Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 19.1906-1907

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zweifellos zu viel zu, wenn man es mit
einer ganz strengen, eindeutigen mathe-
matischen Funktion belädt. Aber eine
dialektische Hilfe ist es gewiß, wenn man
die Bedeutungen der Worte etwas sorg-
fältiger auseinander hält und zwei ur-
sprünglich verschiedene Benennungen nicht
leichtsinnig zu Synonymen werden läßt.
Ein Wort mit reinlich herausgearbeiteter
Bedeutung unterstützt den, der es gebraucht.
Läßt man diese Bedeutung aber ver-
schlammen und versanden, so hat man
bei jedesmaligem Gebrauch erst die mühe-
volle Arbeit der Reinigung.

"Die Worte »realistisch« und »natu-
ralistisch« sind im Laufe der letzten Jahr-
zehnte zu Synonymen geworden. Man
schlage die nächste beste Ästhetik oder
ein ähnliches Werk auf, so wird man
finden, daß beide Worte kunterbund zur
Bezeichnung derselben Eigenschaft ge-

braucht werden. Höchstens besteht noch
hie und da die Übung, »naturalistisch«
als eine Art Steigerung des Begriffes
»realistisch« zu gebrauchen, wozu sich
dann noch als Drittes das schöne Wort
»veristisch« gesellt, das den höchsten
Grad der Anlehnung an die Wirklichkeit
bezeichnet. Ich brauche nicht zu sagen,
daß diese Auffassung völlig verkehrt ist;
sie geht insbesondere auch darin fehl,
daß sie diese drei Adjektive als nur dem
Grade nach verschiedene Synonyme nimmt.

Die Worte Realismus und Naturalismus
sind schon alt, obwohl sie erst neuerdings
wieder durch die jüngste künstlerische
Entwicklung in Schwung gekommen sind.
Aber sie gehörten früher der philoso-
phischen Fachsprache an, und nur der
Begriff Realismus ward auch als eine
ästhetische Kategorie gebraucht, nämlich
zur Bezeichnung einer Kunstrichtung, die



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