Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

Seite: j
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioskuren1865/0447
Lizenz: Public Domain Mark Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
241

lind Pinsel vertauschte. „Connubialjs amor ex Mulcibre
fecit Apellem.“ Daß der überaus dichte Bau, der sich
in spätgvthischcn, blumenreichen Formen erhebt, ihm wirk-
lich beizumessen ist, glaube ich nicht, weil uns andere Zeug-
nisse über die künstlerische Schlosser-Geschicklichkeit des
Messys fehlen. Und wenn der Brunnen auch wirklich von
ihm wäre, gewiß ist doch die ihn bekrönende Statue des
Ritters Brabon, der der Sage nach einem Priester die
Hand abhieb, die er triumphirend emporhält, nicht von
ihm. Aber wer ihr Schöpfer ist, darüber sind mir nicht
einmal Vermuthungen aorgekommen. Eine kleine Abbil-

sagen. Die Haltung der Gestalt, einer Schöpfung des
mir bis dahin unbekannten Bildhauers Leonard de
Cuyper, ist allzu selbstbewußt, das Haupt znrückgeworfen,
als ob der den Dargestellten begeisternde Gedanke impo-
niren soll, was er aber nicht thut.

Die Gemäldegalerie des Museums zu Ant-
werpen ist in Belgien die einzige, welche der hohen Stufe,
auf welcher die Malerei seit vier Jahrhunderten in Flan-
dern und Brabant gestanden hat, würdig ist. Reich an
Meisterwerken der ersten wie ver zweiten großen Maler-
schule, gewährt sie uns ein mit wenigen Ausnahmen voll-

h mm
i m

Wonaventura Hciieli.

düng des Brunnens gicbt auch Gens in seiner bist, de
la ville d’Anvers (S. 578), bringt ibn aber zu seinen
biographischen Notizen über Messys in keine Art von
Verbindung.

Was das zweite plastische Denkmal, die Bronz e-Sta-
tue des Rubens auf der Place verte, betrifft, so macht cs
ihm wie seinem Schöpfer Wilhelm Geefs Ehre. Er
trägt das reiche Kostüm eines Gesandten, mit den Attri-
buten der Malerei zu seinen Füßen. Die Statue ist,
wenn and) etwas theatralisch mit der erhobenen Reck)ten
auftretend, doch im Körper wie im Kostüm trefflich be-
handelt und eine imponirende Ersck)einung. Das läßt sich
von dem dritten Denkmal, der Marmorstatue van Dyck's,
die uns zum Museum führt, vor welck)em sie steht, nicht

ständiges Bild der Entwickelt» E
Gegenwart, d. h. fast mit Aus:
wenn sie auä) mit einigen l)||
selben versehen ist, von Vs:
gereicht, ist sie weit entfernt, E
ältere» Zeit die Holländer in :
liencr und Deutschen nur sehr :
ist wohl natürlich. Was ihr E
gereicht, ist — was jetzt auch:
kann — der bekannte trefft:
kunsthistorische Autorität gewiE
gäbe von 1857 citirt wird, a:
van Lerins einen reichen Ne:
neuen Erwerbungen auch die :
loading ...