Beilage zum Diözesan-Archiv von Schwaben — 1892

Page: 18
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab_beil1892/0018
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
18

Jörg Guger, Weinzieher eines- und Michel Spieglcr, Rats-
herr zu Markdorf, audernteils, die anläßlich einer von dem
Propst zn Waldsee angeordneten Grenzregulierung in den
Markdorfer Weinbergen, wegen eines Karrenwegeö, den Michel
Spiegler unberechtigt benutzte, entstanden war. Sie ent-
scheiden nach Vernehmung beider Parteien und nach Vorlage
eines Mittwoch in der Osterwochen (s. früher unter Nr. 354)

4. April 1453 datierten Urteilsbricfes seitens des Probstes
von Waldsce, zu Gunsten des letzteren. — G. a. Dornstag
n. St. Franziscns tag 1511. — S. Jakob Brändlin, Stadt-
annnann zu Markdorf. — Pcrg. Orig. in. Siegel. 453.

Das Siegel Brändlins zeigt i. Schilde e. Hirschstange m. 5 Enden,
rechts und links davon je ein Stern. Eine nackte Frauengestalt (Brust-
bild) mit anfgelöstcn Haaren bildet die Hclmzicr. Legende: S ■ iäcob •
brendlin • d • y •

1512. Jan. 27. •— Aebtissin Verena von Baindt ver-
leiht an Simon Schwarz und Else Brutscheriu zu Mutmanns-
hosen das Klostergut, genannt das Pranckengut, „kiff dem
Buhel zuncchst by der kirchen" zu Mntmannshofcn gelegen,
um einen bestimmten jährlichen Zins, nach Leutkirch lieferbar,
als lebenslängliches Lehen. — G. Zinßtag v. uns. l. frowen-
tag Liechtmiß 1512. — S. Die Aebtissin von Baindt. —
Perg. Orig. m. Siegel (Fragment). 454.

1512. Jan. 27. — Simon Schwartz und Else Brnt-
schcrin seine Hausfrau bestätigen, daß ihnen von der Aebtissin
Verena von Baindt daö Klostergut, genannt Pranckengut zu
Mutmannshosen, um den obenbezeichnetcn Zins zu Lehen ge-
geben worden sei. —* G. wie oben 1512. — S. Konrad
Löw, Stadtammann zit Leutkirch. — Perg. Orig. m. Siegel
(eing.). 455.

1512. März 13. — Aebtissin Verena von Baindt
überläßt dem Othmar Has zu Steinach des Klosters Hof da-
selbst um einen gewissen Zins zu einem lebenslänglichen Lehen.

— G. Samstag v. d. Sonntag Oculi i. d. vasten 1512. —

5. Die Aebtissin von Baindt. — Perg. Orig. in. Siegel

(eing.). 456.

1512. April 16. — Martin Ranch von Steinbach
verkauft sein Dritteil Anrecht an den Weiher, der ein Zins-
lehen von Waldburg mit 3 Pfund Pfennig Bodenzins ist, „der
Strubenweiher" genannt, im Altdorfer Wald gelegen und
allenthalben au Wald angrenzend, für 18 Pfund Pfennig an
Hans Franck von Stainach. — G. freytag v. St. Gerigen
des hlg. Ritters tag 1512. — S. Haus Thuuauer, des hlg.
Reichs frey Landtrichter in Schwaben auf Lentkircher Heid und
in der Gepirs und derzeit Verweser des UntervogteiamteS. —
Perg. Orig. m. Siegel. 457.

1512. April 29. — Barbara Hengkin, Gerig Bitzcn-
hofers, und Barbara Kcscrin, Hanö Bitzenhofers zu Lippach
eheliche Hausfrauen begeben sich mit Konsens ihrer Ehemänner,
nachdem sie sich ans der Leibeigenschaft des Klosters Löwen-
thal losgekauft, in diejenige der Aebtissin Verena und des
Gotteshauses Baindt. — G. Dornstag n. St. Gerigen tag
1512. — S. Hans Thunauer, Landrichter auf Lentkircher
Heid rc. — Perg. Orig. Siegel ab. 458.

1512. Juni 10. — Den Brüdern Georg und Hanö
Bitzenhofer zu Lippach gestattet die Aebtissin Verena von Baindt,
das laut einem früheren Lehenbrief von ihrer Vorgängerin
Margarete, an die Mutter der beiden Brüder, Ursula Buchcn-
maier, verliehene Klostergnt zu Lippach, mit dieser gemeinsam
zu bebauen und bis zu ihrer Mutter Ableben innezuhaben.

— G. Dornstag n. d. hlg. Pfingstag 1512. — S. Hans

Thunauer. — Perg. Orig. m. Siegel. 459.

1512. Au g. 16. — Johannes Truchseß, Freiherr zu
Waldbnrg, entläßt gegen empfangene 9 Gulden Appolonia >

V

Sempplinc von Graben, Jörg Semppels und Elsbeth Haf-
ninen selig eheliche Tochter, ans der Leibeigenschaft, mit der
sie ihm bisher angchvrt hatte. — G. uff Montag n. Lan-
rency tag 1512. — S. Johannes Truchseß von Waldburg.

— Perg. Orig. Siegel ab. 460.

1515. Febr. 6. — Jörg Held und Anna Blöd von
Haisterkirch erklären, daß ihnen das Klostergnt zu Haisterkirch
von der Aebtissin Verena von Baindt und ihrem Gotteshaus
um einen näher bezeichneten jährlichen Zins und mit der Ver-
pflichtung, dem Kloster im Jahre zwei Dienste zu lcistcu,
nämlich im Frühling mit zwei Nossen einen Tag Dung zu
führen, und desgleichen im Herbst mit zwei Nossen eine Fahrt
an den See zu thun, um Wein herbeizuschaffen, ans Lebenszeit
zu Lehen gegeben worden sei. — G. St. Dorotheen tag 1515.

— S. Hans Stropcl, Vogt zu Waldsee und Ammann zu
Haisterkirch. — Perg. Orig. m. Siegel (eing.). 461.

1515. März 27. — Jörg Truchseß, Freiherr zn Wald-

burg vertauscht mit der Aebtissin Verena und dem Kloster zu
Baindt, seine Leibeigene Anna Blöd, Hans Blöds selig und
der Ursula Bentlin von Haisterkirch eheliche Tochter, gegen
deren Leibeigene Katharina Held, Hans Heldö und der Agathe
Has von Eggmannsricd Tochter. — G. Zinstag n. d. Sonn-
tag Jndica 1515. — S. Truchseß Georg von Waldburg. -
Perg. Orig. m. Siegel (Fragment). 462.

1516. April 1. — Klaus Mörli», Bürger zu Ravens-

burg verkauft um 18 Pfund und 10 Schilling Pfennig an
Propst Adam von Waldsee ein Stück mit Reben in der Tellen
zu Markdorf, zwischen Sebastian Oehem, Stadtammann und
Kaspar Wiggenhausers selig Weingarten gelegen, zinsfrei und
dazu einen Weingarten zwei Stück mit Reben auch in der
Tellen. Der letztere zinst jedoch 1 Schilling und 6 Pfennig dem
Sicchenhaus zu Markdorf und ist verpfändet mit andern
Gütern um 5 Eimer Weinzins und 25 Pfund Pfennig Haupt-
guts wiederkäufig, dem Gotteshaus Gutenzell, es gebührt diesem
aber jetzt nur noch ein Eimer Weinzins und 5 Pfennig Haupt-
gnts. — G. Zinßtag v. St. Ambrosius tag 1516. — S.
Sebastian Oehem, Stadtammanu zu Markdvrf. — Perg.
Orig. m. Siegel. 463.

Das Siegel i. grün. Wachs zeigt i. geteiltem Schilde (heraldisch)
rechts ein miinnl. Antlitz, links ein Ohr (?).

1516. Novbr. 17. — Paulus Wild von Haidgau
verkauft an Jörg Truchseß von Waldbnrg einen jährlichen
Zins von 6 Pfund Heller ab und aus seinem Hof zn Haid-
gau, das auch dem Spital zu Waldsce 6 Pfund Haber Bodcn-
zins giebt, um 100 Pfund Heller Hauptguts, welche Schuld
jedoch genannter Wild und seine Erben jederzeit auf St. Mar-
tinstag wieder einlösen können. — G. uff Montag n. St.
Martins tag 1516. — S. Walther Grätcr zu Neuentannc.

— Perg. Orig. Siegel ab. 464.

1516. Novbr. 26. — Adam, Propst des Gotteshauses
Waldsce, St. Angust.-Ords. regulierter Chorherren, trifft in
einer Streitsache, die sich zwischen Abt Konrad und dem Kon-
vent von Roth und dem Pfarrer zu Haisterkirch einer-, und
Aebtissin Verena und dem Konvent von Baindt anderseits,
wegen der Neubrüche zu Adelshofen, auf welche beide Teile
Anspruch erheben, entspannen hat, nachstchendc Entscheidung:
Der Aebtissin und dem Konvent von Baindt wird gegen eine
einmalige Entschädigung von 175 Pfund Heller an den Abt
und daö Kloster Roth, aller Groß- und Kleinzehend von allen
„nnwbrich, nuwgernten und novalien in und an deö mentzlerö
buch zu Adelshofen" zngesprochen, welche Summe sofort er-
legt wurde. Von diesem Groß und Kleinzehenten zu Adels-
hofen bleibt jedoch ausgenommen der Zehent von 10 Juchert
loading ...