Beilage zum Diözesan-Archiv von Schwaben — 1892

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1408. Sept. 7. Bischof Albert von Konstanz vollzieht
vor Notar und Zeugen die ihm von Bischof Antonius von
Palestrina anfgetragene Absolution des Klosters Weingarten.

d. d. 1408, Sept. 7.

1408. Dezember 11. Landulfns, Kardinaldiakon zu
3. Kieolaus in carcere Tulliano, derzeit behufs Her-
stellung der kirchlichen Einheit in Alemannien,
gewährt den Besuchern der Kirche zu Weingarten gewisse Ab-
lässe, namentlich für Verehrung des hl. Blutes.

d. d. Konstanz 1408, Dez. 11.

1433. Dez. 29. Die Baseler Generalsynode erklärt,
daß der Archidiakon von AScvli Laurentius de Notella,
weicher angeblich in ihrem Auftrag die von dem päpstlichen
Stuhl noch nicht bestätigten Prälaten der Diözese Konstanz
zur Herausgabe der erhobenen Einkünfte an die Kammer der
Synode zwingen wolle, hiezu kein Recht habe.

1433, IV. Kal. jan.

1439. Februar 27. Heinrich von Herrlingen, Ritter, H
bekennt, daß er nach einem Leben in weltlicher Lust und Ehre
von Abt und Konvent des Klosters Weingarten die Zu-
sicherung erhalten habe, sie wollen ihn bei sich begraben und
ihm, seinem Weib Mätze von Reischach sel., seinem Vater
Ulrich von Herrlingen und seiner Mutter Ursula Schenkin
zu Ittendorf eine Jahrzeit anrichten, sowie daß er und die
Seinen solche Freundschaft nach Vermögen verdienen werden.

1439, Freitag nach Mathistag.

1442. März 13. Der Generalvikar von Konstanz ent-
scheidet einen Streit über die von König Heinrich von Böh-
men gestiftete, jetzt dem Johannes Carpentary, Subdiakon der
Metzer Diözese, vom Papste verliehene Pfründe deS hl. Guts-
Allars im Kloster Weingarten zu Gunsten des letzteren da-
hin, daß diese Pfründe kein beneficium ecclesiasticum, also
auch nicht vom Papst verleihbar sei.

1444. Nov. 5. Der Konstanzer Generalvikar macht
zur Warnung der Diözese bekannt, daß der Mönch Johann
Sältzli zu Weingarten nach der in Anwesenheit des Schul-
rektors M. Stephanus von dem beeidigten Physikns des Kon-
stanzer Hofes Di', artium et medicinae Andreas Richli vor-
gcnommenen Untersuchung mit dem zweiten Grade des Aus-
satzes behaftet sei.

1453. März 25. Heinrich von GeroldSeck, Herr zu
Sulz, und Hans v. Rechberg von Hohenrechbcrg nehmen auf
Bitte der Erzherzogin Mechtilde von Oesterreich das Kloster
Weingarten, nachdem es sich aus dem Schirm der Reichsstädte
in den der Landvogtei begeben, von der Fehde ans, die sic
etlichen Reichsstädten angesagt haben.

Rom 1456. Januar 13. Papst Calixt 111. gestattet dem
Abt Jodocns von Weingarten, sich einen Beichtiger zu wäh-
len, der ihn selbst in den dem hl. Stuhle vorbehaltenen Fällen
einmal absolvieren und ihm beim Sterben gänzliche Sünden-
vergebung gewähren könne unter der Bedingung, daß er ein
Jahr lang alle Freitage faste, beziehungsweise andere fromme
Werke verrichte.

d. d. Rome, id jan.

1500. November 7. Der Konstanzer Generalvikar bezeugt,
daß Adam Atoll ans Altdorf einen von ihm bei der Erobe-
rung Stnhlwcißenbnrgs in der dortigen Kirche gefundenen
SebastianSpfeil der Bruderschaft in Weingarten übergebe.

*) Der letzte Ritter von Herrlingen, der ans der Bienburg bei
Blitzenreute saß.

1524. Der päpstliche Nuntius Laurentius, Kardinal-
priester t. k. 3. Xnastasiae, erteilt dem Abt Gcrwig und
dem Konvent von Weingarten die Erlaubnis, statt des bis-
herigen grünen, bezw. gelblichen Wachses rotes, bezw. grünes zu
ihren Siegeln verwenden zu dürfen.

1524. April 19. Der päpstliche Nuntius Laurentius
erlaubt auf Befürwortung des Erzherzogs Ferdinand dem in
seinen Einkünften znrückgekommenen Kloster Weingarten, von
den durch den Abt zu vergebenden reichen Pfründen den
dritten Teil, bis zum Betrage von 60 rheinischen Goldgulden,
auf die Unterstützung der im Hospital des Klosters zusammen-
strömenden Fremden und Armen verwenden zu dürfen.

1524. August 30. Abt Ambrosius von Blaubeuren über-
sendet ein Vidimus des Jndultes von Kardinal Laurentius
vom 11. Juni 1524, wonach ans Antrag des Generalkapitels
der Mainzer Provinz und Bamberger Diözese den Benedik-
tinern, damit tauglichere Leute in die Klöster gezogen werden,
dreimaliger Fleischgennß in der Woche gestattet wird und
bittet um Einhändigung des Taxenanteilcs an den Ueber-
.bringer.

Blaubeuren 1524, August 30.

1537. August 25. Paul III. verleiht den Aebten zu
St. Urban und zu Weingarten das Recht, die vier niederen
Weihen zu verleihen, kirchliche Geräte zu segnen, entweihte
Kirchen und Kirchhöfe wieder zu weihen, Mitra, Iking und
Hirtenstab zu tragen und den feierlichen Segen zu erteilen.

Rom 1537, August 25.

Mersburg 1549, September 22. Bischof Christophorns
von Konstanz schreibt eine Provinzialsynode ans den 17. No-
vember nach Markdorf ans und ladet hiezu die cxemten Po-
laten in Vertretung ihrer nichtexemten Kirchherren, Vikare und
Kapläne ein.

1556. Februar 11. Karl V. gewährt den Klöstern
Weingarten und Ochsenhansen das Recht, daß kein Jude ihren
Unterthanen ans liegende Güter Geld vorstrecken dürfe, sowie
daß alle Schuldverschreibungen der letzteren ge^.m Juden un-
giltig sein sollen.

d. d. Brüssel 1556, Februar 11.

1600. November 10. Abt und Konvent von Wein-
garten treffen Bestimmungen über Vermehrung der Bibliothek
und Unterhaltung studierender Profess.» auf einer jesuitischen
Universität, zunächst in Dillingen.

1600, pridie Martini.

1612. Juni 28. Die Gencralkongregation der Inqui-
sition verleiht dem Abt von Weingarten und vier von ihm zu
ernennende» Mönchen das Recht, fünf Jahre lang ketzerische
Bücher zu lesen und Ketzer wieder in die Kirche anszunehme».
Dieses Recht wurde 1618 auf weitere fünf Jahre verlängert.

1646. Abt Wunibald und der Konvent von Hirschau
übergeben ihr Kloster, damit es nicht in fremde Hände falle,
dem Kloster Weingarten.

1647. 58. 59. Abt Raimund und der Konvent von
Blanbeureu übergeben ihr Kloster, damit es nicht in fremde
Hände falle, dem Kloster Weingarten.

1667. Juni 25. Vertrag zwischen dem Abt Dominikus
von Weingarten und dem Abt Sigmund von Blanbeureu über
! lebenslänglichen Unterhalt deS letzter» und Einräumung des
Schlosses Hasenweiler.

1748. Februar 20. Der Generalprior der Bruderschaft
der Knechte Mariä erlaubt den Klosterschülern zu Weingarten,
eine Bruderschaft der sieben Schmerzen zu errichten.

Stuttgart, Buchdruckcrei der Aklieugesellschast „Deutsches Volksbla»".
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