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(Redaction und Expedition der Dioskuren: Villa Schasler bei Wilmersdorf, Berlin.)
Inhalt.
Abhandlung: Ein Vorschlag zur Gründung von Künstler-Museen. Limst-Lbroiiik: Lokal Nachrichten aus Berlin, Breslau, Posen, Düsseldorf,
Lorrkspoudciyrii: n. Dresden, Mitte Oktbr. (Ausstellung v. Mllhlig's Wer- Ehrenhausen, Dresden, Gotha, Wien, Amsterdam, London.
ken.)— li. Braunschweig, 19. Oktbr. (Aus der Werkstatt Howaldt's.) ümistindiistrje u»d Technili: Ucber Kuustvcrglasung der Profanbauten. (Forts.)
— Lj München, Mitte Oktbr. (Charakter der neuesten Privatbauten rc. Ausjlcllungsbalrndcr.
Schluß.) — f Rom, Mitte Oktbr. (Ausstellung in der Akademie v. S.Luca.) ßrirflinflrii.
Lin Vorschlag zur Hründung von Künstler-Wuseen,
mit besonderer Ktriiiblichtigimg des „Ranch-Museum" in Kerlin.
|ir haben in voriger Nummer unsere Ansicht
über die korrekte Einrichtung der National-
Gallerie ausgesprochen; heute gestatten wir
uns einen Fingerzeig zu geben in Betreff
einer besonderen Klasse von Sammlungen,
die nach einer Seite hin eine noch höhere
,Bedeutung haben dürften als die „National-
' Gallerte": wir möchten sie „Künstler-Museen"
nennen, und verstehen darunter möglichst voll-
ständige Sammlung der sämmtlichen Werke eines bedeutenden
Meisters.
Selbstverständlich haben wir hiebei zunächst, ja.eigentlich
allein, die Bildhauer im Auge; denn nur von diesen lassen sich,
durch Gypsabgüsse, getreue Kopien der Originale entnehmen.
Aber nicht nur die Abgüsse, sondern auch die Modelle und
Vorstudien — wenigstens zu den Hauptwerken — würden sehr
lehrreiche und auch für die Entwickelungsgeschichte sowohl des
Künstlers wie des betreffenden Kunstwerks historisch-wichtige
Bcstandtheile der Sammlung bilden. Bei der Malerei ist das
Verhältniß ein ganz anderes. Hier erfüllen Kopien, wenn sie
nicht von der Hand der Meister selbst ausgeführt wurden, nicht
nur nicht den Zweck, sondern geben vielmehr eine falsche Vor-
stellung von der Eigenart des Meisters; eher würden noch
Kupferstiche dazu dienen, obwohl diesen ein Hauptmoment der
Malerei, nämlich die koloristische Wirkung, abgeht.
Die Bildhauerei dürfte in der Nationälgallerie ohnehin sehr
dürftig vertreten sein; und deshalb scheint es um so dringender
geboten, ein großes National-Museum der modernen
deutschen Bildhauerei anzulegen. Welchen Genuß hat
z. B. der Beschauer von dem herrlichen Schievelbein'schen Fries
„Untergang Pompeji's" in dem griechischen Hofe des Neuen
Museums? Welche Fiille der edelsten Anschauung würde z. B.
eine Sammlung von Gypsabgüssen nach den Werken eines
Bläser, eines Drake, eines Wolfs, eines Begas — nm
nur dieser vier zu erwähnen — gewähren?
Ein Anfang ist gemacht: wir besitzen bereits ein Ranch-
Museum; warum also könnte man nicht diesen Anfang er-
weitern zu einem großartigen Künstler-Museum, in welchem den
Hanptmeistern der Bildhauerei besondere Abtheilungen eingeräumt
werden könnten? — Wir werfen diesen Gedanken vorläufig hin,
es Andern iiberlassend, ihn weiter auszuführen und zu realisiren.
Um aber dem Leser eine Vorstellung von der Wichtigkeit und
(Redaction und Expedition der Dioskuren: Villa Schasler bei Wilmersdorf, Berlin.)
Inhalt.
Abhandlung: Ein Vorschlag zur Gründung von Künstler-Museen. Limst-Lbroiiik: Lokal Nachrichten aus Berlin, Breslau, Posen, Düsseldorf,
Lorrkspoudciyrii: n. Dresden, Mitte Oktbr. (Ausstellung v. Mllhlig's Wer- Ehrenhausen, Dresden, Gotha, Wien, Amsterdam, London.
ken.)— li. Braunschweig, 19. Oktbr. (Aus der Werkstatt Howaldt's.) ümistindiistrje u»d Technili: Ucber Kuustvcrglasung der Profanbauten. (Forts.)
— Lj München, Mitte Oktbr. (Charakter der neuesten Privatbauten rc. Ausjlcllungsbalrndcr.
Schluß.) — f Rom, Mitte Oktbr. (Ausstellung in der Akademie v. S.Luca.) ßrirflinflrii.
Lin Vorschlag zur Hründung von Künstler-Wuseen,
mit besonderer Ktriiiblichtigimg des „Ranch-Museum" in Kerlin.
|ir haben in voriger Nummer unsere Ansicht
über die korrekte Einrichtung der National-
Gallerie ausgesprochen; heute gestatten wir
uns einen Fingerzeig zu geben in Betreff
einer besonderen Klasse von Sammlungen,
die nach einer Seite hin eine noch höhere
,Bedeutung haben dürften als die „National-
' Gallerte": wir möchten sie „Künstler-Museen"
nennen, und verstehen darunter möglichst voll-
ständige Sammlung der sämmtlichen Werke eines bedeutenden
Meisters.
Selbstverständlich haben wir hiebei zunächst, ja.eigentlich
allein, die Bildhauer im Auge; denn nur von diesen lassen sich,
durch Gypsabgüsse, getreue Kopien der Originale entnehmen.
Aber nicht nur die Abgüsse, sondern auch die Modelle und
Vorstudien — wenigstens zu den Hauptwerken — würden sehr
lehrreiche und auch für die Entwickelungsgeschichte sowohl des
Künstlers wie des betreffenden Kunstwerks historisch-wichtige
Bcstandtheile der Sammlung bilden. Bei der Malerei ist das
Verhältniß ein ganz anderes. Hier erfüllen Kopien, wenn sie
nicht von der Hand der Meister selbst ausgeführt wurden, nicht
nur nicht den Zweck, sondern geben vielmehr eine falsche Vor-
stellung von der Eigenart des Meisters; eher würden noch
Kupferstiche dazu dienen, obwohl diesen ein Hauptmoment der
Malerei, nämlich die koloristische Wirkung, abgeht.
Die Bildhauerei dürfte in der Nationälgallerie ohnehin sehr
dürftig vertreten sein; und deshalb scheint es um so dringender
geboten, ein großes National-Museum der modernen
deutschen Bildhauerei anzulegen. Welchen Genuß hat
z. B. der Beschauer von dem herrlichen Schievelbein'schen Fries
„Untergang Pompeji's" in dem griechischen Hofe des Neuen
Museums? Welche Fiille der edelsten Anschauung würde z. B.
eine Sammlung von Gypsabgüssen nach den Werken eines
Bläser, eines Drake, eines Wolfs, eines Begas — nm
nur dieser vier zu erwähnen — gewähren?
Ein Anfang ist gemacht: wir besitzen bereits ein Ranch-
Museum; warum also könnte man nicht diesen Anfang er-
weitern zu einem großartigen Künstler-Museum, in welchem den
Hanptmeistern der Bildhauerei besondere Abtheilungen eingeräumt
werden könnten? — Wir werfen diesen Gedanken vorläufig hin,
es Andern iiberlassend, ihn weiter auszuführen und zu realisiren.
Um aber dem Leser eine Vorstellung von der Wichtigkeit und



