Perg. Orig. 111. Siegel (eing.). 420.

1499. September 6. — Die Brüder Gallus und
Gregor die Biener zu Rnngratzhofen verzichten gegen empfan-
gene 50 rheinische Gulden auf ihre Erbschaftsansprüche an
das von ihrer Base Veronika Flämi selig, Pfründnerin im
Kloster Baindt, hintcrlassene liegende und fahrende Hab und Gut
in der Stadt Beringen und anderen Orten zu Gnnsten der
Aebtissin Margarete von Baindt, welche mit dessen Einzug
den Altdorfer Bürger Ulrich Lantz betraut. — G. nfs frittag
St. Mangen tag 1499. — S. Junker Jörg Löw, des Reichs
Untervogt in Schwaben. — Perg. Orig. Siegel ab. 421.

1499. Dezember 11. — Truchseß Johannes von
Waldbnrg der Jüngere entscheidet in Verbindung mit den

zwei Beisitzern, Hans Schad, Alt-Bnrgermeister zn Biberach,
als Vertreter des Propstes Lncas von Waldsee und Peter
Ziegler, Bürger von da, als Vertreter Peter Mohrs von
Markdorf, in einer Streitsache zwischen „Herren Lncassen,
unnser lieben frawen zu der Newenstifft nnnd sannd peters zn
Wallsee,Gotzhewser,Bropst,Cümendatarins nnnd adnünistrator"
und dem Konvent zu Waldsee eines- und Peter Mohr, Chor-
herr» zu Markdorf andcrnteils, wegen nachstehender laut Ver-
schreibung begründeter Schuldfordern ngln des letzteren an das .
Kloster Waldsce. Derselbe fordert erstens die genanntem ,
Kloster seiner Zeit in Barem geliehenen 37 rhein. Gulden;
zweitens 50 Gulden für eine in des Klosters Auftrag z» ,
Erzherzog Sigmnnd von Oesterreich und seine Räte nach
Innsbruck unternommene Reise; drittens 60 rhein. Gulden
für eine an das Bistum Brixen ebenfalls zn Gnnsten des
Klosters mit vielen Mühen und Kosten gerichtete Appellation;
viertens für seine in desselben Interesse erfolgten Bemühungen
am päpstlichen Hofe 100 rhein. Gulden; fünftens als Ent-
schädigung für dem Christoffeln Trugenhofer auf Ersuchen des
Konvents mehrere Jahre gereichte Kost, Wohnung n. a. und
ebenso für an Konventsherren und andere Klosterangehörige,
„so sie in deren hänndeln gen Costenz anff und abgezogen",
verabreichtes Essen und Trinken 50 rheinische Gulden, außer-
dem sechsstcns wegen einer ihm znkommenden Kaplanei, von
der ihm 12 Pfund Pfennig jährlich in ubsentia versprochen
worden waren, eine andere Pfründe oder jährliche 12 Pfund
Pfennig. Propst LncaS von Waldsee erklärt, daß ihm diese
Forderungen gänzlich fremd und unbekannt und dies nur eine
eigenmächtige und unberechtigte Konventshandlnng sein könne >
und anderes mehr. Der Schiedsspruch des Truchsessen Jo-
hannes und seiner zwei Beisitzer lautet dahin, daß Peter Mohr
von dem Propst und Konvent von Waldsee außer 100 rhei-
nischen Gulden nichts zn fordern, diesem aber sämtliche Prozeß-
akten und Schriften innerhalb 14 Tagen auSznhändigen habe.

— G. a. mitwochen 11. St. NiclauS d. hlg. Bischofs tage |
1499. — S. Truchseß Johannes von Waldburg, Hans Schad,
Altbürgermeister von Biberach und Peter Ziegler, Bürger von
Waldsee. — Perg. Orig. 111 3 Siegeln. 422.

Sämtliche 3 Siegel an Perg.-Strf. und in dunkelgrünem Wachs !
a) Helm mit geöffnetem Visier und Pfauenfedern als Helmzier, ahne
Wappen und Umschrift: b) im Dreieckschild ein Drache, einen edensolchen
als Helmzier. Umschrift: S • hans fchad; c) im Dreieckschild eine
Keule. Umschrift: 8 - Netter ziegler.

(Fortsetzung folgt.)

Miszellen.

Zu der Miszelle bet r. Herz»g Karl Alexa 11 ber v an
Württemberg in der Beilage zum „Diözesan-Archiv" Nr. 22 von
1891, S. 41: Ein Gegenstück zu der im „Patriot. Archiv" enthaltenen
Angabe van der Belagerung und Eroberung van Oed en bürg i»
Ungarn lstatt Ebern bürg) durch Karl Alexander liefert die (erst
im I. 1860 im Verlag der Exped. der wiirttb. Balksbiblialhek zu
Stuttgart heransgegebene) „Gesch. v. Württbg. bis zum I. 1740" vv»
Fried, v. Schiller,, eine Jugendarbeit des Dichters, wv (S. 230) gar
von einer Belagerung und Eroberung Edinburghs die Rede ist.

-clc.

Dominikus Kiinzer. In der in Weechs bad. Biographien
(I S. 481—487) erschienenen Biographie des (1793 zn Freibnrg i. 33-
gcb., 1853 in Konstanz f) Spitalpfarrers Kiinzer, bekanntlich eines
Werkzeuges von Wessenberg, vvn F. Kössing, findet sich die Nachricht,
dag K. nach Beendigung des Seminarkurses in Meersburg den
2 9. September 1815 in der Kirche von Weingarten bei
Rav. die Priesterweihe empfangen habe. Ist dies in der
That richtig? In Max Grüns Vers, einer Gesch. vvn Altdvrf-Wein-
garten kommt nichts darüber. -ck.

Stuttgart, Buchdruckerei der Aktiengesellschaft „Deutsches BolkSblatt".
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