Greneck, Adam Joseph; Greneck, Franz Joseph [Oth.]
Theatrum Jurisdictionis Austriacae, oder Neu-eröfneter Schau-Platz Oesterreichischer Gerichtbarkeit: Darinnen zu ersehen Die Gerechtsamkeiten, Welche in den Erz-Hertzogthum Oesterreich unter der Enns allen Ständen ... zustehen, [...] — Wien, 1752

Sheet: 203
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Von bcmZobtaußaH

§. vm.

303

H

2ut$ welchen bann ungesweiflet folget, ba§ m Sfogredjmmg be$ £obt*
gaH3*?8etragg (weit anberö nemlid) alö.be9 €rforberung be$ ^futl^
©elUö) alle «Scljulbeu öorbero muffen abgezogen »erben, ©olcjjeg Jenbet.
t)en ©cfwlben falber, fo mit Äwfaaftö Ssorwijfen ober gerttgung aufge*
nomraen worben, {eine befonbere (gcfywierigtttt : allein wegen anbere«
©cbulben Will man an öieleh,OrtJ)en biefen 2tbjug ntcfyt jufte&en, unb lobet
bitte ©ett)ol;»^eit Finfterwaldfelb(ten, CO wenigftentf toaß unbewegltd&e
unb (£rb*3m&©üter anbelanget/ auf baj? felbe jum Sftadfotbeil beö ©runb*
Jfrmtö nicfjt *u jtarf mit ©cfyulben belaben werben. Sebocfc weit erwefcn*
te £anb&Sür|tÜc0e 23erorbnung nicf)t nur oon ©cbulben erfterer ©attuncj
rebet/ fonDcrn auc^ anbere liquiditet unb paßktidft ©c^ulbcn benfeuet/
fd)einet eö ate $u Ijart $u femt, wann man ^ieoon anbere ©Bulben wenig*
ftenö toaö bewegliche (Süter unb berfelben SBertt) anbetrift / au$|c&lieften
wolte. (2)

(1) Finftervvald. d. lib. 2. cbf. 63. (a) Id. ibid.

§. ix.



Sfaf gleiche \oti$ tan fcljier nid)t in Sweifel gejo^en werben, ba$ alles
waö bie fnntcrlaffcne SEOitttb in #enratc>©ut unb anberen ©adjen, fo nut
bem ^af)men Paraphfernalien O) beleget werben, i^renS^e^ißürt^uge*
bracht, e&cnbcr abzurechnen unb absujie^en fene/ beoor man ein $8er$etd>

€cc2 nu£

00 fParaphcrnalien ] 35urcb btefeg
SBort werben bie nebcn*(0utec ange*
beutet, welcbc eine ©K^Srau neben* unb
auffer ben orbentlicben £enratb$ä©ut,
ju ifjren Wann bringet. Sine @lje* Srau
tft gemeiniglieb mit brenerlepöutetnoer*
\tym ; bann ftc bat erfhnS: Bona dota-
&», ba$£ei>ratb*@ut,roelebeö ben Wann
jur ßjrtragung beren Sluögaben, in bem
@be« ©taub jugebraebt wirb, unb fonft
Witgift JjeiiTet. 2lnberten$: Benspara-
fhemitiü ober ncben*©iker, bie ft'c "ocn
neben ben £e»ratb$ * ®ut ju bem Wann
gebraebt, unb biefe tbme entwebet auf
einmal, über naebunbnaeb NB. untertljd*
«ig gemacbet. Jmttenö : Bona reeepu-
tU, über £5pick(0eK>cc, VXai>eU(Bclbct,
&\>aart75üd)fer, >t>elcbc ftc nacb eigener
SBiulübr üu gebraueben unb ju foerwen«
ben befuget; inbeme fieber 3lufftd)t bc$
Waimcö ntebt unterworfen. Sbet bor?
ucbrnfteUnbiroecf biefet 9?ebcnj@üter bc*
jtebet bierinnen, baß einc^e*Srau $»
rcnSaftanb bcrbefiTere, unb niebt, wann
fic alle ibre £abfcbaften «unt ^enratb*
@ut feblugey foicbeber@efa!)t einer 23er^

duflTerun« mröfeßte, welcbe fonfl aueb xt>\*
berbeö3Beib^ SOßiilen beö OTannö freper
^iad)t unb SßßtUfübr bura) iie @efd?c
unterworfen: ob aber, wo fein .peoratb^
@ut auSgefe&et, btften obnaugefeben oit

Paraphenidlicn ÖorsÜgÜCb jratt filtOtll,

will toon bielen in iie Srage gejogeu wer*
ben, jeboeb bin icb be$ J)afürbaltenö/
baf, wann ba$ 3Beib bura) Quittungen
unb Seugen aueb in (Srforberenben galt
mit bem (§nb <. (Sa^wur barweifen fonnc,
fie babc i^ren Wann wdbrenber (£(>e cin>
unb anbere Summam ©elbeö öorgefrrecfet,
unb untertbdnig gemacbet, ibr aueb fol«
ebe Sinforberung obnangefeben ia$ fein
•6eprati)*@ut auögeiablct worbeii, au3
beiTcn 9Serm6gen jeboeb mit iic\cn Unter*
febieb berabfolgct werben müiTc,bag be^
auJbrccbcnbcnlSerfaU beö Wanne, ober
in Ermanglung benen juidnglicbcn Wit«
tclu ftemitben |)etjratb'@ut unb 5BiDcr*
lag, wann bie baarcSluSjablung würfli»
eben befebeben, unb folebe genugfam bewies
fen worben, allen mit bem wurfriebeu
@a§ öerfe^enen ©laubigen vorgehe, mit
benen i&ren Wann untertbdnig genwefc
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