02
Um das Helle Feuer,
und schwangen sich so lieblich und so leise,
Daß sie, sich regend, doch zu ruhen schienen,
Von sel'ger Lust getragen,
im holden Anschaun ihrer eignen Mienen.
Sie waren beide schön,
und von dem Hellen Lichte
Bestrahlt, erschien noch holder
verklärt der Jugendglanz im Angesichte,
Wie wenn zwei Rosen, die für sich schon glühen.
Im Morgensonnenpurpur
noch rother scheinen als zuvor zu blühen. —
er in diesem (dem Drama) Politik abhandeln, warum dann nicht echte,
oder warum nicht lieber gleich Historie?
Schließlich, allen Respect vor der Bescheidenheit des Vers., aus der
ohne Zweifel die Bezeichnung „Studie" hervorgegangen ist; aber wir sind
doch so strenge, dafür zu halten, daß man Studien nicht drucken lassen
soll. Bei den Malern dürfen nur die bewährten Meister Studien zur
Ausstellung bringen.
Im Verlage des Unterzeichneten erscheint und ist durch jede
Buchhandlung zu beziehen:
ämmtliche
Ein Kaiser. Politisch-dramatische Studie in vier Aufzügen von
Gustav von Metzern. — Gotha. Hugo Scheube. —
Was das Politische in dieser Studie betrifft, so ist es die alte Kai-
sersehnsucht, der Ausbau eines Ideals von Staatsverwaltung und Regie-
rung unter einem im Kriege großen, im Frieden noch größer» Kaiser, der,
als Fürst geboren, dennoch Sohn des Volks, den Norden, Süden und
Westen eines zerrissenen Reichs unter schwarz-grün-goldnem Banner eint.
Dies macht sich dadurch, daß Beatrix, die Erbin des Reichs, am morgen-
den Tage sich unter den Fürsten den Gemahl und damit dem Lande den
Kaiser wählen soll. Hauptbewerber sind der Prinz Victorin von Südland
und der Prinz Clemens von Nordland. Jener hat einen mächtigen geist-
lichen Orden für sich, dieser Ehrlichkeit, Bildung und Verstand. Sie aber
Tnlgöllien den dhirijmlcs
in den
Versmaaßen des Originals metrisch übertragen von
Franz Fritze,
Geheimen RegicrungS-Rath :e.
Das ganze Werk, welches die 19 uns erhaltenen Tragödien des
Euripides, so wie die Fragmente der verloren gegangenen vollständig
umfassen wird, erscheint in 21 Lieferungen zu dem Preise von 10 Sgr.
oder 36 .er., von denen bereits sechs, die Hekabe, Andromache, den
Hippolyt, die H eraklid en, Med eia und Orestes enthaltend, ans-
gegeben sind. Diese 21 Lieferungen werden drei starke Octavbände bilden,
deren erster complet vorliegt; die folgenden erscheinen in möglichst
schneller Folge.
liebt Emanuel, den Reichsfeldherrn, der, aus niederm Stamm entsprossen, ,
im Kriege das Reich groß gemacht hat und den das Volk vergöttert. Ihn Ludwig Dien, welcher von der Uebersetznng dev Hippolyt Einsicht
darf sie nicht, folglich darf ihr Her; nicht wählen. Der Edle wiederräth j Scnomuien/ fei'iicb damals an den Uebersetzer:
es selbst, als sie ihm ihre dahinzielende Absicht kund thut. Nun lebt am- „Geehrter Herr und Freund. Mit großem Vergnügen habe ich Ihre lleber-
Hofe ein großer Künstler, Leonardo, welcher die Reichs-Wahlhalle für den setzung des „Hippolitus" von Neuem durchgelesen und dnrchstudirt. Es ist außer-
wichtigen Wahltag zu schmücken und die sonstigen Festlichkeiten dabei an- ordentlich, wie es Ihnen gelingt, Alles so wortgetreu und doch so verständlich
zuordnen hat. Wir erfahren, daß er vor drei und dreißig Jahren dem wiederzngcben. «o mns; man die Alten übertragen. Es kommt Ihnen aber auch
damaligen Herrscher, der Südländer war und sich mit einer Nordlands-
sehr zu Nutze, daß Sie ein geprüftes musikalisches Ohr haben und sich die Verse
laut vorlesen können. Auch haben Sie eben dadurch den Wohllaut in Ihrer
Prinzessin vermählt hatte, von, Orden als Erzieher für de» Thr»««hm j B8tauf Mt‘ .„den, Seribenten oft gar nicht achten und sich Wenbii-
aufgedrangt wurde. Spater ward chm dann die ,t,!le Ermordung s-m-S bmlgcn mlb Wendungen erlauben, Töne, welche gar nicht über die Lippe wellen.
Zöglings übertragen. Er aber, durch denselben bekehrt, ward dem Orden
ungehorsam, täuschte in der Verwirrung einer ausgebrochenen Revolution
die Welt und seine Obern, und wußte dann seinen Zögling als Emanuel
in die Geschichte des Reichs, als Netter aus der Revolution im Innern
und von den Feinden von Außen, sich aber bei Hose als berühmten Künst-
ler einzuführen. Da nun Beatrix durch ihn beredet wird, im entscheiden-
den Moment des Wahltages nicht den Prinzen Vietorin, sondern mit
allgemeinerer Bezeichnung nur den Erben des Süvlaudes zu wählen, so
tritt Leonardo zur rechten Zeit mit den Documenten seines Geheimnisses
hervor und Emanuel wird Kaiser und Gemahl. Zwar erhält Leornardo
von dem unterliegenden Orden einen Dolchstoß, doch hat er den Bruder,
der ihn führte, vorher noch einen gewaltigeren versetzt und der Orden wird
dafür ewig aus dem Reich verbannt.
Man sieht, die Staatskunst in dem Stück besieht ans schönen Trän
men. Es kommen dabei auch mancherlei bekannte Wahrheiten zur Sprache,
aber eigentlich Politik ist es nicht. Und was andererseits das Dramatische
anlangt, so macht es sich, abgesehen von der wenig originellen Erfindung,
nicht durch besonders wirkungsvolle und knappe Handhabung des Dialogs,
noch durch einen Ausdruck bemerkbar, der über die Fertigkeit eines gebil-
deten und belesenen Geistes hinausginge: keine Häßlichkeiten und Absurdi-
täten, allein auch dafür wenig Wärme und Schwung; Alles glatt und
kühl. —
Man sieht nicht recht ein, weshalb der Vers, für seine politischen
Studien die dramatische Form und für das Drama den politischen Stoff
gewählt hat. Denn wollte er jene nicht in Form der Abhandlung schrei-
ben, so empfiehlt sich diejenige des wissenschaftlichen Dialogs, wobei noch
die schwache dramatische Erfindung erspart geblieben wäre. Und wollte
O theurer Mann, könnten Sie uns doch in dieser Art den ganzen Euripides,
meinen Liebling unter den griechischen Tragikern, geben. Welche Freude, mit
Ihnen alle diese großartigen, herrlichen Dichtungen durchzugehen'."
Es ist ferner bekannt, welch günstiges Urtheil Professor Bocckh über
diese Uebersetznng gefällt hat. „Wer des Griechischen nicht bis ans den
Grund kundig ist," — schrieb der Altmeister der Philologie an den Herrn
Uebersetzer — „ oder vielmehr, wer nicht den Euripides tief studirt hat,
kann erst aus einer Uebersetznng, wie die Ihrige ist, die ganze Kraft der
Leidenschaft, die Euripides zu entwickeln vermochte, empfinden und erken-
nen, und so begreifen, wie er dem Aeschylos und Sophokles gegenüber
sein Zeitalter beherrschen konnte. I h r e U e b e r s e tz u n g i st e i n M e i st e r -
stück, gleich vortrefflich durch das volle Verständniß des Originals, als
s j durch den Schwung der Sprache rc."
Diesen Urtheiten eines Dichters wie Tieck und der bedeutendsten
philologischen Autorität der Gegenwart ist dann in den geachtetsten Zeit-
schriften eine Reihe von nicht minder günstigen Referaten gefolgt, nach
denen sich Niemand der Ueberzeugnng verschließen kann, daß es sich
hier um ein Werk ersten Ranges handelt, ein Werk, welches aus seinem
Gebiete epochemachend ist, und das fortan in jeder Bibliothek seinen
Platz neben den Classischen Autoren aller Zeiten beansprucht.
Subscriptionen übernehmen alle Buchhandlungen des In- und Aus-
landes und legen ans Wunsch den ersten Band zur Ansicht vor.
Heinrich Schindler.
Verlag von Heinrich Schindler in Berlin. — Druck von Trowihlch und Sohn in Berlin.
Um das Helle Feuer,
und schwangen sich so lieblich und so leise,
Daß sie, sich regend, doch zu ruhen schienen,
Von sel'ger Lust getragen,
im holden Anschaun ihrer eignen Mienen.
Sie waren beide schön,
und von dem Hellen Lichte
Bestrahlt, erschien noch holder
verklärt der Jugendglanz im Angesichte,
Wie wenn zwei Rosen, die für sich schon glühen.
Im Morgensonnenpurpur
noch rother scheinen als zuvor zu blühen. —
er in diesem (dem Drama) Politik abhandeln, warum dann nicht echte,
oder warum nicht lieber gleich Historie?
Schließlich, allen Respect vor der Bescheidenheit des Vers., aus der
ohne Zweifel die Bezeichnung „Studie" hervorgegangen ist; aber wir sind
doch so strenge, dafür zu halten, daß man Studien nicht drucken lassen
soll. Bei den Malern dürfen nur die bewährten Meister Studien zur
Ausstellung bringen.
Im Verlage des Unterzeichneten erscheint und ist durch jede
Buchhandlung zu beziehen:
ämmtliche
Ein Kaiser. Politisch-dramatische Studie in vier Aufzügen von
Gustav von Metzern. — Gotha. Hugo Scheube. —
Was das Politische in dieser Studie betrifft, so ist es die alte Kai-
sersehnsucht, der Ausbau eines Ideals von Staatsverwaltung und Regie-
rung unter einem im Kriege großen, im Frieden noch größer» Kaiser, der,
als Fürst geboren, dennoch Sohn des Volks, den Norden, Süden und
Westen eines zerrissenen Reichs unter schwarz-grün-goldnem Banner eint.
Dies macht sich dadurch, daß Beatrix, die Erbin des Reichs, am morgen-
den Tage sich unter den Fürsten den Gemahl und damit dem Lande den
Kaiser wählen soll. Hauptbewerber sind der Prinz Victorin von Südland
und der Prinz Clemens von Nordland. Jener hat einen mächtigen geist-
lichen Orden für sich, dieser Ehrlichkeit, Bildung und Verstand. Sie aber
Tnlgöllien den dhirijmlcs
in den
Versmaaßen des Originals metrisch übertragen von
Franz Fritze,
Geheimen RegicrungS-Rath :e.
Das ganze Werk, welches die 19 uns erhaltenen Tragödien des
Euripides, so wie die Fragmente der verloren gegangenen vollständig
umfassen wird, erscheint in 21 Lieferungen zu dem Preise von 10 Sgr.
oder 36 .er., von denen bereits sechs, die Hekabe, Andromache, den
Hippolyt, die H eraklid en, Med eia und Orestes enthaltend, ans-
gegeben sind. Diese 21 Lieferungen werden drei starke Octavbände bilden,
deren erster complet vorliegt; die folgenden erscheinen in möglichst
schneller Folge.
liebt Emanuel, den Reichsfeldherrn, der, aus niederm Stamm entsprossen, ,
im Kriege das Reich groß gemacht hat und den das Volk vergöttert. Ihn Ludwig Dien, welcher von der Uebersetznng dev Hippolyt Einsicht
darf sie nicht, folglich darf ihr Her; nicht wählen. Der Edle wiederräth j Scnomuien/ fei'iicb damals an den Uebersetzer:
es selbst, als sie ihm ihre dahinzielende Absicht kund thut. Nun lebt am- „Geehrter Herr und Freund. Mit großem Vergnügen habe ich Ihre lleber-
Hofe ein großer Künstler, Leonardo, welcher die Reichs-Wahlhalle für den setzung des „Hippolitus" von Neuem durchgelesen und dnrchstudirt. Es ist außer-
wichtigen Wahltag zu schmücken und die sonstigen Festlichkeiten dabei an- ordentlich, wie es Ihnen gelingt, Alles so wortgetreu und doch so verständlich
zuordnen hat. Wir erfahren, daß er vor drei und dreißig Jahren dem wiederzngcben. «o mns; man die Alten übertragen. Es kommt Ihnen aber auch
damaligen Herrscher, der Südländer war und sich mit einer Nordlands-
sehr zu Nutze, daß Sie ein geprüftes musikalisches Ohr haben und sich die Verse
laut vorlesen können. Auch haben Sie eben dadurch den Wohllaut in Ihrer
Prinzessin vermählt hatte, von, Orden als Erzieher für de» Thr»««hm j B8tauf Mt‘ .„den, Seribenten oft gar nicht achten und sich Wenbii-
aufgedrangt wurde. Spater ward chm dann die ,t,!le Ermordung s-m-S bmlgcn mlb Wendungen erlauben, Töne, welche gar nicht über die Lippe wellen.
Zöglings übertragen. Er aber, durch denselben bekehrt, ward dem Orden
ungehorsam, täuschte in der Verwirrung einer ausgebrochenen Revolution
die Welt und seine Obern, und wußte dann seinen Zögling als Emanuel
in die Geschichte des Reichs, als Netter aus der Revolution im Innern
und von den Feinden von Außen, sich aber bei Hose als berühmten Künst-
ler einzuführen. Da nun Beatrix durch ihn beredet wird, im entscheiden-
den Moment des Wahltages nicht den Prinzen Vietorin, sondern mit
allgemeinerer Bezeichnung nur den Erben des Süvlaudes zu wählen, so
tritt Leonardo zur rechten Zeit mit den Documenten seines Geheimnisses
hervor und Emanuel wird Kaiser und Gemahl. Zwar erhält Leornardo
von dem unterliegenden Orden einen Dolchstoß, doch hat er den Bruder,
der ihn führte, vorher noch einen gewaltigeren versetzt und der Orden wird
dafür ewig aus dem Reich verbannt.
Man sieht, die Staatskunst in dem Stück besieht ans schönen Trän
men. Es kommen dabei auch mancherlei bekannte Wahrheiten zur Sprache,
aber eigentlich Politik ist es nicht. Und was andererseits das Dramatische
anlangt, so macht es sich, abgesehen von der wenig originellen Erfindung,
nicht durch besonders wirkungsvolle und knappe Handhabung des Dialogs,
noch durch einen Ausdruck bemerkbar, der über die Fertigkeit eines gebil-
deten und belesenen Geistes hinausginge: keine Häßlichkeiten und Absurdi-
täten, allein auch dafür wenig Wärme und Schwung; Alles glatt und
kühl. —
Man sieht nicht recht ein, weshalb der Vers, für seine politischen
Studien die dramatische Form und für das Drama den politischen Stoff
gewählt hat. Denn wollte er jene nicht in Form der Abhandlung schrei-
ben, so empfiehlt sich diejenige des wissenschaftlichen Dialogs, wobei noch
die schwache dramatische Erfindung erspart geblieben wäre. Und wollte
O theurer Mann, könnten Sie uns doch in dieser Art den ganzen Euripides,
meinen Liebling unter den griechischen Tragikern, geben. Welche Freude, mit
Ihnen alle diese großartigen, herrlichen Dichtungen durchzugehen'."
Es ist ferner bekannt, welch günstiges Urtheil Professor Bocckh über
diese Uebersetznng gefällt hat. „Wer des Griechischen nicht bis ans den
Grund kundig ist," — schrieb der Altmeister der Philologie an den Herrn
Uebersetzer — „ oder vielmehr, wer nicht den Euripides tief studirt hat,
kann erst aus einer Uebersetznng, wie die Ihrige ist, die ganze Kraft der
Leidenschaft, die Euripides zu entwickeln vermochte, empfinden und erken-
nen, und so begreifen, wie er dem Aeschylos und Sophokles gegenüber
sein Zeitalter beherrschen konnte. I h r e U e b e r s e tz u n g i st e i n M e i st e r -
stück, gleich vortrefflich durch das volle Verständniß des Originals, als
s j durch den Schwung der Sprache rc."
Diesen Urtheiten eines Dichters wie Tieck und der bedeutendsten
philologischen Autorität der Gegenwart ist dann in den geachtetsten Zeit-
schriften eine Reihe von nicht minder günstigen Referaten gefolgt, nach
denen sich Niemand der Ueberzeugnng verschließen kann, daß es sich
hier um ein Werk ersten Ranges handelt, ein Werk, welches aus seinem
Gebiete epochemachend ist, und das fortan in jeder Bibliothek seinen
Platz neben den Classischen Autoren aller Zeiten beansprucht.
Subscriptionen übernehmen alle Buchhandlungen des In- und Aus-
landes und legen ans Wunsch den ersten Band zur Ansicht vor.
Heinrich Schindler.
Verlag von Heinrich Schindler in Berlin. — Druck von Trowihlch und Sohn in Berlin.



