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Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 58.1926

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A. R.: Neue "Bimini"-Gläser
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https://doi.org/10.11588/diglit.9181#0144

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»IHM IXI WER KSTATT—WIES

»parfumflakons und dosen«

NEUE „BIMI

Künftige Geschichtsschreiber werden nicht
wenig damit zu tun haben, die Wider-
sprüche unserer Zeit zu registrieren, der schein-
baren Planlosigkeit der heute wirkenden Be-
strebungen Deutung zu geben. Die zerklüftete
Epoche, die sich einerseits nicht genug tun
kann, die technischen Hilfsmittel zu vervoll-
kommnen, den Zauber der elektrischen und
sphärischen Geheimnisse zu erschließen, ver-
sucht andererseits die totgesagten handwerk-
lichen Künste vergangener Kulturen neu zu be-
leben. Ein Fanatismus bewundernswerter Art
hier und dort ist dabei erkennbar, ein Kampf
um das Schicksal kommender Zeiten.

Es entspricht dem Ehrgeiz des heute schaf-
fenden Kunsthandwerkers, daß er sich Aufgaben
zuwendet, die die höchsten Anforderungen an
seine lebendige Einfühlungsgabe, an sein Talent
stellen. Indem er die Neubelebung alter hand-
werklicher Übung und Form anstrebt, ist er der
Versuchung ausgesetzt, in bequeme Nachahmung
zu verfallen und so das scheinbar Neubelebte
als toten Ballast in unsere Zeit zu tragen.

Diese Gefahr ist in den Glasbläserarbei-
ten der Wiener „Bimini"-Werkstatt aufs

*

NI"-GLÄSER

glücklichste vermieden. Die reiche Formen-
welt dieser an der Lampe geblasenen Gläser (die
Entwürfe stammen von den bekannten Wiener
Architekten Artur und Josef Berger)
entspringt durchaus modernemKunstempfinden.
Die klar und deutlich gegebene Möglichkeit
des edlen Glasmaterials läßt problematische Ge-
staltung nicht zu. Darum machen diese Gläser
Freude, es ist Heiterkeit in allen den Vasen,
Tieren, Figuren, Blumen, Leuchtern etc., in
diesen Kostbarkeiten aus seltensten Farben-,
Opal- und Kristallgläsern, die dem Namen der
„Bimini"-Werkstatt innerhalb weniger Jahre
Weltruf verschafft haben. Man erstaunt nicht
wenig, wenn man hört, wie billig diese er-
lesenen Stücke reinsten Kunsthandwerks sind,
diese gläsernen Wunder, die je lebendiger
werden je länger man sie betrachtet.

Zu welcher Vollendung die Bemühungen
dieser Werkstatt um eine Renaissance der
Glasbläserkunst gediehen sind, beweisen die auf
dieser und den folgenden Seiten gezeigten Ab-
bildungen, die einige der auf der Pariser In-
ternationalen Kunstgewerbe-Ausstellung 1925
preisgekrönten „Bimini"-Gläser zeigen. . a. k.
*
 
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