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Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 26.1910

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Ostini, Fritz von: Hanns Pellar - München
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https://doi.org/10.11588/diglit.7378#0023

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Hanns Pellar—München.

erzielt, weder sehr solide, noch sehr zuver-
lässig sind und sich gerade für das, was seine
Eigenart verlangt, das Vornehm-Ruhige und
verhältnismäßig Einfache, nicht sonderlich
eignen. So kam er zu jener dünnflüssigen
Temperamalerei auf Holztafeln, wie sie außer
Stuck nicht wenige andere Münchener Künst-
ler, z. B. Hengeler, Geffken u. a., jetzt bevor-
zugen. Ruhe strebt Pellar in erster Linie an
und weiß sie sehr geschickt mit oft brillanter
Farbigkeit zu verbinden. Er konzentriert diese
mit Vorliebe auf die Hauptfiguren, verstärkt
sie noch durch klug berechneten Kontrast
und hält das Ganze geschmackvoll im Ton zu-
sammen. „Der große Ton muß einheitlich
sein" ist sein Hauptgrundsatz. An dem bei-

gegebenen lichten Bilde „Der weiße Pfau" —
in seinen meisten übrigen Arbeiten ist er
dunkler — kann man das Bestreben und die
Art, wie er sein Problem löst, vortrefflich er-
kennen. Der Ton ist hier wirklich vollkommen
einheitlich, als eine gleichmäßige grün-gelb-
liche Athmosphäre liegt er über allem und
hindert nicht, daß die paar roten und violetten
Akzente, die Farbe der Lippen, des Jacken-
schoßes und das Kleid im Hintergrunde ihren
dominierenden Klang haben. Irgend ein sol-
cher lebhafterer Farbenklang bestimmt bei
ihm stets die ganze Harmonie des Bildes.

Auf Pellars Bildern spielen die Frauen die
erste Rolle. Die Grazie des Rokoko hat es ihm
angetan, wenn auch sein Rokoko sehr ins Mo-

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Temperabild: »Loge«. Privatbesitz.

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